[OnTour/Workshop] MEX-Berlin – Messehallen die Erste

MEX-Berllin, DIE neue Convention in Berlin. Sie feierte Ende Oktober in den Messehallen Berlins ihr Debüt und löste damit die Animaco bzw. die MMC ab. Von Fans geliebt, fanden beide Cons jährlich wechselnd im Fontanehaus statt. Leider bestand bisher nicht die Möglichkeit das zu klein gewordene Gebäude zu wechseln, aber dieses Jahr war es soweit. Nach mehr als über einem Jahr Vorbereitungszeit öffnete die MEX ihre Tore und beide Veranstalter zeigten gemeinsam was sie können.

In insgesamt 3 Hallen sowie mehreren Zwischenbereichen und auf stolzen 4 Bühnen gab es einiges zu sehen. Dabei Klassiker wie das Maid Cafe, Workshops und diverse Wettbewerbe. Große Händler mit allem was das Fanherz begehrt, Aussteller mit liebevoll per Hand gefertigten Produkten sowie Künstler nahmen eine ganze Halle ein. Doch nicht nur sie, erstmals gab es eine Cosplaye (Cosplaycorner) mit Stars der Szene. Zusätzlich konnte der Japanische Garten für zahlreiche Shootings genutzt werden.

Allgemeiner Eindruck

Die Messehallen selbst sind mit den Öffentlichen sehr gut zu erreichen. Eines hat mir allerdings schon gefehlt: „Begrüßungsschilder“. Das Messegelände ist wirklich riesig und die Gefahr sich zu verlaufen sehr groß. Gut, dank einem echt tollen Lageplan konnte man sich den Weg über die MEX-App vorher ansehen, aber das ersetzt nicht das Feeling einer Begrüßung. Diese Kribbeln, wenn man merkt es ist gleich soweit.

Ein ähnliches Bild setzte sich in den Messehallen bzw. Zwischenbereichen fort. Erkennbare Deko fehlte bzw. wurde wenig genutzt, ebenso Teppich oder ähnliche Dinge. Auf diese Weise wirkten die Messehallen trotz all der Besucher und wirklich tollen Cosplays sehr trist. Es fehlte der Wohlfühlcharakter wie man ihn von anderen Messehallen kennt. Zugegeben, ich weiß nicht inwiefern die Hallen überhaupt verändert werden dürfen, aber etwas Fontanehausflair dürfte sicherlich nicht schaden.

Händler und Künstler standen diesmal in einer gemeinsamen Halle. Zusätzliche Orientierungshilfe sollten die zuvor vorgegebenen Standnummern bieten. Leider gut gemeint, aber vor Ort sinnfrei. Händlername und Standnummer standen zwar auf dem Klebestreifen innerhalb des jeweiligen Blockes, waren jedoch mit Nutzung der Tischdecke nicht mehr zu sehen. Idee für nächstes Jahr: ein Zettel mit Nummer, der vorne an der Tischdecke angebracht wird.

Die Gänge zwischen den einzelnen Händlerblöcken waren angenehm breit und boten selbst bei größerem Besucheraufkommen ausreichend Platz. Leider zeigte sich bei den Zeichnern das komplette Gegenteil. Die Gänge dort waren schmal und luden nicht wirklich zum Verweilen bei. Hatten die Händler trotz der Blockanordnung noch Platz hinter ihrem Stand, saßen viele Zeichner Rücken an Rücken. Bewegen nicht wirklich möglich bzw. nur mit sehr viel Rücksichtnahme. Die Zeichner selbst waren aber trotzdem allesamt superlieb und definitiv eine Bereicherung.

Keine Bereicherung waren die durchgehend hohen Preise fürs leibliche Wohl. Ich persönlich habe dementsprechend weitestgehend darauf verzichtet, da mir beispielsweise ein Bubble Tee für 6 € viel zu teuer ist. Leider hatten die Anbieter dabei recht wenig Mitspracherecht, da sie sich nach den Vorgaben der Messe richten mussten. Allerdings, Preisfrage hin oder her, zumindest geschmacklich blieben keine Wünsche offen.

Eindrücke als Händler / Workshopleiter

Ich selbst war an allen 3 Tagen mit meinen eigenen Produkten sowie den Büchern von Josefine Gottwald vor Ort. Mein Block bot eine bunte Mischung aus Selfmadekünstlern und großen Ausstellern. Allesamt superlieb und zauberhaft. Gegenseitige Hilfe? Kein Problem. Insgesamt würde ich dennoch eine Entzerrung begrüßen. Sprich, Händler und Selfmadekünstler in einer Halle, aber in jeweils eigenen Bereichen. Es ist, zumindest empfand ich es bei meinem eigenen Rundgang so, schwierig umzuschalten. Zusätzlich entstand bei mir der Eindruck, dass die kleinen Aussteller von ihren großen Kollegen verschluckt werden. Trotzdem Kompliment an die Orga des Händlerbereiches für eine ausgewogene Mischung.

Apropos Kompliment, das gibt es von mir ebenfalls für die Absperrung währen des Abbaus. Ja, klingt ungewöhnlich, aber ist so. Damit die Händler in Ruhe abbauen konnten, wurde der Bereich mittels Bauzäunen abgetrennt. Eine Bitte habe ich in dem Zusammenhang aber trotzdem: Keine Musik mehr wenn die Händler bereits anfangen abzubauen. Es ist mehr als anstrengend so dermaßen schiefen Tönen lauschen zu müssen, obwohl man sich konzentrieren muss. Lieber Musik vom Band oder eben gar keine.   

Neben meinen Stand durfte ich 2 Workshops leiten. Im Gegensatz zum alten Gebäude gab es diesmal nur einen großen Raum mit durch simple Pappwände abgetrennten Bereichen. Trotz dadurch befürchteter Akustikprobleme wurde es keine völlige Katastrophe. Klar, bei zeitgleichen Kursen durchaus schwierig, aber machbar. Ich zumindest erlebte gegenseitige Rücksichtnahme auf allen Seiten. Kompliment an der Stelle an die Workshopbetreuer, die für Rückfragen offen waren und Getränke anboten.

Freitag nähte ich gemeinsam mit meinen Schülern Konsolen in einer kleinen Runde. Und genau dafür bin ich sehr dankbar. Volle Konzentration auf jeden einzelnen Schüler, entspannte Atmosphäre, gemeinsame Ideen – all das war nur mit und durch meine Schüler möglich. Vielen Dank an euch Leute.

Sonntag sollten es Flaschengeister sein und die Runde diesmal deutlich größer, aber nicht weniger entspannt. Ich hatte sogar die Ehre teils komplette Familien unterrichten zu dürfen. Es rührt mich sehr, dass ihr eure Kinder dabei unterstützt. Noch mehr, dass ihr mir vertraut und jeder von euch bis zum Ende blieb.

Meinen Messerundgang konnte ich dank Helferlein erst am Messesamstag umsetzen. Leider war ich bei den Händlern und Zeichnern sehr schnell durch. Gut, bei den Händlern wundert es mich nicht, da ich dort größtenteils die Selfmadeaussteller besuchte. Bei den Zeichnern lag es schlichtweg am Platz und am Angebot. Letzteres lag jedoch an meinem persönlichen Geschmack. Ganz ohne Einkäufe konnte ich die Zeichner natürlich nicht verlassen.

Die zweite, große Ausstellerhalle ereilte das gleiche Schicksal, aber gut, dort interessierte mich sowieso nur der Bring & Buy Bereich. Allerdings, was war da los? So viele Tische und trotzdem immer gefüllt nackt? Ich mein, da hätte man wesentlich mehr auslegen können und trotzdem wurde die Fläche nicht genutzt. Für einen Consamstag mehr als erschreckend.

Fazit

Streichung der Animaco und MMC als Con, MEX-Berlin als gemeinsames Projekt, Messehallen als Veranstaltungsort – es war und ist ein großes Wagnis. Die Messehallen bieten viel Platz und jede Menge Entwicklungspotenzial. Die Besucher verteilen sich aufgrund der Größe angenehm und Workshops sammeln sich in einem Raum. Ein paar Dinge wie die Beschilderung können verbessert werden. Allerdings ist aller Anfang schwer und niemand hat eine perfekte Con erwartet. Für die Erstausgabe kann man trotz aller Umstände von einem guten Event sprechen.

Ob ich, sollte es 2020 eine Neuauflage geben, wieder dabei bin? Vermutlich bis sehr sicher, diesmal allerdings mit anderem Bewusstsein und an anderer Stelle. Zum einen aufgrund des Preises und zum anderen aufgrund der Fläche selbst. Ich sehe Potenzial und würde gern wissen wie sich die Mex-Berlin bei einer zweiten Ausgabe schlägt.

Abschließend möchte ich allen Besuchern für ihre lieben Worte, die Einkäufe und die zahlreichen Fragen bedanken. Danke, dass ihr mich unterstützt. Mein Dank geht ebenso an meinen Bruder für seine Hilfe und natürlich ebenso an meine Standhelfer. Ohne euch wäre all das nicht möglich gewesen.

[Auftrag] Kuscheltier Sarunori – wenn Zeichnungen lebendig werden

Mit Sarunori nähern wir uns einem meiner letzten Kuscheltiere, da ich diesen Bereich danach wie angekündigt aufgeben werde. Natürlich könnt ihr weiterhin anfragen, aber rechnet damit, dass eine Absage kommt oder es schlichtweg dauert. Für mich wurde dieser Zweig meines Schaffens immer mehr zur Qual, da er mich nur noch stresste und ich keine Lust mehr hatte. Dies  widerrum führte unter anderem zu längeren Wartezeiten.

Genug der Vorworte, zurück zu Sarunori. Viel zu sagen gibt es allerdings nicht, da sich die Süße Gott sei Dank ohne Schwierigkeiten umsetzen ließ. Ich hatte keine Probleme während der einzelnen Phasen und musste glaube ich nichts doppelt nähen. Bei Sarunori selbst handelt es sich um einen sogenannten OC oder auch Own Charakter. Das heißt, die Zeichnerin hat sich ihre eigene Figur ausgedacht und ich hatte die Ehre sie als Kuscheltier umzusetzen.

Meine Rahmenbedingungen waren folgende:

– ein Chibi / Püppchen ca. 30 cm hoch
– Haarfarbe weiß
– möglichst bis zur Ferse / allgemein lang
– Augenfarbe Silber
– möglichst komplexe Darstellung der Augen
– keine Sonderwünsche

Wie in der Übersicht erkennbar, hatte die künftige Mama keine Sonderwünsche. In Rücksprache mit ihr durfte ich jedoch eigene Ideen einbringen. Natürlich nur so, dass sie dennoch zum Charakter selbst passen. Ich entschied mich deswegen für Ziernähte am unteren Teil des Rocks und am Oberteil. Selbst ihre Schlüpfer, sie trägt tatsächlich eine, hat entsprechende Nähte bekommen.

Mittlerweile ist Sarunori auf dem Weg zu ihrer künftigen Mama, die sich bereits sehr auf die kleine Maus freut. Für mich selbst war es eine interessante Erfahrung, die mir einmal mehr zeigt, dass Details wie die Augen zwar schwer sind, aber es sich am Ende immer lohnt.

[OnTour] Ongaku Matsuri – zurück ins Fontanehaus

Die Ongaku Matsuri – kleine Miniconvention und Animedisco in einem. Bring and Buy, Gamesbereich, ein sehr gutes Maidcafe, Händler, Künstler und Showacts – Conventionflair im Miniformat. Besucher können 2x im Jahr, jeweils im Winter und Sommer, hier ihre Seele baumeln lassen. Zusätzlich können Cosplayer während der Wintervariante am Cosplaywettbewerb teilnehmen. Während der Sommervariante können sich alle Fans der DCM für das Finale auf der Frankfurter Buchmesse qualifizieren. Leider dieses Jahr nicht möglich, aber die Daumen für nächstes Jahr sind gedrückt.

Fand die Ongaku Matsuri lange Zeit im FEZ-Berlin statt, ging es dieses Jahr im Rahmen der Sommervariante am 13.7 zurück ins Fontanehaus. Berliner und Fans der Szene kennen das Gebäude von der Animaco bzw. MMC, welche dort jeweils wechselnd im Oktober stattfanden. Dieses Jahr verbinden sich beide Veranstalter erstmals als MEX und wechseln in die Messehallen Berlin. Zurück zur Matsuri, mit Wechsel des Veranstaltungsortes begann für Fans das große Rätselraten. Welche Räume werden genutzt? Wie wird der Verlust der DCM ausgeglichen?

Die Frage der Räume wurde kurz vor Beginn des Events beantwortet und beschränkte sich auf einen Teil des Eingangsbereiches bzw. die sich anschließenden Gänge. Mag in den Ohren einiger wenig klingen, aber reicht bei der Eventgröße völlig aus. Links vom Eingang befanden sich Maid Cafe sowie Bring and Buy und eine Umkleide für Cosplayer. Rechts ging es los mit Kasse sowie Garderobe und dem Waffencheck, dicht gefolgt von Ausstellern und einem Bereich für die Sanitäter. Den Abschluss bildete ein geteilter Raum, welche die Bühne beherbergte bzw. am Abend die Disco und auf der anderen Seite einen Bereich für Spiele sowie die gewohnte Bar.

Ich selbst stand unmittelbar vor dem Bühnenraum und nein, meine Ohren wurden nicht übermäßig belastet. Sicher, man musste ein wenig lauter sprechen, aber nicht schreien.  Einzig zum Abend hin, als die Disco startete und die Aussteller abbauten, wurde es unerträglich. Wie dem auch sei, während die Lautstärke passte, traf das auf die Luft in meinem Bereich nicht zu. Stickig, warm und belastend für den Kopf. Weiter vorn hingegen, sprich in der Nähe des Einganges, das komplette Gegenteil. Sollte die Ongaku im Fontanehaus bleiben bitte für Ausgleich sorgen. Andernfalls wird es, wenn es zur Sommerongaku entsprechend der Jahreszeit auch wirklich warm ist, für die hinteren Aussteller förmlich unerträglich.

Finanziell stellte sich die Ongaku Matsuri für mich diesmal als absoluter Reinfall heraus. Klar, zwischen Winter und Sommer gibt es erfahrungsgemäß immer Unterschiede, aber das? Es wäre nicht mal für eine Winterausgabe akzeptabel. Doch, ich möchte und werde euch damit nicht unnötig nerven. Vorbei ist vorbei, beim nächsten Mal kann es nur besser werden. Apropo, im FEZ musste man für alle Aktionen erst mal an den Ausstellern vorbei.  Vielleicht lässt sich das im Fontanehaus ebenfalls umsetzen? Beziehungsweise sind die Aussteller sicher bereit dazu mittels Aktionen Teil des Programmes zu werden, um den Besuchern weitere Gründe für einen Besuch zu liefern.

Ungeachtet dessen habe ich viele bekannte Gesichter gesehen, konnte mit einigen Leuten quatschen und wurde umarmt. Ich hatte super liebe Standnachbarn und tolle Gespräche mit denen, die sich bei mir umsahen. Menschlich gesehen hätte die Ongaku Matsuri nicht besser laufen können.

Ich hatte am Anfang die Frage aufgeworfen, wie der Wegfall der DCM ausgeglichen wird. Nun, durch noch mehr Showacts, Platz für neue Wettbewerbe und jede Menge Spaß. Unter anderem rockten junge Nachwuchssänger wie Asuna und Yukinami  die Bühne, ebenso Showgruppen wie TNT² oder aber Tänzer wie Double L. Super, dass die Ongaku allen eine Chance gibt, egal ob Anfänger, frischgegründet oder klein. Von allein sammelt sich die Bühnenerfahrung schließlich nicht.

Ich bin gespannt wie es mit der Ongaku weitergeht und ob das Fontanehaus ein dauerhaftes Heim wird. Die Anzahl der gemieteten Räume reicht für meinen Geschmack völlig. Einzig Dinge wie die Luftzirkulation könnten besser sein. Möglich wäre sicherlich auch eine Einbindung der Aussteller ins Programm bzw. ein weiterer Cosplaywettbewerb sollte die DCM nächstes Jahr wieder wegfallen. Ich für meinen Teil hätte nichts gegen ein weiteres Jahr als Aussteller.

[OnTour] BUCHBERLIBkids 2019 – leuchtende Kinderaugen

Die BUCHBERLINkids, 2017 noch als Eintagesveranstaltung mit ungewisser Zukunft angelegt, kehrte sie dieses Jahr als 3-tägige Veranstaltung zurück. Damit ist sie, im Gegensatz zu ihrer großen Schwester, bekannt als BuchBerlin, noch sehr jung. Nichtsdestotrotz galt das Motto: Lesen, erleben und stöbern mit Kinderaugen. Während der Messefreitag den Schülern unter ihnen vorbehalten war, konnten sich am Wochenende Familien austoben. Geboten wurde ein buntes Programm aus zahlreichen Lesungen auf unterschiedlichen Bühnen, durchgehende Kreativworkshops oder standinterne Aktionen einzelner Aussteller.

Mit dem FEZ-Berlin konnte sich die Buchmesse in einem interessanten Gebäude präsentieren. Bekannt durch diverse Events und die sich in der Nähe befindlichen Waldlichtbühne, bietet das FEZ ganzjährig und besonders in Ferienzeiten zahlreiche Abenteuer. Die Messe selbst nutze eine große Halle sowie einzeln Abschnitte des Außenbereiches. Die Halle war mit einzelnen Teppichstücken ausgelegt und die Aussteller übersichtlich verteilt. Zusätzlich wurden durch Trennwände und diverse Luftballons weitere Inseln geschaffen. Besucher konnten sich in eine eigens für sie geschaffene Ecke zurückziehen, um zu entspannen oder aber direkt auf dem Teppichboden im neuen Buch versinken.

© Fotomanufaktur Schnittfincke
© BUCHBERLINkids
© Fotomanufaktur Schnittfincke
© BUCHBERLINkids
© Fotomanufaktur Schnittfincke
© BUCHBERLINkids
© Fotomanufaktur Schnittfincke
© BUCHBERLINkids
© Fotomanufaktur Schnittfincke
© BUCHBERLINkids

Ich selbst war als Aussteller und Workshopleiter unterwegs, mehr dazu später. In dem Zusammenhang möchte ich 2 Sachen ansprechen, die mir bzw. meinem Helferlein negativ auffielen.

1. Luftverhältnisse

Bedingt durch die hohen Temperaturen und die damit verbundene Wärme, staute sich die Luft in der Halle quasi sofort. Bereits am Donnerstag beim Aufbau nicht ohne, schaukelte es sich in den nächsten Tagen weiter hoch. Einzig Sonntag zeigte sich ganz angenehm. Freitag ging ich jedoch mit bohrenden Kopfschmerzen raus und Samstag kam ich mir am Tagesende wie ein laufender Klebestift vor. Sollte die nächste BUCHBERLINkids wieder im FEZ stattfinden, muss dringend die  Belüftung verbessert werden. Bei solchen Verhältnissen ist es sonst kein Wunder, dass sich Besucher nicht lange in der Messehalle aufhalten.

2. Eintrittskontrolle

Ich habe, bedingt durch meinen Stand, ehrlich gesagt keine Ahnung wo die Kasse stand. Dennoch fand bzw. finde ich es erschreckend, dass jeder schon vor offiziellem Messebeginn in die Halle konnte. Klar, Menschen mit blauem Band und der Karte, gehörten von Haus zum Event, aber … Es hätte die Karte von irgendwem sein können. Wer sein Band noch nicht sichtbar trug, wurde ebenso wenig befragt wer er denn sei. Versteht mich nicht falsch, ich denke nicht an einen Hochsicherheitstrakt, aber ein bisschen mehr Sensibilität wäre schön.

Schließlich kennen wir durchaus diverse Horrorgeschichten und die möchte ich bei so einer Messe nicht erleben. Apropos, turbulenter hätten meine eigenen Vorbereitungen und die Erlebnisse während der Messe nicht sein können. Es begann mit dem Kraftakt Helfersuche. Zur Erklärung: Wenn ich die Zusage für ein Event bekomme, suche ich mir Helfer, um selbst Pausen machen zu können oder aber mögliche Workshops abzudecken. Tja, anscheinend im Rahmen einer Kinderbuchmesse ein scheinbar unmögliches Unterfangen. Dank der großartigen Autorin Justine Pust fand ich in Meike jemanden für Samstag und durch eigene Bemühungen in LunaticCosplay jemanden für Sonntag.

Soweit so gut, nächstes Problem: Aufbau. Wobei, weniger der Aufbau selbst, als vielmehr der Transport des Standmaterials. 2 Koffer sowie 1 große Reisetasche samt Rucksack und Banner – nicht mit einmal machbar. Was nun? Ganz einfach, beide Koffer am Aufbautag mitnehmen und die große Reisetasche erst am Messefreitag. Dennoch konnte ich meinen Bereich soweit vorbereiten, dass nur noch der Workshopbereich aufgebaut werden musste und Bücher sowie Banner platziert. Daraus resultierte jedoch ein weiteres Problem: Wie bekomme ich das alles am Sonntag wieder heim? Ebenso einfach, mit lieben Helferlein. Danke Lunatic fürs Schleppen.

Übrigens, Orientierungssinn ist ein Ding für sich. Der spielte mir nämlich am Messesamstag einen Streich. Zunächst fuhr die erste Bahn meiner eigentlichen Verbindung früher als sie laut Plan hätte sollen. Hieß für mich eine andere Verbindung nutzen und damit begann das Chaos. Ich musste irgendwann umsteigen. Tja, die sich anschließende Station nicht gefunden, also ab in den Ersatzverkehr. Selbstredend genau die falsche Richtung. Also wieder zurück und dabei die zuvor gesuchte Station entdeckt. Gott sei Dank kümmerte sich Meike derweil um meinen Stand. Junge junge, einmal unterwegs und direkt eine halbe Weltreise erlebt.

Doch, genug von mir, ich möchte euch noch einige Aussteller vorstellen, die mir persönlich nach meinem Rundgang im Gedächtnis blieben.

1. Glückschuh Verlag

Ich hatte die Gelegenheit kurz mit der Autorin Dorothea Flechsig selbst zu sprechen. Dabei fielen mir besonders ihre Bücher über Sandor Fledermaus ins Auge. Liebevolle Cover, tolle Zeichnungen und ansprechende Klapptexte. Mein persönlicher Favorit: Sandor – Fledermaus mit Köpfchen. Übrigens, der liebe Sandor war sogar in persona am Stand anwesend und begrüßte die Besucher mit einem frechen Grinsen.

Der Glückschuh Verlag selbst ist ein unabhängiger Verlag mit Büchern und Hörbüchern für junge Naturforscher. Ihre Geschichten setzen sich mit den Themen Gesellschaft, Tiere und Umwelt auseinander. Durch Figuren wie Fledermaus Sandor, Petronella Glückschuh oder Aurelia vermitteln in spannenden Geschichten Fakten und Wissenswertes zu allen 3 Gebieten. Dabei sind ihnen die Qualität der Bücher und eine Sensibilisierung für unsere Umwelt besonders wichtig.

In Absprache mit dem Verlag darf ich euch das Cover des neuen Hörbuches sowie einige Illustrationen von Katrin Inzinger und Christian Puille zeigen.

2. Der Drache liest

Ebenfalls beeindruckend fand ich die Autorin Nicole Mass, welche im Rahmen der Messe ihr Buch „Drachenhaus – Der Drache liest“ präsentierte. Das Besondere: Es ist nicht nur als Buch erhältlich, sondern ebenso als Hörbuch. Eine Hörprobe sowie eine Leseprobe zur Printvariante findet ihr über die Homepage der Autorin.

In „Drachenhaus – Der Drache liest“ dreht sich alles um Mut, Freundschaft und Vertrauen in die eigene Stärke. Dabei kann die mehrfache Mutter auf eigene Erfahrungen zurückgreifen. Liebevolle Illustrationen unterstützen die lebensnahen Texte und verändern die Sicht auf die Welt bzw. einzelne Erlebnisse. Die Kinder werden in ihrem Wesen bestärkt, können ihre Ängste verarbeiten und hinterher mit neuer Kraft alle Schwierigkeiten meistern. Ziel ist es ihnen den Übergang vom Kindergarten in die Grundschule erleichtern.

Neben dem Buch beeindruckten mich besonders ihre tollen Lesezeichen. Leider schlug ich diesmal nicht zu, aber was nicht ist, kann ja noch werden. Ich für meinen Teil habe Lesezeichen in der Form noch nicht gesehen. Danke an der Stelle für die Bereitstellung des Bildmaterials.

3. Shanti M.C. Lunau

Ebenso beeindruckte mich die liebe Shanti mit ihrem eigenen Projekt „Armania – Auf der Suche nach dem Bernsteinblut“ (reale Welt mit Fantasy vermischt) und der Anthologie „Störgeräusche“. Beides vom Cover und Text her ansprechend, wobei mich besonders „Störgeräusche“ interessierte. Laut Autorin handelt es sich dabei um sämtliche Spektren möglicher Lebensveränderer, also tatsächlich Geräusche im Kopf oder Depressionen bzw. diverse Erlebnisse. Eben alles was einen Menschen aus seinen gewohnten Rhythmus werfen kann. Kurz gesagt: genau meine Kragenweite.

Achtung, Störgeräusche ist so gut wie ausverkauft und wird nicht nachgedruckt. Am besten bei Interesse direkt die Autorin anschreiben. Armania selbst ist als E-Book über Amazon zu bekommen bzw. gedruckt über die Autorin oder osiander.de. In dem Falle sogar mit Hardcover. Mal was ganz anderes als meine sonstigen Taschenbücher.

In Absprache mit ihr darf ich euch die Cover der beiden Bücher sowie Zeichnungen ihrer Hauptcharaktere aus Armania präsentieren.

Insgesamt gesehen bietet die Messe viel Luft nach oben, da es einiges auszubessern gibt. Das Team hinter der Messe ist jedoch sehr engagiert und redlich darum bemüht, dass es für alle ein Erlebnis wird. Fraglich ist nun wie es weiter gehen wird. Bleibt die Aufteilung zwischen Schulklassen und regulären Besuchern? Oder wird es in Zukunft nur noch Schulklassen geben? Oder zwar beides, aber die Zeiten für reguläre Besucher weniger große bemessen?

Fakt ist, bedingt durch das Wetter und diverse gleichzeitig stattfinden Veranstaltungen in ganz Berlin, wurde speziell das Messewochenende selbst kaum von den Besuchern genutzt. Schade angesichts hochmotivierter Aussteller und einem Team welches sich so bemüht. Ich wünsche der Messe, dass sich daran etwas ändert. Ich für meinen Teil bin durchaus bereit nächstes Jahr wieder dabei zu sein. Dann jedoch nur mit durchgehenden Helfern, ausreichend angenehmer Luft in der Halle und etwas mehr Werbung vorher. Potenzial ist da, nun liegt es an uns das zu nutzen.

[Interview] Martin Mächler – Illustrator der Eiselfenreihe

Spitze Ohren, kalter Schnee, alte Feindschaften – Josefine Gottwald schafft mit ihrer Reihe „Eiselfen“ in mittlerweile 5 Bänden eine magische Welt und wird dabei von verschiedenen Künstlern unterstützt. Einer von Ihnen ist Martin Mächler – verantwortlich für die wundervollen Illustrationen in jedem Band. Ich hatte die Ehre mit ihm ein Interview führen zu dürfen. Im Interview erfahrt ihr unter anderem einiges über seine Arbeitsweise, wie sich Autorin und Zeichner kennenlernten und wie die weitere Zusammenarbeit aussieht.

Illustration Fantasyroman Eiselfen als Beitrag für ein Interview

Interview: Hallo Martin, schön das du da bist. Magst du zu Beginn ein wenig über dich erzählen?

Hallo, Lisa. Vielen Dank. Kurz zu mir: Ich bin an der Ostseeküste groß geworden, lebe und arbeite in Rostock und bin neben meinem Job viel kreativ unterwegs.

Interview: Auf deiner Webseite zeigst du hauptsächlich großflächige Arbeiten. Siehst du darin deine wahre Berufung?

Ja und nein. Oder um es anders zu sagen: Ob es die wahre »Berufung« ist, weiß ich nicht. Jedenfalls mache ich es neben dem Schreiben und dem Illustrieren sehr gerne. Mal schauen, was daraus wird. Mein tägliches Brot verdiene ich mit Büroarbeit im öffentlichen Dienst. Aber ich kann mir sehr gut vorstellen, irgendwann als Autor/Maler/Illustrator hauptberuflich zu arbeiten. Das ist mein Ziel. Ob ich es verwirklichen kann, steht auf einem anderen Blatt, da wir Kreativen ja wissen, wie schwer es ist, davon zu leben.

Interview: Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Josefine Gottwald?

Wir trafen uns das erste Mal in Graal-Müritz an der Ostsee auf einer ihrer Lesungen. Das muss 2004 oder 2005 gewesen sein. Wir fanden heraus, dass wir literarisch dicht beieinander waren, auf Fantasy standen. Wir waren regelmäßig in Kontakt und vor einigen Jahren sprach mich Josie wegen der Illustrationen an. Da habe ich »ja« gesagt.

Interview: Entscheidest du selbst welche Szenen illustriert werden?

Das passiert in enger Zusammenarbeit. Josie hat immer einen bestimmten Textabschnitt, in dem sie sich eine Illustration vorstellen kann. Aber ja, die ersten Vorschläge kommen in der Regel von mir.

Interview: Wie viel Zeit brauchst du für einzelne Illustrationen?

Einige Stunden. Das hängt auch vom Motiv ab und ob mehrere Überarbeitungen des ersten Entwurfes nötig sind. Oft geht es relativ zügig, manchmal brauchen wir etwas länger.

Interview: Was fällt dir beim Erstellen einer Illustration besonders schwer?

Das ist unterschiedlich. Beispielsweise sind Menschen und Gesichter immer eine gewisse Herausforderung, da ich kein geübter Comic- oderPortraitzeichner bin. Im aktuellen Band wollte ich das erste Mal von mir aus Menschen darstellen.

Illustration Fantasyroman Eiselfen als Beitrag für ein Interview

Interview: Was verbindest du persönlich mit ihrer Romanreihe?

Ein gutes Gefühl beim Lesen und die Freude an der Zusammenarbeit.

Interview: Ist es für dich die erste Zusammenarbeit mit einer Autorin?

Ja, ist es. Ich kann mir natürlich auch vorstellen, mit anderen Autoren zu arbeiten und meine Erfahrungen als Illustrator noch zu erweitern. Aber die Arbeit mit Josie wird immer etwas besonders bleiben.

Interview: Wirst du auch die restlichen Bände der Eiselfenreihe illustrieren?

Ja– wir haben dahingehend auch eine entsprechende Vereinbarung. Ich denke, dass bei solchen Dingen Kontinuität sehr wichtig ist.

Interview: Was findest du entspannender? Großflächige Leinwände oder „kleine“ Zeichnungen für Romane?

Antwort: Schwierig. Malen und Zeichnen ist für mich beides: entspannend und anstrengend. Wahrscheinlich zeigt das die Passion, die dahinter steht. Es hängt sicherlich auch von der Tagesform ab, ob man sich quält oder es genießt.

Interview: Welche Pläne hast du für die Zukunft?

Möglichst viel Kreatives zu schaffen. Egal, ob schreiben, malen oder illustrieren. Der Weg ist das Ziel. Aber wie gesagt, schön wäre es, wenn dieser wichtige und erfüllende Teil noch mehr Platz in meinem Leben einnehmen könnte und irgendwann auch meine Ausgaben tragen kann.

Interview: Hast du noch ein paar Tipps für angehende Illustratoren?

Finde deinen Stil, mache auch nach Rückschlägen weiter und glaube an dich. Einige Erfolge kommen erst nach einigen Jahren harter Arbeit und Engagement. Dranbleiben – das Glück begünstigt den Mutigen!

Danke für deine Zeit und den Einblick in die Arbeit eines Illustrators. Damit hast du sicherlich einigen geholfen.

Gerne. Danke nochmal für das Gespräch.

Illustration Fantasyroman Eiselfen
Illustration Fantasyroman Eiselfen
Illustration Fantasyroman Eiselfen

[Diskussion] Kimono als Nichtjapaner und Cosplayer – No Go zum Hanamifest?

Diskussionen über Themen wie unterschiedliche Rassen, deren Kleidung und ihre Bedeutung überlasse ich im Normalfall anderen. Nicht, weil es bequemer ist, nein, mir fehlt schlichtweg das dafür notwendige Wissen. Zudem sorgen diese Themen immer wieder für hitzige Diskussionen, teilweise mit unschönem Ausgang.


Foto: Pixabay

Was brachte mich dazu meine Meinung zu ändern?


Kurzum: das jährliche Hanamifest, auch bekannt als Kirschblütenfest. Ursprünglich aus Japan stammend, ehrt dieses Fest die Schönheit der viel zu kurzlebigen Kirschblüte. Familien, Freunde und Arbeitskollegen treffen sich zu einem Picknick. Sie entspannen sich und ziehen sich für einen Moment aus dem Alltag zurück. Doch nicht nur die zarte Kirschblüte wird gefeiert, ebenso der Übergang von Winter zu Frühling.

Genau dieser Zauber ist seit einigen Jahren in Deutschland heimisch, wird hier jedoch etwas anders ausgelebt. Selbstredend, der Grundgedanke bleibt, jedoch bedeutet Hanami in Deutschland nicht nur Blütengenuss. Japanische Speisen, Showacts (Kampfsport, Chor, traditionelle Tänze), diverse Stationen mit typisch japanischen Spielen, Workshops – die Besucher werden im kleinen Rahmen unterhalten. Wichtig dabei: die Verbindung zur Kultur Japans durch die einzelnen Elemente.

Viele Festbesucher nutzen die Gelegenheit, um sich in Kimonos oder generell traditioneller japanischer / chinesischer Kleidung zu zeigen. Nicht, weil im Kleiderschrank gähnende Leere herrscht, sondern um ihren Respekt auszudrücken und das Fest selbst zu würdigen. Dabei achten sie auf Farben, wie etwas gebunden werden muss und was man besser sein lassen sollte. Nicht selten wird Traditionskleidung vom Veranstalter ausdrücklich gewünscht und ist mit ermäßigtem Eintritt verbunden.

Allerdings löste genau dieser Wunsch (Kimono tragen, wenn einer vorhanden wäre) eine Diskussionsschlacht aus, die mit der Löschung des Kommentars endete. Schade, dass nicht jeder in der Lage ist auf Bitten des Veranstalters Rücksicht zu nehmen und es an mir als Poster liegt ein gutes Beispiel abzugeben.


Foto: Grün Berlin

Die Schlacht begann mit „Das ist gut so! Du bist weiß. Lass die Finger davon. Ihr müsst euch nicht alles aneignen.“


Ok, abgesehen von der Tatsache das auch Asiaten weiß sind bzw. es im asiatischen Raum wie überall diverse Hautfarben gibt, woher kommt der Gedanke? Nur weil jemand sich einem Fest entsprechend kleidet, eignet er sich etwas an? Per Definition würde es bedeuten, dass ich damit etwas stehle bzw. davon Besitz ergreife und für mich beanspruche.

Ich persönlich erkenne nichts davon in dem Wunsch einen Kimono tragen zu wollen. Ich sehe es als Zeichen des Respektes gegenüber traditioneller Kleidung an. Es ist meine Art zu zeigen, dass mich nicht nur ein Aspekt meines Lieblingslandes interessiert. Jedes Land, egal welches, besteht schließlich aus so viel mehr. Übrigens, in Japan ist es, man höre und staune, völlig normal Kimonos an Nichtjapaner zu verleihen. Dabei wird einem sogar beim Anziehen geholfen. Niemand fragt zudem Zeitpunkt nach der Hautfarbe oder anderen Dingen. Einzig der Respekt gegenüber der Tradition versteht sich an der Stelle von selbst. Laut eigener Recherche ist ein solcher Verleih auch in Deutschland möglich.

Die kommenden Worte der Gegenpartei erspare ich euch an der Stelle, da diese immer weiter unter die Gürtellinie gingen und vor Unverständnis triften. Nicht zu vergessen diverse Fachbegriffe und Fremdworte, die ich zu dem Zeitpunkt noch nie gehört hatte. Versteht mich nicht falsch, ich streite deren Existenz und Korrektheit nicht ab, doch täuschten sie nicht darüber hinweg, dass das eigentliche Thema für sie unwichtig war und eigentlich nur eines zählte: Du hast Hautfarbe X, du gehörst zur Gruppe X – Vorhaben Y ist rassistisch und nicht tolerierbar.


Foto: Pixabay

Doch wieso wird gleich alles als Angriff verstanden?


Ich verstehe durchaus überschäumende Reaktionen, wenn jemand bewusst verarscht wird. Oder wenn man in Gegenden mit Kleidung X rumgelaufen wird obwohl ausdrücklich davor gewarnt wird. Ebenso habe ich Verständnis, wenn jemand beispielsweise bewusst ignoriert welche Farben nicht gehen. Ich habe jedoch kein Verständnis, dass pauschal der Stinkefinger gezeigt wird ohne die Hintergründe zu erfragen. Im Normalfall steht hinter jedem Verhalten ein Grund. Ob der für einen selbst plausibel ist, steht auf einem anderen Blatt.

Bezogen auf Kimonos / Traditionskleidung zum Hanamifest in Deutschland, bedeutet es im vorliegenden Fall nicht, dass ich mir irgendwas aneignen möchte. Es bedeutet lediglich, dass ich mich unterordne und ins Thema des Festes einfüge. Ich zeige dem Veranstalter, dass ich seine Arbeit honoriere. Dabei ist mir bewusst, dass gerade im Bereich Kimonos vieles schief gehen kann. Es gibt Unterschiede zwischen Männern und Frauen, Farben haben ihre Bedeutung, Obis müssen auf eine bestimmte Weise gebunden werden und … und …Es versteht sich von selbst, dass besonders bedeutungsschwere Aspekte nicht angerührt werden. Dies gilt für jegliche Kleidungsstile.


Foto: Sai1 (Cosbase)
Cosplay: Olaf Gijinka (Jemo Kohiri / FB)

Ebenso kam im Zusammenhang mit dem Hanamifest die Frage auf inwiefern Cosplayer (Cosplay = Kostümspiel) Teil des Festes sein sollten.


Noch mal zum Verständnis: Das Hanamifest ehrt Dinge wie die Kultur Japans, japanische Speisen, Japans Mentalität und die Lebensweise. Es steht nicht für Massen an Cosplayern in unpassenden Kostümen oder gefühlt hundertemale Charakter X.


Ich stimme dem an sich zu, aber zeugt es von Respekt Japan auf eine Sache zu reduzieren?


In meinen Augen nicht, da Cosplay nur einen kleinen Teil für sich beansprucht. Japan besteht nicht nur aus Cosplay, hier in Deutschland noch weniger. Sicher, Cosplayer sind nicht mehr wegzudenken, aber bilden bei Hanamifesten eine Minderheit. Die Menge der regulären Besucher überwiegt. Meiner Erfahrung nach achten Cosplayer zu speziellen Anlässen besonders stark darauf WELCHE Cosplays sie tragen. Sie machen sich Gedanken darüber was sich verbinden lässt. Bezüglich gefühlt hundertemale Charakter X – Pech gehabt. Es wird immer wieder Serien / Charaktere geben, die verstärkt auftreten, weil der Hype um sie gerade übergroß ist.

Ich verstehe das Argument, dass nicht jeder Cosplayer mag und ein Problem damit hat, sie in Massen zu erblicken. Ich verstehe jedoch nicht, dass man ihnen deswegen das Recht aberkennen will solche Feste zu besuchen oder ihnen unterstellt andere würden keine Aufmerksamkeit bekommen. Oder das dadurch gar der eigentliche Sinn des Festes in den Hintergrund rückt. Klar, alles was anders ist, wird genauer betrachtet, allerdings funktioniert das mit sehr vielen Dingen. Es ist und bleibt ein legitimes Recht des Veranstalters mit einzelnen Besuchergruppen gesondert zu werben oder ihnen gesonderte Konditionen anzubieten. Es beweist, dass Cosplay (wahlweise andere Stile, Gruppen, etc.) ankommt und die Veranstalter genau das respektieren.

Apropo Respekt, damit wären wir beim Grundthema angelegt: Respekt gegenüber anderen Kulturen, Kleidungsstilen, etc. Es versteht sich von selbst, dass nicht alles überall ratsam ist, aber es spricht nichts dagegen sich auf ruhige Art und Weise dem Thema zu nähern. Es steht jedem zu sich zu informieren und unabhängig von der eigenen Hautfarbe in passender Kleidung ein Fest zu besuchen.

Abschließend möchte ich euch folgendes ans Herz: Es ist ok anderer Meinung zu sein, aber bitte hört auf in allem ein Rassenproblem zu sehen. Bleibt bei euren Diskussionen auf dem Teppich und lenkt nicht vom eigentlichen Thema ab.