Kategorie-Archiv:Rezensionen

Rezensionen zu Romanen, Mangas und Artbooks. Die Bücher stammen aus Verlagen und freien Werken.

[Rezension] Rentiersuche – Nora Lilith Großmann

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Das Buch Rentiersuche steht auf einem Schlitten umgeben von Watte, Schneemännern und Tannenzapfen

Rentiersuche oder die Verbannung des Weihnachtsmanns

Autorin: Nora Lilith Großmann
Webseiten: Instagram
Empfohlenes Alter: ab 6 Jahre
Seitenanzahl: 46
Format: Taschenbuch
Preis 5,99 €

Was macht Santa in einer digitalen Welt voller Fortschritt? Richtig, er baut sich einen Motorschlitten für schnellere Lieferungen. Dumm nur, dass er damit die Rentiere beleidigt und plötzlich ohne dasteht. Noch schlimmer, der kleine Phillip wünscht sich ein echtes Rentier. Was für eine Herausforderung! Außerdem schleicht er sich ins Weihnachtsdorf und stiftet Unruhe.

Erfrischend, locker und zeitnah mit einer Brise Magie – das und mehr bleibt nach „Rentiersuche“ zurück. Hauptfiguren: der Weihnachtsmann, Philipp, Rentiere und eine Welt, die nicht mehr mit der von früher vergleichbar ist. Die Wünsche der Kinder haben sich verändert und zwingen den Weihnachtsmann zu drastischen Maßnahmen. Dabei haben diese ungeahnte Folgen und sorgen für neues Chaos.

Die Autorin versetzt den Weihnachtsmann in eine Welt ähnlich der unseren technisch hochversiert mit anderen Regeln. Dabei schafft sie es durch ihren lockeren Erzählstil für Kurzweil zu sorgen. Die humorvolle Schreibweise und die Ich-Perspektive lassen mich dem Weihnachtsmann ganz nahe kommen. Er berichtet ohne zu entgleiten wie ihm der Schnabel gewachsen ist.

Ebenfalls erfreulich: die Menschlichkeit des Mannes im roten Mantel. Trotz der witzigen Geschichte lassen sich Zweifel und Unzufriedenheit nicht verbergen. Es kommen Details ans Licht mit denen ich persönlich nicht gerechnet habe, die beispielsweise den Untertitel des Buches erklären. Erzähltempo und Ereignisse passen für mich ebenfalls dazu. Zeitliche Abschnitte werden zusammengefasst und trotzdem verständlich formuliert.

Das Buch ist mit 46 Seiten eher kurz, aber dafür umso angenehmer zu lesen. Einmal angefangen merkt man gar nicht wie schnell die Zeit verfliegt. Zusätzlich wird die Geschichte durch kleine Illustrationen und ein zauberhaftes Cover unterstützt. Beides spiegelt für mich den Zauber jener besonderen Zeit wieder.

Ob sich Philipps Wunsch erfüllt? Nun, das musst du selbst herausfinden. Ich für meinen Teil mag das Ende so wie es ist. Eines hat mich die gesamte Geschichte geleert: Weihnachten ist mehr als Geschenke, bunte Lichter und hektische Tage. Es ist eine Zeit, in der Wunder wahr werden. Eine Zeit, in der wir uns verstärkt auf uns und das was wirklich wichtig ist besinnen sollten.

Fazit:

„Rentiersuche – oder die Verbannung des Weihnachtsmannes“ ist ein kurzweiliges Kinderbuch mit jeder Menge Weihnachtszauber, wundervollen Figuren und lockerer Schreibweise. Der Weihnachtsmann selbst wirkt wie ein Freund, zeigt sich ungewohnt ehrlich und bleibt dennoch nach wie vor eine Sagengestalt.

Mit viel Witz und Charme schleicht sich diese Geschichte in dein Herz und sorgt für lächelnde Gesichter. Außerdem eignet sich „Rentiersuche“ für gemeinsame Leserunden oder als Vorlesegeschichte am Abend ehe es ins Bett geht.

[Rezension] Der Mäuseschwur Dorothea Flechsig

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Das Buch Der Mäuseschwur steht auf einem Schlitten, umringt von Schneemännern, Tannenzapfen und Watte.

Der Mäuseschwur

Autorin: Dorothea Flechsig
Webseiten: Instagram / HP / FB
Empfohlenes Alter: ab 5 Jahre
Seitenanzahl: 108
Format: Hardcover mit Lesebändchen
Preis 12,95 €

Der junge Mäuserich Matteo klopft gern große Sprüche. Er will beliebt sein, weiß aber nicht, wie das geht. Er prahlt, er sei die stärkste, mutigste und klügste Maus der Welt. Als die Maus Miranda in sein Leben tritt, möchte er ihr imponieren und macht ein unmögliches Versprechen. Ob er seinen Mäuseschwur halten kann?

(Inhaltsgabe entspricht dem Buchrücken. Rechte für den Text liegen beim Verlag.)

Große Klappe und nichts dahinter – Matteo in Kurzform. Der Mäuserich ist als Plapperer und Schwätzer bekannt. Niemand nimmt ihn ernst oder glaubt seine Geschichten. Generell wirkt Matteo sehr unbekümmert und leichtfüßig. Doch das täuscht und man merkt im Laufe des Buches wie sehr sich seine äußere und innere Welt unterscheiden.

Matteos Wandlung setzt ein, als Miranda auftaucht und die Mäusegruppe Zuwachs bekommt. Keine Sorge, es ist nicht gleich alles Friede, Freude, Eierkuchen. Die Autorin lässt den kleinen Mäuserich in sein gewohntes Muster fallen. Ein gewaltiges Versprechen verlässt seine Lippen. Natürlich glaubt ihm keiner. Zu meiner großen Freude meint Matteo es diesmal ernst und unternimmt so einiges, damit auf Worten Taten folgen.

Ich begrüße es sehr, dass Matteo sich ändert, denn auf Dauer ist sein Verhalten nicht gesund und kommt mir zudem an einigen Stellen bekannt vor. Ich musste bereits selbst erkennen, dass das nichts bringt. Die Autorin beschreibt die Veränderung des Mäuserichs auf einfühlsame Art und Weise. Sie baut seinen Charakter aus, bringt neue Eigenschaften ein und lässt Matteo dennoch Matteo sein.

Ebenso zauberhaft finde ich Miranda und all die anderen Nebencharaktere wie den Mäuseältesten Mio. Es ist erstaunlich wer alles in einem Komposthaufen wohnt, wie Mäusehöhlen aufgebaut sind und wie das Leben aus der Sicht einer Maus aussieht. Selbst die späteren Abschnitte im Haus folgen diesem Beispiel und lassen dennoch die gewohnt ansprechende Schreibweise der Autorin erkennen.

Passend zur Geschichte selbst werde ich als Leser mit wunderschönen Illustrationen verwöhnt. Egal ob ganzseitige Illustrationen, kleine Einzelbilder oder doppelseitige Versionen – jede Illustration ist on Point. Jede Zeichnung unterstützt perfekt den ausgewählten Textpart. Noch besser ist nur das Cover, welches mich sofort in seinen Bann zog. Es ist einfach nur zuckersüß. Außerdem glänzen Buchtitel und Nüsse, wenn man das Buch hin und her bewegt. Gleiches gilt für die Rückseite.

„Der Mäuseschwur“ hat jedoch noch mehr Highlights. Am Ende der Geschichte wartet ein Quiz auf dich. Du hast immer 3 Antworten zur Auswahl. Mit jeder Antwort bekommst du einen weiteren Teil des Lösungswortes. Ich habe mich natürlich direkt daran versucht und das Rätsel geknackt.

Außerdem eignet sich das Buch aufgrund seiner großen Schrift besonders gut für fortgeschrittene Leseanfänger. Durch die Größe ist auf keiner Seite zuviel Text. Ich hab beim Lesen noch weniger gemerkt wie die Zeit verfliegt. Ich habe bisher noch kein Buch in meinen Händen gehalten bei dem die Autorin auf diese Weise auf ihre Zielgruppe eingeht.

Fazit:

„Der Mäuseschwur“ ist ein zuckersüßes Kinderbuch für fortgeschrittene Leseanfänger mit beeindruckenden Bildern. Egal, ob Coverbild, Rückseite oder diverse Illustrationen – hier stimmt einfach alles.

Zusätzliche Highlights bietet das Buch durch die große Schrift und die damit verbundene Verteilung des Textes sowie das Quiz am Ende. Der Leser kann sich so erneut in die Geschichte versetzen und sein Wissen prüfen.

Ebenso gelungen sind die einzelnen Charaktere, allen voran Matteo selbst. Er zeigt beispiellos was es bedeutet sich wie ein Elefant im Porzellan zu verhalten und zu erkennen was er damit anrichtet. Die Änderungen seines Wesens wirken glaubhaft.

Kurz um: Wenn du ein Weihnachtsbuch für Kinder aus der Sicht eines Tieres suchst, Illustrationen liebst und Hardcover nicht abgeneigt bist – klare Leseempfehlung meinerseits.

Eines sei noch gesagt: Weihnachten spielt hier eine untergeordnete Rolle. Klar, es setzt dem Ganzen die Krone auf, aber wenn du eine Geschichte erwartest, die ausschließlich Weihnachten thematisiert, bist du hier falsch. Ungeachtet dessen finde ich die Dosis an Weihnachten genau richtig und gerade durch die verhaltene Untermalung so zauberhaft.

[Rezension] Crazy Stupid First Love

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Das Buch Crazy Stupid First Love wird vor ein Bücherregal gehalten

Crazy Stupid First Love

Autor: Sam Emerson
Verlag: Rosenrotverlag
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 248
Alter: ab 14 Jahren
Preis 9,99 €
ISBN: 978-3-947099-74-0

Es gibt zwei Methoden, die dich todsicher zum Loser der Schule machen.
Erstens: Du bist der einzige, offiziell geoutete Schwule in der ganzen verdammten Kleinstadt.
Zweitens: Du putzt die Toiletten in den Häusern deiner erheblich reicheren Mitschüler.


Charlie ist alles, aber kein gewöhnlicher Teenager. Seit dem Tod seiner Mom muss er mit seiner Stiefmutter und deren hohlköpfigen Söhnen unter einem Dach leben. Um sobald wie möglich zu verschwinden, jobbt Charlie als Putzkraft und bekommt auf diese Weise sogar Zugang zu den Geheimnissen seiner Mitschüler. Bei seinem neusten Job prallt er aus Versehen mit einem verflucht heißen Typen zusammen, der gerade aus der Dusche steigt – splitterfasernackt.

Charlie geht der Arsch auf Grundeis, als er genau denselben Typen wenig später wiedersieht. Dax Bennet ist neu in der Klasse und sein Interesse an Charlie wirbelt dessen Leben gehörig durcheinander.

(Inhaltsgabe entspricht dem Buchrücken. Rechte für den Text liegen bei der Autorin.)

Was kommt dabei raus, wenn Cinderella zu Charlie wird, schwul ist, sich mit bösen Stiefbrüdern rumschlagen muss und mobbenden Mitschülern gegenüber steht? Willkommen zu Crazy Stupid First Love, ein Gayromanceroman mit einem Hauch Aschenputtel.

Zugegeben, der Vergleich hinkt ein wenig, liegt jedoch durchaus nahe. Charlies Leben ist seit dem Tod der Mutter und geouteter Schwuler nicht unbedingt einfach. Seine Mitschüler sind homophob und lieben es ihn zu ärgern. Ihre Angriffe „beschränken“ sich auf verbale Kampfansagen, aber das macht die Sache nicht besser. Sie verletzen, hinterlassen Narben und verstärken die Kälte in Charlies Leben weiter. Leider nutzt er diese seinerseits als „Waffe“, um irgendwie klar zu kommen. Wirklich übel kann ich es ihm nicht nehmen, da es seine Art ist sich zu wehren. Klar, nicht unbedingt ideal und nicht immer richtig, aber ich kenne es.

Als Dax in sein Leben tritt ändert sich schlagartig alles. Bereits ihr erstes Treffen ist ausgesprochen … Holla, das nennt man wohl hot. Die Beziehung der beiden nimmt recht schnell an Fahrt auf und es kommt innerhalb kurzer Zeit zu weiteren prekären Situationen, die anders ausgehen als gedacht. Dabei beeindruckt mich besonders die Beschreibung von Charlies innerer Zerrissenheit in Verbindung mit seinen Gefühlen. Der Zwiespalt zwischen Neuland und sich selbst im Weg wirkt.

Ebenso gefällt mir die langsame Entwicklung der Beziehung zwischen Charlie und Dax. Klar, der eine oder andere wirklich sehr heiße Booster ist dabei, aber es dauert seine Zeit. Insgesamt sind beide Seiten sehr, sehr zurückhaltend und es passiert bis auf die Ausreißer nicht. Stört mich persönlich aber nicht, denn Sex muss nicht immer ausgeschrieben oder angedeutet werden. Wobei Dax vermutlich schon gern früher weiter gegangen wäre.

Weiteres Plus ist für mich die Veränderung Charlies hinsichtlich Denken und Verhalten. Es zieht sich durchs ganze Buch und macht besonders in den letzten beiden Kapiteln einen großen Sprung. Über Jahre antrainierte Verhaltensweisen sind nicht einfach abzulegen. Einige der Vorwürfe kommen mir sehr bekannt vor, da ich mich in der Vergangenheit ähnlich verhielt und teilweise immer noch.

Die Geschichte bekommt ihr verdientes Happy End. Es ist jedoch kein Rosa-Wolken-Happy-End sondern eines bei dem man merkt: Da steht noch Arbeit an. Sehr gut, denn auch wenn ich die quietschige Variante mag, bisweilen schadet ein wenig Realität nicht.

Es gibt am Ende das Buches sogar noch einen kurzen Epilog, der die Charaktere 15 Jahre später zeigt. Nettes Extra, aber in meinen Augen nicht wirklich nötig. Der Ausschnitt ist wirklich sehr, sehr kurz und wirft einige Fragen auf. Wäre für mich eher was als eigenständige Kurzgeschichte oder Stoff für Band 2.

Fazit

„Crazy Stupid First Love“ ist Sams erstes Buch und macht Bock auf mehr. Die Emotionen zwischen Dax und Charlie könnten noch stärker hervortreten. Nicht, dass sie gar nicht vorhanden wären, aber man merkt doch die angezogene Handbremse. Erfrischend hingegen sind Charlies Vergleiche im jugendlichen Sprachton ohne das sie vulgär wirken.

Sämtliche Charaktere werden gut beschrieben. Selbst Derek verstehe ich am Ende. Sicher, es rechtfertigt nicht seine anfängliche Haltung bzw. seine „Taten“ gegenüber Charlie lässt die Sache jedoch in einem anderen Licht erscheinen.

Am Anfang des Buches wird eine Triggerwarnung ausgesprochen. Alle Themen wurden gut umgesetzt und so eingearbeitet, dass man sie selbst mit entsprechendem Hintergrund lesen kann. Das geht jedoch nur für mich. Bitte entscheide selbst, ob du damit klar kommst.

Wer auf eine fluffige Highschool Romanze mit queeren Protas, Familiendrama und großem Knall am Ende steht, sollte hier unbedingt zuschlagen.

[Rezension] Der kleine Tigerhase sieht die Welt mit anderen Augen

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Kuscheltiere lesen das Buch der Kleine Tigerhase sieht die Welt mit anderen Augen

Der kleine Tigerhase sieht die Welt mit anderen Augen

Autorin: Stefanie Steenken
Webseiten: Instagram / HP / FB
Format: A5, Hardcover
Preis 12,90 €
ISBN: 978-3-96966-821-4

Der kleine Tigerhase mault über Langeweile, seine Pausenbrote und mag sein Zimmer nicht aufräumen. Als im Haus gegenüber neue Nachbarn einziehen, lernt er Benno kennen. Benno ist blind.

Durch diese Freundschaft gelangt der kleine Tigerhase zu neuen Ansichten und merkt, dass er eigentlich alles hat, was er braucht.

Eine Geschichte über Dankbarkeit und dass man mit dem Herzen stets am Besten sieht.

(Inhaltsgabe entspricht dem Buchrücken. Rechte für den Text liegen bei der Autorin.)

Wer kennt sie nicht? Die grüne Langeweile. Irgendwie ist nichts richtig und jeder Vorschlag für die Katz. Willkommen zu einem neuen Abenteuer des kleinen Tigerhasen.

Nebenan ziehen neue Nachbarn ein und mit ihnen der kleine Benno. Doch halt, etwas ist anders.: Benno ist blind. Ich als Sehende kann mir nur schwer vorstellen, wie es ist, so leben zu müssen. Dem kleinen Tigerhasen geht es ähnlich, aber Benno macht das nichts aus.

Generell zeigen Autorin und Illustration sehr viel Fingerspitzengefühl. Blind sein wird mit Vor- und Nachteilen gezeigt, ohne es ins Lächerliche zu ziehen. Viel mehr spielen beide, so scheint es mir, bewusst mit Gedanken, in denen ich mich sehr gut wiedererkenne.

Insgesamt wirkt besonders Tigerhase auf mich greifbarer und klarer. Band 1 ließ mich verwirrt zurück, da eine wichtige Tatsache als Fakt hingestellt wurde ohne genauer auf die Hintergründe einzugehen. Diesmal bleiben keine Fragezeichen zurück und der Einstieg fällt leichter. Einzig das Ende ist etwas kurz gehalten. Jedoch sehe ich das nicht zwingend als negativen Aspekt, mehr als persönliche Irritation.

Als wunderschön betrachte ich zudem die Zeichnungen im Buch. Erneut schwingt Isabelle die Feder und bleibt ihrem Stil treu. Auf zauberhafte Weise unterstützen sie als kleine Illustrationen oder ganzseitige Bilder die Geschichte. Die Texte sind darauf aufbauend gut verteilt, wirken jedoch in Hinblick auf ihre Größe je nach Illustration verloren. Ein Test mit einer größeren Variante wäre sicherlich interessant.

Band 2 vom kleinen Tigerhasen ist ein wunderschönes Kinderbuch, welches sich dem Thema Blind sein auf kindliche Weise nähert. Vor- und Nachteile werden näher beleuchtet und die Texte von zauberhaften Illustrationen begleitet. Kritikpunkte sind kaum vorhanden und wenn dann Meckern auf hohem Niveau.

[Rezension] Bald ist alles wieder gut

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Das Buch Bald ist alles wieder gut vor einem farbigen Hintergrund

Bald ist alles wieder gut

Autorin: Katja Reider
Umschlag- & Innenillustrationen: Antje Flad
Umschlaggestaltung: Ramona Karl
Format: Pappbilderbuch
Verlag: Loewe Verlag
Preis 8 €
ISBN: 978-3-7432-1038-7

O nein! Der kleine Fuchs ist beim Spielen hingefallen und hat sich wehgetan. Zum Glück sind die anderen Tiere sofort zur Stelle und wissen genau, was zu tun ist: Bär nimmt Fuchs in den Arm, Igel summt ein Trostlied und Maus bringt ein Pflaster. So geht es dem kleinen Fuchs ganz schnell wieder gut!

(Inhaltsgabe entspricht dem Buchrücken. Rechte für den Text liegen bei der Autorin.)

Dicke Krokodilstränen, ein buntes Pflaster und ein Trostkeks – kommt dir bekannt vor, oder? Mir definitiv. Mehr noch, es erinnert mich massiv an meine eigene Kindheit. Wie oft wurde jeder noch so kleine Sturz zur Vollkatastrophe, die dank lieber Menschen innerhalb von Sekunden schrumpft? Lasst euch sagen, sehr oft!

Mit „Bald ist alles wieder gut“ erschufen Autorin und Illustration ein wundervolles Pappbilderbuch, welches selbst mir als Erwachsene viel Freude bereitet. Es macht Spaß, durch die Seiten zu blättern und die zuckersüßen Zeichnungen zu bestaunen.

Wie bei einem solchen Bilderbuch üblich, sind die Seiten dick und nicht so leicht zu knicken. Das heißt, sie verzeihen eine etwas gröbere Handhabung und sicherlich auch den einen oder anderen Wurf. Für mich als Erwachsene besonders wertvoll: kein Überblättern früherer Seiten möglich.

Doch das ist noch nicht alles, die Ecken sind zusätzlich abgerundet und verhindern so versehentliche Schnitte. Ihr wisst bestimmt aus eigener Erfahrung, wie gemein Papier in dem Punkt sein kann. Ich hätte nichts dagegen etwas Ähnliches in Büchern für die ältere Generation wiederzufinden.

Leider, in meinen Augen der einzig negative Punkt, ist man mit dem Buch sehr schnell durch. Geringe Seitenzahl, wenig Text – nichts um sich lange aufzuhalten. Dafür entschädigen die Zeichnungen, bei denen ich, wenn mein Hirn gerade nicht in Erinnerungen schwelgt, gern verweile. Sie wirken ein wenig wie die zarten Illustrationen früherer Kinderbücher. Nur einmal angucken? Absolut unmöglich.

Insgesamt gesehen ist „Bald ist alles wieder gut“ ein kurzweiliges, aber sehr gut gemachtes und liebevoll illustriertes Kinderbuch. Durch sein Format als Pappbilderbuch eignet es sich zusätzlich als ideales Kennlernbuch für Babys und gemeinsame Lesestunden.

[Rezension] Komische Wesen – Eine Kleine Geschichte über Dankbarkeit

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Das Buch Komische Wesen vor einem farbigem Hintergrund

Komische Wesen – Eine kleine Geschichte über Dankbarkeit

Autorin: Oxana Bytschenko
Webseiten: Instagram / HP / FB
Format: Hardcover
Alter: ab 3-7 Jahren
Preis 17,99 €
ISBN: 978-3-7557-3692-9

Die komischen Wesen leben in einem schwebenden Haus. Es ist vollgepackt mit Spaß. Ständig erfinden sie neue Spiele, Geschichten und sogar Sprachen. Die komischen Wesen lieben ihr Haus und wuseln glücklich herum.
Nur nicht, wenn Onkel Traurigkloß sie besucht.


(Inhaltsgabe entspricht dem Buchrücken. Rechte für den Text liegen bei der Autorin.)

Dankbarkeit – was für ein unscheinbares Wort und doch Hauptthema von Oxanas neuestem Buch „Komische Wesen“, illustriert von Maria Dorsch. Locker erzählt schummeln sich kleine, süße Kerlchen in unsere Gedanken und hinterfragen die eigenen Glaubenssätze.

Bei den Komischen Wesen handelt es sich um putzige Kerlchen, die in einem außergewöhnlichen Haus leben. Je nach Wandfarbe unternehmen sie unterschiedliche Sachen. Mein persönlicher Favorit: Orange mit neuen Wörtern. Eine Schwurgel im  Gesicht zu haben klingt ausgesprochen witzig. Oder siehst du das anders? Bei meiner nächsten Erkältung läuft definitiv die Schwurgel.

Mega ist in meiner Vorstellung ebenso das Dach. Ich sag nur Zuckerwatte! So viel und so oft man möchte! Wenn das nichts ist, dann weiß ich auch nicht.

Äh ja, zurück zur Hauptfigur Onkel Trauerkloß. Er besucht die komischen Wesen regelmäßig und ist das komplette Gegenteil: ständig poltern, meckern und traurig gucken. Zumindest bis ihn die komischen Wesen dazu auffordern 5 Dinge zu nennen für die er dankbar ist. Anfangs fällt es Onkel Trauerkloß sehr schwer und es dauert, bis ihm etwas einfällt. Als der Knoten geplatzt ist, läuft die Sache wie von selbst.

Oxana trifft damit ins Schwarze, denn nichts fällt so schwer wie Danke. Dabei gibt es so viele Dinge. Der Kaffee am Morgen, der Tee am Abend oder der Regenbogen nachdem draußen die Welt unterging. Hm, so schwer ist es eigentlich nicht. Zumindest nicht, wenn ich auf die Frage spontan antworte und nicht erst grüble.

Aber jetzt mal im Ernst, wie oft vergessen wir dieses kleine Wort?
Wie oft geht es in unserem hektischen Alltag unter?

Zeit, das zu ändern und der Botschaft des Buches zu folgen. Onkel Trauerkloß kommt ebenfalls zu dieser Erkenntnis und erlebt sein ganz persönliches Happy End.

Neben dem Grundthema selbst beeindruckten mich Sprache und Illustrationen sehr. Die Geschichte verzichtet auf große Schnörkel, redet mit mir wie mit einer Freundin und fühlt sich wie daheim an. Ich kann mich für den Moment zurückziehen und muss nicht erst darüber nachdenken was der Text von mir will.

Die Illustrationen, egal ob großflächig oder klein, wurden liebevoll mit kräftigen Strichen umgesetzt. Teils skurril anmutend, vermitteln sie mir dennoch das Gefühl, dass ich so was auch könnte. Übrigens, ich habe anscheinend seit Jahren bereits einen heimlichen Ausreißer der Familie bei mir sitzen. So ein kleiner Zottelkerl, der versehen mit Ärmchen und Beinchen tatsächlich einer ihrer Verwandten sein könnte.

Insgesamt gehört „Komische Wesen“ für mich zu einem der schönsten Debütgeschichten im Bereich Kinderbücher. Vom Lesevergnügen her eher kurz, aber aufgrund des Themas und der Illustrationen sowie lustiger Worte wie Schwurgel sicherlich noch lange im Gedächtnis.