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[Kurzinterview] 3-Fragen Talk Vanessa Funk

Ob Vorliebe für das Genre Fantasy, eigener Merch oder Selfpublishing als bewusste Entscheidung – Vanessa Funk, Autorin der Ahawa Lamia Reihe, stellt sich in diesem Interview knallharten Fragen.

Interview: Mit „Ahawa Lamia“ bist du im Bereich Fantasy unterwegs. Was fasziniert dich an diesem Genre? Welche Pläne hast du für die Zukunft?

Ich lese dieses Genre schon seit meiner Jugend am liebsten und daher kann ich in diesem Bereich auch am besten schreiben. Zudem habe ich eine sehr große Fantasie, sodass es mir sehr leicht fällt, neue Welten zu erschaffen oder Fähigkeiten entstehen zulassen, die es so nicht gibt. Außerdem ist es das beste Genre, um aus der Wirklichkeit zu fliehen und dass kann in der heutigen Zeit jeder mal gebrauchen.

Interview: Wie cool, bei dir gibt’s schicken Merchandise. Was genau erwartet mich? Welche Werte stehen hinter deinen Produkten?

Meine sehr gute Freundin, die ebenfalls Buchhändlerin ist, und ich haben uns zusammen getan, um meine eigene Marke zu erschaffen. Hierzu gibt es auch ein eigenes Logo, dass sich auf jedem Merchandise befindet.

Mir war es wichtig, dass sich die Leser auch außerhalb der Bücher mit Ahawa Lamia identifizieren können. Zudem bietet es sich beim Genre Fantasy sehr gut an. Ich liebe meine Produkte und finde es sehr cool, dass ich dies alles ohne einen Verlag geschafft habe.

Aktuell haben wir bereits sehr viele tolle Sachen im Angebot. Das wichtigste sind die Armbänder. Zu jedem Element/Blutlinie gibt es ein eigenes. Durch einen Test auf meiner Webseite kann man erfahren, zu welcher Linie man gehört und kann das dann auch ganz offen zeigen. Oder man wählt einfach die Farbe, die man mag. Es gibt auch zwei Sonderstücke. Eins für die Königsfamilie und eine für die Ahawa Lamia (Königin) selbst. Diese kann man aber nicht immer kaufen, sondern nur zu besonderen Aktionen gewinnen oder zu bestimmten Zeiten erwerben. Dann haben wir noch Lesezeichen, Schlüsselanhänger, Stifteboxen und Magnete. Das Sortiment wird aber immer größer, da ich eine sehr kreative Partnerin an meiner Seite habe.

Hinter den Produkten stehen die Werte: Freundschaft, Mut und Durchhaltevermögen. Genauso Talent und der Wunsch, dass handgemachte Produkte wieder mehr geschätzt werden.

Die Autorin Vanessa Funk hält ihr Buch für ein Interview hoch

Interview: Selfpublishing – herausfordernd und beflügelnd zugleich. Wieso dieser Weg und welche Erfahrungen hast du gemacht?

Ich habe mich sehr bewusst für diesen Weg entschieden. Als gelernte Buchhändlerin kenne ich die Branche und Verlagsverträge sehr genau. Auch hatte ich einige Angebote von Verlagen, aber mir war es wichtig, dass ich die Entscheidungen für meine Bücher selber treffen kann. Im SP liegt das letzte Wort immer bei mir, sei es das Cover, der Text oder der Veröffentlichungstermin. Gerade in der letzten Zeit habe ich auch das Gefühl, dass bei Verlagen nur noch Trend-Themen genommen werden und die Qualität der Geschichte eher hinten ansteht. Es geht meist darum, womit kann ich das meiste Geld machen. Natürlich möchte auch ich Geld damit verdienen, aber ich will auch etwas veröffentlichen, hinter dem ich zu 100% stehe.

Die Herausforderungen beim SP sind besonders die Kosten. Die trage ich alle selbst und das ist nicht gerade wenig. Aber mir ist es wichtig, eine professionelle Arbeit zu machen und daher gebe ich das Geld für Cover, Lektorat und Korrektorat gerne aus. Auch der Verdienst unterscheidet sich nicht groß, da die wenigsten Autoren bei einem Verlag mehr als 1 Euro für ein verkauftes Print bekommen, es sei denn, sie heißen Kerstin Gier oder Sebastian Fitzek.

Meiner Erfahrungen sind bisher eigentlich sehr positiv. Ich liebe den Austausch mit den Bloggern und Lesern und ich bin ein absoluter Fan meiner Lektorin. Das Marketing bringt mich hier und da an meiner Grenzen, aber das wäre bei einem Verlag nicht anders, da man auch hier aktiv mitmachen muss. Besonders schlimm finde ich die Vorwürfe, dass man als SPler entweder unprofessionell ist, was in meinem Fall definitiv nicht der Fall ist, sonst hätte ich nicht solche hohen Kosten, oder dass man alles mit einer KI gemacht hat.

In meinen Büchern ist nicht ein einziges Wort von der KI – es ist alles von mir und wird höchstens von meiner Lektorin angepasst oder verbessert. Auch mein Cover kommt von einem Menschen und das wird mir immer wichtig sein.

Natürlich verwende ich für den Content hier und da ein KI generiertes Bild, dies ist aus Zeit und Kosten leider nicht anders möglich. Es ist sehr schade, dass man sich, obwohl man so viel Zeit, Geld, Tränen und Mühe in diese Bücher steckt, bei denen man nicht wirklich was verdient, immer wieder rechtfertigen muss. Ich bin für jede Kritik offen und nehme auch immer Vorschläge an, aber nicht von Menschen, die weder mich noch meine Bücher kennen. Dafür habe ich mir zu viel Arbeit gemacht, denn in erster Linie arbeite ich für meine Leser.

Leider sind wir damit am Ende des Interviews angelangt. Mehr über Vanessa Funk erfahrt ihr über Instagram bzw. ihre Homepage.

[Kurzinterview] 3-Fragen Talk mit Nicole Bösch

Die Autorin Nicole Bösch präsentiert für ein Interview ihr Buch Knolles Reise Abenteuer bei Tischlein deck dich in einer Küche und hält Knolle selbst in der Hand

Ob Bekanntheit des ursprünglichen Märchens, Themen des Buches oder die Frage nach dem Hörbuch zu Knolle – Nicole Bösch, Autorin von „Knolles Reise – Abenteuer bei Tischlein deck dich“ stellt sich in diesem Interview knallharten Fragen.

Vor einiger Zeit konnte ich außerdem Hinter die Kulissen des Buches blicken.

Interview: Kennen Kinder das Märchen Tischlein deck dich überhaupt noch?

In der Tat, egal, ob in der Schweiz oder in Deutschland kaum ein Kind kennt noch das Märchen der Gebrüder Grimm. Aber spätestens wenn ich die (Schoggi)Goldtaler fallen lasse, wenn es um den Esel geht, dann dämmerts dem ein oder anderen Kind wieder.

Interview: Welche Themen außer Foodwaste werden im Buch noch angesprochen?

In dem Buch wird neben Foodwaste natürlich auch gesunde Ernährung aufgegriffen. Die fünf Sinne werden thematisiert, wenn es um die Haltbarkeit von Lebensmitteln geht und wie man diese erkennen kann. Aber auch die Landessprachen der Schweiz, Nächstenliebe und soziales Engagement sind wichtige Themen in der Geschichte. Dennoch bleiben die von Knolle bekannte Magie und neue Freunde nicht auf der Strecke.

Interview: Wie steht’s um das erste Knolle-Hörbuch?

Die Aufnahme des Hörbuches der ersten Knolle Geschichte „Knolles Reise – Abenteuer in Illnau“ ist komplett fertig eingesprochen. Mittlerweile wurde auch der Refrain des Knolle-Liedes von dem Kinderchor der Musikschule Alato Illnau-Effretikon professionell aufgenommen. Dieser wird mit entsprechend entworfenen Interludes die Hörbuchgeschichte einrahmen und das Hörerlebnis somit noch attraktiver und lebendiger machen.

Dieses Projekt war super spannend, weil ich lernen durfte, was alles dazugehört, um eine Profiaufnahme von einer knappen Minute zu erhalten. Es bedurfte des Chors mit der Chorleiterin, eines Klavierspielers für die Begleitung und einer Aufnahmeleiterin inkl. eines mobilen Tonstudios.

Es war ein sehr bewegendes Gefühl, die selbstkreierten Worte und Töne von einem Profi-Chor zu hören. Drum freue ich mich schon sehr auf die Zeit nach den Sommerferien, wenn wir das gesamte Lied aufnehmen und sogar ein Video drehen werden. Denn letztendlich ist es ein Bewegungslied, das man sich viel besser vorstellen kann, wenn man die Bewegungen auch sieht.

Leider sind wir damit am Ende des Interviews angelangt. Mehr über Nicole Bösch erfahrt ihr über Instagram bzw. ihre Homepage.

[Kurzinterview] 3-Fragen Talk mit Arden Skye

Das Buch Tim und Keiji und der magische Adventskalender von Arden Skye vor hübscher Weihnachtsdeko

Kreative Vielfalt, Gründe für Tim und Keiji sowie Sensitivity Reading – Arden Skye (Tim & Keiji und der magische Adventskalender) stellt sich in diesem Interview knallharten Fragen.

Vor einiger Zeit konnte ich außerdem Hinter die Kulissen des Buches blicken.

Interview: Zeichnen, Fotografie, Bearbeitung, Design, Video, Social Media – Vielfalt ohne Ende. Welcher Bereich macht dir besonders viel Spaß und wieso?

Schwer zu sagen. Ich mach ja nicht alles gleichzeitig, sondern immer das, wonach ich gerade Lust habe oder muss, wegen Arbeit/Aufträge. Erstes hängt von meiner Stimmung ab, weswegen das „Wieso” auch variieren kann.

Grundsätzlich find ich an sich nichts besser als das andere, alles hat seinen Nutzen. Unterschiedliche Bereiche, die mich in meiner Kreativität auf verschiedene Weise aufblühen lassen und jeweils andere Herausforderungen mit sich bringen.

Genauso wie bei Sprachen, artikuliert sich eine Person jeweils anders in den Feldern, bringt eine (vielleicht verborgene) Facette oder Stimme zum Vorschein. Ich find’ das schon sehr interessant und möchte daher gerne alle möglichen künstlerischen Hobbys erlernen, mich selbst damit kennenlernen.

Interview: Adventskalender finden jedes Jahr wieder reißenden Absatz. Warum sollte man dein Buch „Tim & Keiji und der magische Adventskalender“ unbedingt lesen?

Zum Einen wegen der fantastischen Winterwelt, in die Tim und Keiji jeden Abend reisen. Darin versteckt sich so einige Magie, je weiter du gehst. Allerdings kein kunterbuntes Chaos wie eine Achterbahnfahrt auf der Dult, sondern eher langsam herantastend, passt sich dem Alltagsleben der beiden außerhalb des Adventskalenders an.

Natürlich deutlich spannender als Schule und deren Freizeit, da das alles neu für sie ist. Das lädt meiner Meinung nach ebenso Ältere ein, mit dem Buch warm zu werden und ist nicht nur für Kinder, wie das Cover sowie der Klappentext scheinen mag. (In den Stichwörtern steht bereits, dass es eine all-age, also eine Geschichte für jedes Alter ist. Ich zieh’ da ungern eine Grenze – und anders als Lego darfst du ebenfalls älter als 99 sein. ;))

Zum Anderen ist es queernormativ, ein Setting, das mir besonders am Herzen liegt. Wer gut aufpasst, sieht allerdings, dass nicht gesamt Deutschland queernormativ lebt, sondern bloß die Schulklasse und Freundesgruppe sowie Familien der Hauptcharaktere. Zumindest in der realen Welt. Das Winterwunderland ist durch und durch queernormativ und eine „heile Welt” sozusagen.

Wie funktioniert das, ohne Romantik im Fokus? Queerness ist schließlich nicht nur Romantik und Sex. Es gibt keine Coming-Outs, denn keine Person nimmt an, dass jemand cis-hetero ist, selbst einige Mikrolabel sind bekannt, Gossip schließt auch andere Orientierungen ein, Pronomen werden richtig benutzt, … und mehr könnt ihr selbst nachlesen.

Ebenso ist es feministisch. Bevor du eine Augenbraue hochziehst und dich wunderst, wie das geht, wenn die meisten Hauptcharaktere männlich sind: das war schon Absicht. Wir alle wissen, wie eine feministische Welt für Frauen ausschauen und was es mit ihnen machen würde – im positiven Sinne. Wenige Leute vergessen daher oft, dass jedes Geschlecht von Feminismus profitiert, darunter ebenfalls Männer und Jungs.

Ich schreibe gern Geschichten, die diese Seite hervorheben, und zeigen, wie schön die Gesellschaft sein könnte, wenn niemand unter dem Patriarchat leiden müsste. Hätte es dieses Buch zu meiner Jugendzeit gegeben, hätte es mir vermutlich sehr geholfen, besser mit meinen Emotionen klarzukommen. So hoffe ich, dass es stattdessen anderen Jungs beziehungsweise Jugendlichen aller Geschlechter helfen kann.

Das Buch Tim und Keiji und der magische Adventskalender von Arden Skye liegt für ein Interview neben einem Hund

Interview: Du bietest Sensitivity-Reading („sensibles Lesen”) an. Was steckt dahinter? Welche Tipps hast du für künftige Sensitivity-Reader?

Recherche betreiben! Selbst bei Themen, die dir besonders nahestehen, die dich vielleicht durchs ganze Leben begleitet haben und du das Thema in Person bist, können eigene Traumata oft anderserlebte Erfahrungen ausblenden oder versehentlich ignorieren bzw. nicht zu Kenntnis nehmen. Damit erzielst du das genau Gegenteil: führst Vorurteile fort.

Schreibende haben sich sicher mit dem Thema davor beschäftigt und Webseiten durchgelesen, die ganz anders zu deinen Erfahrungen sein können. Es ist wichtig, sich nicht zu sehr in der eigenen Welt zu vergraben. Tief ein- und ausatmen, bevor du der oder dem Schreibenden dein Feedback zusammenstellst.

(Recherche muss nicht zwingend das Internet hier meinen, sondern ebenfalls deine Eltern nach Rat zu fragen, wenn es beispielsweise ein rassistisches Thema ist, das in einer früheren Generation spielt.)

Ebenfalls musst du nicht über alle Themen, in denen du dich auskennst oder selbst erlebt hast, Sensitivity-Reading anbieten. Es wäre zwar hilfreich, doch du musst auch auf deine eigene Gesundheit und Grenzen schauen. Wenn es dich zu sehr triggert, deine Vergangenheit durch etwas Geschriebenes nochmal zu erleben, dann musst du das nicht durchmachen.

Leider sind wir damit auch schon am Ende angelegt. Mehr über Arden und ihre Projekte erfahrt ihr über ihre Instaaccounts Autorin / Art oder Kofi. Oder ihr besucht ihr Discord.

[Kurzinterview] 3-Fragen Talk mit Julia Nachtigall

Autorin Julia Nachtigall hält für ein Interview ihr Buch Ork au Chocolat unter freiem Himmel in die Kamera

Über Besonderheiten von Orks, ihre Arbeit als Zauberkünstlerin oder Boote als Schauplätze – Julia Nachtigall, Autorin von „Ork au Chocolat“, stellt sich in diesem Interview knallharten Fragen.

Außerdem durfte ich zuvor Hinter die Kulissen ihres Werkes blicken.

Interview: Ork au Chocolat verbindet Orks und Schokolade. Was ist das Besondere an Orks?

In vielen Geschichten werden Orks als grobschlächtige und barbarische Antagonisten in Szene gesetzt.

Doch in Ork Au Chocolat widerlegt die junge Orkin und Chocolatier Galina, zusammen mit dem frechen Minielfen Ciriel diese Vorurteile. Denn Galina ist eine sehr empathische Orkin, die sich um das Wohl anderer sorgt, eine feine Nase und ein Gespür für Lebensmittel, besonders Schokolade, hat und sich der Herausforderung stellt, ihre neu entdeckte Milchmagie zu bändigen.

Die Geschichte ist süß, cozy und sehr witzig, was hoffentlich auch schon aus dem Cover, gestaltet von bkatzdesign, mit Illustrationen von Saikawamayoschi hervorgeht.

Galina ist ab und an tollpatschig, da steht sie zu und auch das Thema Vorurteile gegenüber Orks wird in Ork Au Chocolat spielerisch behandelt.

Neben Orks spielt auch ein Elf eine große Rolle. Denn Ciriel ist ein Mini-Hilfself, der in einer Müslipackung wohnt und seit Geburt an Galinas Seite ist. Mit seinen witzigen Sprüchen lenkt er Galina davon ab, zu verkrampft mit ihrer Magie umzugehen und hilft ihr mit der Milchmagie, wobei der ein oder andere Unfall unvermeidlich ist.  

Nebenbei geht Galina noch einen Deal mit einer Froschfrau ein, die Handelsvertreterin für Gewürze ist und Gerüche auf ihre ganz eigene Weise interpretiert und arbeitet mit ihr zusammen an einer besonderen Schokoladenkreation für das Dorffest.

Es ist viel los in Duphia, dem Ort, in dem Galina zusammen mit Ciriel auf einem Hausboot wohnt und für das Dorffest eine besondere Schokoladenkreation vorstellen soll. Das setzt sie selbst unter Druck, dass ihre Milchmagie freigesetzt wird. Sie gibt alles, um zu verhindern, dass die Milch unkontrolliert in Wallung gerät oder sich verändert, damit sie Ciriel nicht verletzt.

Was ist eigentlich Milchmagie?

Milch bewegen zu können habe ich mir als sehr große Herausforderung vorgestellt, aber was wäre, wenn sich die Milch in Butter oder Joghurt verändert und wie kann ich das in Szene setzen?

Ohne zu spoilern kann ich verraten: Die Milchmagie-Szenen haben beim Schreiben besonders viel Spaß gemacht, weil ich die Bilder dazu immer vor Augen hatte und seitdem frage ich jeden, vor dem ein Glas Milch steht:

Weißt du eigentlich, wie gefährlich Milchmagie ist?
Wenn du das merkwürdig findest: Lies Ork Au Chocolat.
Oder eine andere Frage: Kannst du dir einen Mini-Elfen vorstellen, der in einem Donut-Schwimmreifen in Milch schwimmt und mit seiner Orkfreundin übt, die Milch zu beherrschen?

Den Testlesenden hat es auch viel Spaß bereitet, Ork Au Chocolat zu lesen. Es wird lustig, manchmal etwas skurril, aber nie langweilig.

Das Buch Ork au Chocolat liegt mit Süßigkeiten auf grauem Hintergrund

Interview: Zauberei und Magie – Teil deiner Arbeit als Zauberkünstlerin. Wie hast du zu diesem Hobby gefunden? Was für Shows bzw. Möglichkeiten bietest du?

Zauberei und Schreiben sind meine beiden Hobbys, mit denen ich meine Kreativität auslebe. Ich darf hier erstmalig eine Besonderheit ankündigen, also eine exklusive Info:

Zu Ork Au Chocolat wird es bald ein eigenes kleines Zauberprogramm geben.
Zum Beispiel werden Pralinen verschwinden, erscheinen und in etwas anderes Köstliches verwandelt. Eine Zuschauerin darf eine Pralinensorte wählen, die dann auf magische Weise vorhergesagt wird. Mit der Müslipackung von Ciriel, entworfen von Saikawamayoschi, wird auch noch gezaubert. Das plane ich aktuell für Lesungen als Auflockerung und möchte das, wenn es gut läuft, auch als eigenes Programm für die Tischzauberei verwenden.

Das Format „Lesung und Magie“ zeigt schon, dass Schreiben und Zauberei sich gut ergänzen kann und hervorragend zusammen passt.

Wie ich zur Zauberei gefunden habe?

Schon als Kind habe ich begeistert, wie alle anderen Kinder, meinen Zauberkasten auseinandergenommen und die ersten Kunststücke vorgeführt.

Wir hatten im Hort eine „magische Woche“, in der ein professioneller Zauberkünstler jedem Kind ein Kunststück beigebracht hat, das wir am Ende der Woche in einer Zaubershow vorgeführt haben.

Jahre später bin ich durch einen Zeitungsartikel auf den magischen Zirkel von Deutschland aufmerksam geworden und habe von meinen Eltern einen Schnupperkurs in einer Zauberschule geschenkt bekommen. Einmal angefangen, konnte ich nicht mehr aufhören. Seit 2012 bin ich Mitglied des magischen Zirkels von Deutschland und 2013 Mitglied im Ortszirkel Duisburg Oberhausen, wo wir uns monatlich austauschen, neue Formate wie den „magischen Mittwoch“ planen und umsetzen und uns mit unserer geliebten Zauberei beschäftigen.

Ich selbst liebe es, bei Veranstaltungen im Close-up-Bereich zu zaubern. Das heißt, ich komme zu den Gästen an die Tische und führe die kleinen Wunder direkt vor den Augen der Zuschauer:innen vor und sie sind dann Teil der Show. Das ist für mich das besondere an der Zauberei: Menschen zum Staunen bringen und sie durch meine Geschichten, verbunden mit Zauberei zum Lachen zu bringen und vom Alltag abzulenken.

Über meine Homepage können Interessierte gerne Kontakt aufnehmen und sich über Termine informieren, sowohl für Lesungen, als auch für Zauberei und hoffentlich ganz bald schon für Kombitermine „Lesung und Magie“.

Autorin Julia Nachtigall hält für ein Interview Zauberzubehör in der Hand und steht dabei vor einer schwarzen Wand

Interview: Boote spielen in all deinen Büchern eine große Rolle. Warum eigentlich? Welche Schauplätze würdest du gern noch ausprobieren und wieso?

Ork Au Chocolat spielt zu einem sehr großen Teil auf „Schorkverliebt“. So heißt die Chocolaterie, die Galina auf dem Hausboot betreibt, auf dem sie zusammen mit Ciriel wohnt.

Neben ihrer Mutter, die ein Lebensmittelboot betreibt, gibt es noch ihre Freundin Isolde, die Koboldin ist und ein Bäckereiboot betreibt und viele andere Wesen mit eigenen Handelsbooten.

Galina verkauft nicht nur auf schwimmenden Märkten ihre Schokolade, sondern schippert auch zu anderen Märkten in der Umgebung. Diese schöne Stimmung, die sich zum Beispiel beim Feierabendmarkt ergeben hat, faszinierte mich von Anfang so sehr, wie die Idee, jedem Kapitel ein Lebensmittel als Überschrift zu geben, das dann eine besondere Rolle spielt.

Kurzer Themenwechsel:

In meinem Thriller Eyetracking, der im März diesen Jahres im Blutmondverlag veröffentlicht wurde, geht es dem Genre entsprechend ernster zu. Der Psychothriller zum Thema Eyetrackingstudien und virtuelle Realitäten spielt auf einer abgelegenen Insel, auf die die Protagonistin Isabella und die anderen Teilnehmenden mit einem Boot gebracht werden. Isabella nimmt dann an den ersten VR-Illusionen teil und ihr wird schnell klar: Nichts ist wie es scheint.

Es gibt Klippenszene, Strandszenen und Wasserszenen und erst kürzlich ist mir da die Parallele aufgefallen.

Hier der Klappentext zu Eyetracking:

Virtuelle Realitäten haben Isabella schon immer fasziniert. Deshalb nimmt sie die Einladung zu Eyetracking-Studien auf einer abgelegenen Insel an und wird damit Teil eines bahnbrechenden Experiments. Doch was als harmlose Forschungsreise beginnt, wird bald zu einem Albtraum. Unfälle geschehen, Teilnehmer verschwinden spurlos – und Isabella wird klar: Nichts ist, wie es scheint. Die Grenze zwischen Illusion und Realität zerfließt, während ein unsichtbarer Jäger die Gruppe systematisch ins Visier nimmt. Wem kann sie noch vertrauen, wenn ein einzelner Blick entscheidend sein könnte? Mit jeder Stunde wächst Isabellas Verdacht, dass das grausame Spiel mehr mit ihrer Vergangenheit zu tun hat, als sie ahnte. Doch die Zeit rennt.

Auch in meinem Debütroman, der Dystopie Butterlie – eine Lüge zu viel, erschienen im Edition Paashaas Verlag, spielt Wasser, bzw. der bevorstehende Wassermangel in der Zukunft eine große Rolle.

Welche Schauplätze ich noch einmal ausprobieren möchte?

Aktuell plane ich eine weitere Cozy Fantasy Geschichte, die in einem Wellnesshotel spielt. Wahrscheinlich wird es eine Ermittlung im Hotel geben, und zwar von einem Wesen, dem man Wellnessbehandlungen erstmal nicht so zutraut. Auch hier wird dann das Thema Wasser wieder eine Rolle spielen, aber anders. Mehr möchte ich noch nicht verraten, denn da bin ich gerade noch in der Planungsphase. Die Figuren werden aber wieder „einzigartig, ausgefallen und sehr liebenswert“ (Zitat einer Testleserin, die alles von mir gelesen hat)

Leider ist das Interview damit bereits beendet. Mehr über Julia erfahrt ihr über Instagram bzw. ihre Homepage.

[Kurzinterview] 3-Fragen Talk mit Susanne Wolff

Autorin Susanne Wolff zeigt ihr Buch Sirenenbann und Seegesang für ein Interview

Ob Zusammenarbeit mit Isabella Benz, Larp als Hobby oder Zukunftspläne – Susanne Wolff, Autorin von „Sirenenbann und Seegesang“, stellt sich in diesem Interview knallharten Fragen.

Interview: Für dein neuestes Werk „Sirenenbann und Seegesang“ bildest du ein Duo mit Isabella Benz. Wie gut funktioniert die Zusammenarbeit? Welche Tipps hast du für andere die ähnliche Projekte anstreben? 

Isabella und ich kennen uns schon viele Jahre und kennen auch viele unserer Geschichten. Daher wussten wir schon, dass wir gut miteinander können. Und wir wussten zumindest grob, was uns erwartete, als wir uns für die Zusammenarbeit entschieden. Ich denke, das ist die erste, wichtige Voraussetzung.

Trotzdem haben wir während des gemeinsamen Plottens, Schreibens und Überarbeitens viel übereinander und über uns selbst gelernt. Das war nicht immer einfach, aber wir haben es beide geschafft, offen dafür zu sein. Das ist wahrscheinlich die zweite Voraussetzung.

Aus unseren Erfahrungen würde ich allen, die ein Gemeinschaftsprojekt anstreben, noch diese weiteren Tipps geben:

  • Findet euren gemeinsamen „Kern der Geschichte“ – warum ihr diese Geschichte erzählen wollt, was euch daran fasziniert und begeistert. Idealerweise trefft ihr euch dafür persönlich oder nutzt zumindest einen Video-Call.
  • Plant gemeinsam mindestens einen grundlegenden Plotverlauf. Wenn ihr beide euch mit detaillierten Szenenplänen wohlfühlt, könnt ihr auch das machen. Wenn ihr aber beide eher „Pantser“ seid, könnte euch das Fehlen eines Plans Schwierigkeiten machen. Bei unterschiedlichen Arbeitsweisen (und die haben Isabella und ich definitiv 😉 ) ist hier das erste Mal Kompromissbereitschaft gefragt, damit ihr eine Methode findet, die für euch beide funktioniert.
  • Einigt euch auf eine sinnhafte Aufteilung der Geschichte. Bei „Sirenenbann und Seegesang“ haben wir die verschiedenen Perspektiven untereinander aufgeteilt. Isabella hat Irinas Perspektive geschrieben, ich die von Ethan und Irinas Mutter Celine. Andere Aufteilungen können auch funktionieren, z.B. nach Setting oder nach verschiedenen Ländern innerhalb der Fantasy-Welt. Meiner Ansicht nach ist die Perspektiven Aufteilung aber die einfachste, und damit sind auch andere Autoren-Gruppen schon gut gefahren.
  • Probiert eure Zusammenarbeit am besten zuerst an einem kleineren Projekt wie einer Kurzgeschichte aus, bevor ihr einen ganzen Romanzyklus entwerft. Isabella und ich haben als erstes gemeinsam „Die Göttin der Namenlosen“ für eine Anthologie geschrieben.
  • Erschreckt nicht, wenn es Konflikte gibt. Schreiben ist oft etwas sehr Persönliches und geht unter die Haut. Behaltet deshalb immer im Hinterkopf: den anderen liegt die Geschichte mindestens genau so am Herzen, wie euch!

Interview: Larp und Cosplay – einzigartig, individuell und voller Vielfalt. Was fasziniert dich an Larp? Welche Charaktere verkörperst du?

Fantasy allgemein ist für mich eine großartige Möglichkeit der Gedankenexperimente. Was würde es mit uns Menschen machen, wenn es Magie gäbe / andere intelligente Wesen neben uns existieren / plötzlich ein Drache in meinem Zimmer schlüpft …?

Im LARP ist das alles noch viel hautnaher erlebbar. Ich kann mich selbst erleben, wie ich in einer Schlachtreihe stehe, mir eine Gottheit erscheint oder ich gegen ein übermächtig scheinendes Monster bestehen muss. Dabei mache ich Erfahrungen, die mir im echten Leben verschlossen wären.

Außerdem liebe ich die Gemeinschaft auf solchen Veranstaltungen. Auch wenn wir uns davor nicht kannten und danach vielleicht nie wieder sehen, entsteht auf einem LARP-Wochenende oft eine eingeschworene Gemeinschaft unter den Spielern (und auch mit den Nicht-Spielern, die unsere Gegner darstellen), die man woanders selten findet.

Auf einem LARP-Wochenende gibt es außerdem die besten Feiern – mit Feuer, Musik, Gesang und Tanz – und der Erholungsfaktor vom Alltag ist so gut wie bei einer ganzen Woche Urlaub.

Wenn man mir auf einem LARP begegnet, dann höchstwahrscheinlich in Gestalt meiner Bogenschützin und Kundschafterin Yldrassil oder Ariann, der Priesterin der Mondgöttin.

Interview: Fantasy, Konflikte und sich entwickelnde Charaktere verbinden all deine Bücher. Mit was können wir in Zukunft rechnen?

Meine Leidenschaft sind fantastische Geschichten aus faszinierenden Welten und über spannungsgeladene Beziehungen zwischen Charakteren mit manchmal zweifelhafter Vergangenheit.

Ich stürze meine Figuren mit großer Begeisterung in moralische Grauzonen und innere Konflikte. Meistens haben sie ehrbare oder zumindest nachvollziehbare Ziele und stehen vor der Herausforderung, den „richtigen“ Weg dorthin zu finden. Besonders gerne mag ich es, wenn zwei Protagonisten ähnliche Ziele auf gegensätzlichen Wegen erreichen wollen.

Tatsächlich gibt es auch schon ein Projekt, dass nach „Sirenenbann und Seegesang“ erscheinen wird, allerdings müsst ihr euch bis dahin noch ziemlich gedulden. 😉 Für dieses Projekt habe ich eine eigene Fantasy Welt und ein eigenes Magiesystem erschaffen und begleite zwei Figuren auf unterschiedlichen Seiten eines Konfliktes durch einige harte Entscheidungen.

Leider ist das Interview damit bereits beendet. Mehr über Susanne erfahrt ihr über Instagram bzw. seine Homepage.

[Kurzinterview] 3-Fragen Talk mit Ingo S. Anders

Autor Ingo S. Anders hält sein Buch MS Queer - Mit dem Schiff ins Glück hoch und sitzt für ein Interview vor einer Mauer

Ob ME/CFS – seltsam klingende Buchstaben, Autor und Blogger gleichermaßen oder 14.7 als Tag der nichtbinären Menschen – Ingo S. Anders, Autor von „MS Queer – Mit dem Schiff ins Glück“, stellt sich in diesem Interview knallharten Fragen.

Außerdem durfte ich vor einiger Zeit Hinter die Kulissen seines Werkes blicken.

Interview: ME/CFS oder auch ME – seltsam klingende Buchstaben. Was steckt dahinter und wie beeinflusst es den Alltag der Betroffenen? Welche Rolle spielt ME in deinem E-Book? 

Jo und Tina sind recht unterschiedlich. Tina ist ein wenig verschusselt und wird unter Zeitdruck leicht nervös und dann macht sie Fehler. Jo ist, anders als Tina, nicht gern unter Menschen, weil En hypersensitiv ist und viel Zeit für sich braucht.

Hypersensitivität bedeutet, jeglicher Aufenthalt in lauten Umgebungen ist wahnsinnig anstrengend. Gerüche werden als Belastung empfunden, ungewollte Berührungen als sehr unangenehm erlebt. Manche Betroffene sind auch lichtempfindlich und andere reagieren auch auf Geschwindigkeiten.

Ich halte es im Einkaufszentrum mit maßangefertigtem Gehörschutz eine Dreiviertelstunde aus, danach muss ich da raus und mich zu Hause mindestens eine halbe Stunde hinlegen.

Die Hypersensitivität und die damit verbundenen Einschränkungen sind ein Symptom meiner ME. Ich kann mir den Aufenthalt im Einkaufszentrum auch nur erlauben, weil ich mit E-Rolli unterwegs bin und Assistenzen und Haushaltshilfen habe.

Bei Jo habe ich es mal offen gelassen, warum En die Welt so wahrnimmt. Das heißt, ME spielt keine tragende Rolle in MS Queer, aber man kann es hineinlesen. Es ist einfach ein Merkmal von Jo, so wie Ens Vorliebe für Bücher.

Ich möchte trotzdem gerne die Gelegenheit nutzen, etwas Öffentlichkeitsarbeit in Sachen ME zu machen, weil mich auch das Marketing für meine Publikationen viel Kraft kostet und ich so zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen kann.

Wenn dich das nicht interessiert und du dich schnell ablenken willst: Kauf dir fix das E-Book »MS Queer – Mit dem Schiff ins Glück« und lies dort weiter.

Für die anderen:

Das Kürzel ME steht für Myalgische Enzephalomyelitis und teilt sich einen Diagnoseschlüssel mit dem Chronischen Fatigue Syndrom, welches sehr oft mit der ME einhergeht. Die Fatigue ist eine ohne vorangegangene Anstrengung plötzlich auftretende Erschöpfung, die durch Ausruhen oder Schlaf nicht zu beheben ist. Die Myalgische Enzephalomyelitis ist eine neuroimmunologische Autoimmunkrankheit, deren Leitsymptom eine nach Anstrengung auftretende Erschöpfung ist.

Mein Alltag wird derzeit von einem strengen Zeitplan beherrscht, den ich mir auferlegen musste, um vor allem genug Pausen zu machen.

Ausflüge nach draußen sind ohne weitere Komplikationen nur im näheren Umkreis und mit Hilfe meines E-Rollis möglich. Strecken von bis zu hundertfünfzig Metern kann ich noch an Krücken gehen, wenn ich mich alle drei bis vier Minuten hinsetzen kann. Für weiter entfernte Ziele oder bei Arztbesuchen habe ich immer mindestens eine Assistenz im Schlepp, weil jemand für mich die Gespräche in den Praxen übernehmen muss. Zum anderen habe ich starke Denkstörungen (Brain Fog). Brain Fog heißt, ich kann aus meinem Gedächtnis Erinnerungen nicht mehr zuverlässig abrufen. Ich habe Wortfindungsstörungen, bekomme Kopfschmerzen vor Anstrengung.

Der Alltag von ME-Betroffenen sieht völlig unterschiedlich aus, je nach der individuellen Einschränkung. Wenn ich Geschichten über Figuren mit ME schreibe, etwa »Ausruhen ist so anstrengend« oder »Bedarfsrollstuhlfahrer«, dann gehe ich dabei von meinem Fall aus.

Es gibt wirklich viel Wissenswertes über die ME.

Ich habe auf meiner Webseite Informationen bereitgestellt, die Menschen helfen sollen, die befürchten, sie könnten betroffen sein. Vor allem aber möchte ich Ärzt:innen und Medizinstudent:innen sensibilisieren, damit wir bald mehr Hilfe bekommen. Denn es kann sein, dass es in absehbarer Zeit wirksame Medikamente gibt und dann muss sie auch jemand verordnen können. Aber das darf man ja auch erst, nachdem man die Diagnose gestellt hat.

Hier also nähere Informationen über die Myalgische Enzephalomyelitis: https://ingoschreibtanders.blog/me-bzw-me-cfs/

Frau liegt bei kleinem Licht im Bett und hält sich den Bauch

Interview: Autor und Blogger – du kennst beide Seiten. Was erwartet mich auf deinem Blog? Welche Themen sind dir wichtig?

Nun, als Autor bewerbe ich natürlich meine Bücher und in einer buchigen Newsletter-Reihe berichte ich von dem, was sich hinter den Kulissen so tut.

Kurze Geschichten poste ich auch immer mal wieder. Als ich das Blog frisch aufgemacht hatte, habe ich als Challenge 100 Tage lang je eine Fingerübung geschrieben und roh und unbearbeitet veröffentlicht.

Zudem finden sich noch Artikel, um für mich selbst festzuhalten, was ich in Sachen Schreibhandwerk gelernt habe. So etwas poste ich mittlerweile auf Schreibmehr.online, einer befreundeten Seite, die sich an Schreibanfänger richtet, damit ich mich auf meinem Blog auf die Zielgruppe der Lesenden fokussieren kann.

Rezensionen schreibe ich eigentlich keine mehr. Ich habe etliche angefangen, aber nicht mehr geschafft, die Bücher zu Ende zu lesen, weil ich mich kaum darauf konzentrieren kann.

Als linksgrünversiffter Aktivist schreibe ich auch gelegentlich Politisches, da die Rechte für queere Menschen immer weiter beschnitten werden und auch Menschen mit Behinderungen einfach nicht gleichgestellt sind. Wenn die Teilhabe durch die Behinderung selbst erschwert wird, dann ist das schlimm genug, wenn aber einfach nicht genug in Inklusion investiert wird, dann ärgert mich das.

Ich wünsche mir auch mehr Räume für queere Menschen mit Behinderung.

Durch meine Behinderung bin ich oft ausgeschlossen. Auf der anderen Seite fühle ich mich bei einigen Veranstaltungen, die explizit für Menschen mit Behinderung angeboten werden, nicht sicher genug, dort auch als queere Person willkommen zu sein.

Als Mitglied des Queerhandicap e.V. engagiere ich mich daher auf beiden Seiten.

Wenn ich die Löffel zusammensammeln kann, mich zu einer Demo zu schleppen, dann schreibe ich auch darüber.

Aber manchmal erzähle ich auch einfach von einem Spaziergang und teile Naturfotos, die ich für gelungen erachte. Manchmal mache ich auch ein bisschen MIMIMI, wenn ich nicht weiß, wohin damit oder denke, da gibts noch jemanden, der sich allein damit fühlt.

Wer sich also für meinen Wartezimmertratsch interessiert, für queere Inhalte oder für meinen Alltag als scheiternder Schriftsteller und am besten für alles zusammen, der ist bei mir richtig.

Oh, und natürlich – die Bücher. Aber die kann man ja auch direkt im Laden kaufen. Es ist nur einfacher, die Artikelseiten zu finden, wenn man über meine Webseite geht.

Hier gehts zur Startseite: https://ingoschreibtanders.blog/

Autor Ingo S. Anders sitzt im Rollstuhl und lächelt in die Kamera

Interview: 14.7. – Tag der nicht-binären Menschen. Welche Bedeutung hat das Datum für deine Figuren? Und was verbindest du persönlich damit?

Der International Non-Binary People’s Day oder Tag der nicht-binären Menschen findet seit 2012 am 14. Juli statt. Deshalb habe ich diesen Tag für den Release gewählt. Und deshalb feiert MS Queer jetzt Buchgeburtstag.

Tan Caglar erzählte mal davon, dass er als Deutschtürke in Deutschland als Ausländer gesehen wird, weil man ihn als Türke erkennt, und in der Türkei ist er ebenfalls Ausländer. Da ist er der Deutsche, spricht die Landessprache nicht und fühlt sich fremd wie ein Tourist. So identifiziert er sich weder als so richtig als Deutscher noch als Türke, sondern eben als Deutschtürke.

Vielleicht ist das ein guter Vergleich für diejenigen, die sich Geschlecht als Spektrum nicht vorstellen können.

Jo braucht überhaupt nicht zu verreisen, um dieses Gefühl zu haben, nirgendwo richtig zu sein. En trifft im Alltag nur auf Herrentoiletten und Damentoiletten und höchste Richter:innen, die für kleines Geld sauber machen und darüber entscheiden, wer sich wo erleichtern darf.

Man braucht in Deutschland schon eine Schwerbehinderung und zuweilen einen bestimmten Schlüssel, um eine Toilette nutzen zu dürfen, die nicht nach Männlein und Weiblein getrennt ist. Warum eigentlich? Was ist eigentlich, wenn ich als behinderter Mann meine Toilette nicht mit Frauen teilen will? Sarkasmus beiseite.

Auch unabhängig von diesen Bedürfnissen auf den stillen Örtchen ist jede Begegnung mit Mitmenschen für uns alle damit verbunden, dass man früher oder später in die eine oder andere Schublade gesteckt wird. Die einen genießen das, die anderen fürchten das.

Ich selbst habe es während meiner Transition gehasst, mal so und mal so gelesen zu werden, weil meine autistischen Züge sich nach Beständigkeit sehnen. Viele Jahre lang habe ich mir die größte Mühe gegeben, besonders eindeutig männlich auszusehen, bis ich erkannt habe, dass es einfach nicht möglich ist, das Geschlecht einer Person von außen zu erkennen.

Jetzt mit sichtbarer Behinderung bin ich offenbar von allen Gendernormen befreit und mir wird permanent die Tür aufgehalten, da kann mein Bart noch so lang werden.

Aber immerhin geht man meistens davon aus, dass ich als Mann angesprochen werden möchte, auch wenn manche wohl aufgrund meiner Handtasche und der Regenbogenbeflaggung an meinem Rolli etwas unsicher sind und nachfragen.

Nachfragen finde ich immer noch besser als ungefragt misgendern, wenn man sich gerade erst kennenlernt. Deshalb habe auch ich mir angewöhnt, mich mit meinem Pronomen vorzustellen, um den anderen Personen die Gelegenheit zu geben, sich anzuschließen.

Wenn es einfach normal ist, dass man mit seinem Namen seine Pronomen nennt oder die Tatsache, dass man gar keine wünscht, dann kommt es auch keinem Outing gleich und es fühlt sich auch nicht nach einer Diskriminierung an, wenn man nun die einzige Person aus der Gruppe ist, die gefragt wird.

Tina und Jo machen Urlaub umgeben von der queeren Community und so sollte es eigentlich jeden Tag sein – das Leben bereitet schon Stress und Anstrengung genug. Da braucht man nicht noch zusätzliche Belastungen durch Hasskriminalität.

Jetzt gibt es mit dem Selbstbestimmungsgesetz endlich die Möglichkeit,  – verglichen mit der Regelung nach dem TSG – unkompliziert Namen und Geschlechtseintrag anzupassen. Das muss unbedingt erhalten bleiben.

Nochmals vielen herzlichen Dank für deine Zeit, liebe Diana. MS Queer lebe hoch!

Leider ist das Interview damit bereits beendet. Mehr über Ingo erfahrt ihr über Instagram bzw. seine Homepage.