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[Kurzinterview] 3-Fragen Talk mit Vanessa Carduie

Die Autorin Vanessa Carduie für ein Interview mit ihrem Roman Kiss in the Rain

Interview: Vampire und Gay – eine ungewöhnliche aber gute Mischung. Was war / ist für dich der Reiz daran?

Tatsächlich kannte ich diese Kombination schon durch einen Freund von mir, Riley McForest, der selbst Gay-Vampir-Geschichten auf Belletristica schreibt. Die Idee zu „Kiss in the Rain“ ist auch während eines Gesprächs mit ihm entstanden und war eigentlich nur als kleine Aufmunterung gemeint, die dann – wie üblich – ein bisschen eskaliert und deutlich länger geworden ist als geplant.

Ich schreibe ja schon lange Urban Fantasy-Geschichten, somit sind Vampire, Werwölfe und Co nichts Neues für mich. An queere Inhalte habe ich mich sehr lange nicht herangetraut und auch keinen Zugang gefunden. Das änderte sich allerdings mit meiner Buchreihe „Literary Passion“, weil es dort einen schwulen Nebencharakter gab/gibt, der unbedingt eine eigene Geschichte brauchte. (Die er mit „Literary Passion – Verbotene Liebe“ auch bekommen hat. 😉 )

Tja, seitdem werde ich ab und an gefragt, wann denn wieder ein Gayfantasy-Buch von mir erscheint. Offensichtlich in nächster Zeit etwas öfter, wobei mein Hauptaugenmerk wahrscheinlich nicht im queeren Bereich liegen wird.

Interview: In deinen Büchern beschäftigst du dich generell viel mit übernatürlichen Wesen. Welches ist dein Favorit und warum?

Puh, ich mag eigentlich viele der übernatürlichen Wesen. Vampire haben es mir schon seit einer Ewigkeit angetan und meine Werwölfe mag ich auch. Mich fasziniert dieser Kontrast zwischen dämonischer/animalischer und ihrer menschlichen Seite. Meine Form der Traumwandler (Inkuben/Sukkuben) oder die Nymphen finde ich aber auch sehr interessant.

Interview: Laut Homepage bist du Mitglied des Autorennetzwerkes „Die Schicksalsweber“. Was erwartet mich als Autor dort? Warum sollte man sich anschließen?

Die Schicksalsweber“ ist im Prinzip wie eine kleine Familie. Jeanette Lagall, Melissa David und ich kennen uns schon mehrere Jahre und arbeiten hervorragend zusammen. Mit den „Schicksalsweber & Friends“ geben wir anderen Autor*innen eine Möglichkeit, mit einem Stand auf der LBM oder auch der Buch Berlin vertreten zu sein.

Die meisten unserer Bücher werden in Deutschland gedruckt, alle auf FSC-Papier aus nachhaltiger Waldwirtschaft. Wir geben uns bei der Gestaltung und der Ausstattung, z.B. mit Lesebändchen, große Mühe. Unsere Hörbücher haben alle

Davon abgesehen haben wir regelmäßig Lesungen für andere Autor*innen auf unserer FB-Seite veranstaltet oder anderweitig unterstützt.
Durch Corona, private Veränderungen und Jeanettes Verbandstätigkeit ist im Moment alles auf ein Minimum reduziert, aber das wird sich 2022 wieder ändern.

Man muss auch kein „Mitglied“ sein, damit wir aus dem Buch vorlesen. Eine liebe Nachricht reicht aus. 😉 Wir behalten uns jedoch vor, Texte abzulehnen, die thematisch oder qualitativ nicht zu uns passen.

Leider sind wir damit auch schon am Ende angelegt. Mehr über Vanessa erfahrt ihr über Instagram und ihre Homepage.

[Interview] Elysa Summers – Von Fuchsgeistern, Japan und Gaben

Mit „My Beloved Kitsune“ begibt sich Elysa Summers in die Welt der Selfpublisher. In monatelanger Kleinarbeit entstand ganz besonders Buch mit starken Charakteren. Im Interview spricht Elysa unter anderem über ihre Beweggründe, die Zusammenarbeit mit Bloggern, welche Arbeit hinter Selfpublishing steckt und was sie als Person ausmacht. Außerdem gibt’s am Ende einen exklusiven Tipp für die künftigen Autoren unter euch.

Elysa Summers hält für ein Interview ihr Buch My Beloved Kitsune in den Händen und sitzt in einem Hängesessel
@Elysa Summers

Interview: Hallo Elysa, freut mich das du hier bist. Vor kurzem erschien dein Debüt „My Beloved Kitsune  – Ghosts & Destiny“ via Selfpublishing. Worum geht’s?

Hallo Diana, es freut mich hier zu sein. J

In meinem Buch geht es um die junge Sakura, die Geister sehen kann und von einem Geist gebeten wird nach Japan zu reisen. Ihr Schicksal wäre mit dem eines Fremden dort verbunden. Zuerst glaubt Sakura dem Geist nicht, aber dann reist sie dank eines unglücklichen Zufalls, doch nach Japan zu ihrer Großmutter. Dort erfährt sie von ihrer besonderen Gabe Geister und Dämonen sehen zu können. Bevor sie sich daran gewöhnt hat, trifft sie bereits auf ihren Schicksalspartner Kiba. Der bringt sie mit seiner arroganten Art ganz schön auf die Palme und sie würde ihn gerne wieder loswerden. Aber das Schicksal hat vorgesehen, dass ihr gemeinsamer Weg erst begonnen hat …

Interview: My Beloved Kitsune ist als Reihe angelegt. Wie viele Bände wird es insgesamt geben? Hast du dich bewusst gegen einen Einzelband entschieden?

Es wird insgesamt drei Bände geben, wobei auch noch ein Sequel und mehrere Kurzgeschichten zu meinen Nebencharakteren geplant sind.

Ja, ich habe mich bewusst dagegen entschieden und zwar aus folgenden Gründen:

 1. Das Buch war ursprünglich ein Einzelband, aber mit fast 700 Seiten zu lang für einen Einteiler. (Gerade im SP sehr schwer zu stemmen.)
2. Ich wusste, dass durch das Lektorat noch ein paar Bereiche ausgebaut werden würden, daher wollte ich meinen Figuren und der Handlung entsprechend Raum geben sich zu entwickeln.

Interview: Japan und Kitsune (Fuchsgeister) – Hauptelemente deines Buches. Interessiert du dich generell für Japan? Was hat dich dazu inspiriert diese Themen aufzugreifen?

Oh ja, ich interessiere mich sehr für Japan. Es ist eines meiner liebsten Länder und ich möchte unbedingt einmal dorthin reisen. Am liebsten zum Hanami. <3
Die japanische Mythologie hat mich schon fasziniert, seit ich Animes wie Inu Yasha gesehen habe. Es ist einfach etwas Besonderes, auch wenn mich die europäische Mythologie genauso fasziniert, aber die kennt man ja schon. 😉 Irgendwann hatte ich einmal einen Traum, indem ein Fuchsgeist unter einem Kirschbaum saß und da war die Idee zu My beloved Kitsune geboren.

Cover und Illustration zu My Beloved Kitsune von Elysa Summers
Cover Farbenmelodie Coverdesign / Illustration Robyn

Interview: Inzwischen hast du die eine oder andere Rückmeldung zum Buch bekommen. Wie zufrieden bist du?

Zum Großteil bin ich wirklich sehr zufrieden. Die meisten Leser*innen haben mein Buch positiv bewertet und das freut mich natürlich. Leider gab es auch zwei / drei Leser*innen, die ein wenig unzufriedener waren, da der Einstieg ihrer Meinung nach zu lange gedauert hat. Das stimmt, mein Buch hat einen längeren Einstieg, dazu habe ich auch einen extra Post auf Instagram verfasst. Aber jeder hat ja seinen eigenen Geschmack und man kann es nie allen Leuten recht machen.

Interview: Dein aktuelles Werk ist für mich als Fan der japanischen Kultur ideal. Bleibst du für künftige Bücher in dem Bereich? Oder dürfen wir als Leser auf weitere Welten hoffen?

Also, wie oben schon erwähnt wird es vermutlich noch ein Sequel und mehrere Kurzgeschichten aus der Welt von MbK geben. Aber ich habe natürlich noch weitere Ideen geplant, z. B. eine Gay-Romance Märchenadaption zu meinem Lieblingsmärchen „Das singende, springende Löweneckerchen“.
Ich kannte zuerst nur die Manga-Version von Kei Ishiyama, aber die war so toll, dass ich auch das Original gelesen habe. Beide Versionen gefallen mir gut, aber erst der Manga hat mich zu meiner Adaption inspiriert. 😉

Als Autorin arbeitest du mit Bloggern zusammen. Wie fühlt sich die andere Seite an? Was klappt gut, was weniger?

Es hat wirklich gut geklappt und ich war sehr zufrieden mit meinen Bloggerinnen.
Sie haben schon vor Release Werbung für mich gemacht und dann natürlich als sie ihre Boxen erhalten haben. J Es war so schön zu sehen, wie sehr sie das Buch mochten und ihre positiven Rezensionen haben mich so gefreut. 😀
Bisher kann ich mich also nicht beklagen. ^^

My Beloved Kitsune von Elysa Summers mit passendem Lesezeichen

Interview: Als Selfpublisherin ist es für dich ungleich schwieriger entsprechende Kosten zu stemmen. Was unternimmst du, um es zu schaffen? Wie könnte man dich dabei unterstützen?

Ich habe tatsächlich für den ersten Teil einen Großteil meines Ersparten geopfert, aber ich würde es immer wieder tun. Trotzdem habe ich mich jetzt bei diversen Nebenjobs beworben, da ich hoffe so ein wenig zusätzliches Geld zu verdienen.
Unterstützen kann man mich auch bei Ko-Fi, in meiner Insta-Bio habe ich einen Link, wo man direkt zu meiner Ko-Fi-Seite kommt. Es ist egal wie viel man spendet, Hauptsache wir schaffen den Meilenstein.

Interview: Würdest du dich jederzeit wieder für Selfpublishing entscheiden? Oder wäre eine Verlagsveröffentlichung ebenso reizvoll?

Beides ist für mich eine mögliche Option. Ein Verlag hat halt den Vorteil, dass man nichts für Lektorat und Co bezahlen muss. Der Nachteil ist, dass man weniger Mitspracherecht beim Cover oder auch beim Lektorat hat. Denn im Selfpublishing kann man sich ja aussuchen mit wem man zusammenarbeiten möchte. Im Verlag geht das leider nicht. Außerdem hat man beim SP weniger Druck den nächsten Band zu schreiben, denn man kann seine Erscheinungstermine so legen wie man möchte.

Dafür muss man beim SP noch mehr Geld ins Marketing stecken. Denn man muss zwar auch bei einem Verlag selbst Marketing betreiben, da dieser einen als Newbie da meist nur wenig unterstützt, aber man bekommt zumindest die ein oder andere Hilfe an die Hand.

Interview: Ich hab mir deinen Blog auf Instagram etwas genauer angesehen. Was für Bücher magst du? Mit was kann man dich begeistern?

Am allermeisten lese ich natürlich Fantasy. Das ist das Genre, in dem ich zu Hause bin, ich liebe es einfach. <3 Aber ich lese auch gerne Bilder- bzw. Kinderbücher, gerade für meine Arbeit als Förderlehrerin. Ich liebe es, die putzigen Illustrationen zu betrachten und die niedlichen Geschichten zu lesen. <3
Manchmal lese ich auch Sachbücher zu Themen, die mich interessieren wie z. B. Hunde oder das Gärtnern.

Funko Pop des Charakters Kiba aus My Beloved Kitsune von Elysa Summers.
Ich habe schon öfter Funko-Pops auf Instagram gesehen, die zu Buchcharakteren angefertigt wurden (meist Rhysand oder Feyre etc.) Ich dachte mir, es wäre toll, wenn ich meinen eigenen Charakter im Regal stehen hätte. Vor ein paar Wochen habe ich endlich das Glück gehabt bei Ramona von moon.creative.pops eine liebe Ansprechpartnerin zu finden, die meinen Traum wahr werden ließ

Interview: Abseite von Büchern und Instagram, wie sieht dein normaler Alltag aus? Was macht die Person Elysa aus?

Ich arbeite vormittags als Förderlehrerin an zwei Grundschulen in Augsburg. Momentan ist der Beruf leider nicht ganz so schön, da wir ja viel Abstand einhalten müssen und zum Teil Distanzunterricht haben. Da kann man nicht immer schöne Unterrichtsideen umsetzen. Aber ich liebe es trotzdem – meistens jedenfalls. 😉 Daneben gehe ich gerne radeln und spazieren und koche gerne. Außerdem zocke ich oft mit meinem Freund, auch wenn ich nicht so gut bin. ^^ und bin ein Serien-Junkie.

Interview: Beim Stichwort Förderlehrerin klingelt es bei mir sofort. Hast du dich gezielt für die Arbeit mit besonderen Kindern entschieden?

Nein, als Förderlehrerin arbeite ich nicht mit Kindern an Förderschulen. (Auch wenn wir dort eingesetzt werden können.) Ich arbeite mit ganz normalen Grundschülern, die Lernschwierigkeiten in Mathe und / oder Deutsch haben. Und auch mit Kindern, die die deutsche Sprache erst lernen. Den Beruf des Förderlehrers gibt es so nur in Bayern und ist eine anerkannte Ausbildung. Ich wollte gerne mit Kindern arbeiten, aber ich war „zu schlecht“ für ein Studium. Durch das Arbeitsamt bin ich dann auf die Ausbildung aufmerksam geworden.

Interview: Eine Autorin steht kurz davor ihr erstes Buch zu veröffentlichen – dein Tipp?

Stehe hinter deinem Buch und lass dich nicht von kritischen Meinungen verunsichern. Jeder liest etwas anderes gern, man kann es (leider) nicht allen recht machen. Und such dir auf jeden Fall ein paar Blogger*innen, mit denen du zusammenarbeitest, denn gute Werbung für dein Buch ist das A und O.

Leider ist die Zeit schon wieder vorbei und ich muss mich von dir verabschieden. Vielen Dank das du da warst.

Ich habe mich sehr über dieses Interview gefreut und hoffe, ich konnte deine Fragen ausreichend beantworten.

Hast du, mehr als das. Danke übrigens für die zur Verfügung gestellten Bilder

[Unpacking] Halloweenbox Vampire die bellen beißen nicht

Halloweenbox „Vampire die bellen beißen nicht“

Autor: Christin Thomas
Webseiten: FB / Instagram / HP
Verlag: Selfpublisher
Seitenanzahl: 289
Preis 12,99

Als die Privatdetektivin Caitlyn einen Routineauftrag annimmt, ahnt sie nicht, auf was sie sich einlässt. Statt einen untreuen Ehemann auf frischer Tat zu ertappen, stolpert sie in eine Welt jenseits ihrer Vorstellungskraft. Nicht nur dass Jonathan Green ihr Herz durcheinanderbringt, obwohl sie eigentlich auf ihn angesetzt ist. Nein, auf einmal wird Cait auch noch von einem mächtigen Vampir gejagt, der ein unerklärliches Interesse an ihr zeigt. Bald hat sie nur ein Ziel: überleben – um jeden Preis.

(Inhaltsgabe entspricht dem Buchrücken. Rechte für den Text liegen bei der Autorin.)

Inhalt

Halloween – Tag der kleinen Geister, Hexen und allerlei anderer wundersamer Gestalten. In Gruppen ziehen sie von dir zu Tür und fordern Wegzoll, damit keiner von ihnen zurückbleibt. Begleitet von Spinnen und allerlei anderem Getier, erschrecken sie dabei so manchen Passanten.

Christin Thomas brachte mit der Halloweenbox ihre erste Buchbox raus und landete damit einen Volltreffer. Innerhalb kürzester Zeit waren alle Exemplare ausverkauft. Gott sei Dank konnte ich eine Box erwischen und packe diese mit euch zusammen aus.

Stoffbeutel Halloween und Süßigkeiten

Direkt am Anfang erwartete mich diese schaurige und zugleich zuckersüße Minitüte. Ob die sich gut für Süßigkeiten macht? So oder so, mit diesem schicken Beutelchen lässt sich die Süßigkeitentour definitiv gut überstehen. Bis dahin konnte ich bestimmt die Spinnen überreden, dass es viel mehr Sinn macht die Süßigkeiten daneben zu bewachen.

Postkarten und Cover Sternschnuppenküsse

Außerdem gab es eine Postkarte mit einem wunderschönen Spruch sowie eine weitere Karte im Usedlook. Ich finde beide absolut traumhaft. Außerdem konnte ich einige Sticker entdecken und das Cover zu ihrem neuen Roman als stabiler Print.

Natürlich darf das Buch selbst nicht fehlen. Mit „Vampire, die bellen, beissen nicht“ zieht nach langer Zeit ein Vampirroman bei mir ein. Das Cover spricht für sich selbst, macht Bock auf mehr und spiegelt den oben geposteten Klapptext sehr gut wieder. Doch nicht nur da, auch im Buch selbst finde ich immer wieder putzige Details wie kleine Fledermäuse zwischen den Kapiteln oder einzelne Illustrationen über ihnen. Danke Christin für so eine gelungene Gestaltung.

Absolutes Highlight ist und bleibt jedoch diese traumhafte Buchkerze. Ich mein, wie kann so was Einfaches bitte so schön sein? Ich bin so glücklich darüber, dass ausgerechnet diese schicke Buchkerze meine erste Buchkerze ist. Ich hätte mir keine schönere Variante wünschen können. Vermutlich werde ich sie genau deswegen niemals anzünden.

Ach ja, bevor ich es vergesse, die Kerze hat einen Holzdocht! Ja, richtig gelesen, ein Holzdocht. Hat jemand Erfahrung damit?

Fazit

Zugegeben, Halloween ist mir als Fest egal, aber mit dieser Buchbox werden selbst Feiermuffel wie ich zu echten Halloweenfans. Den passenden Beutel samt Süßigkeiten sowie Kerze und Buch habe ich jetzt.

[Unpacking] Bloggerbox Kind der 90er – Ausflug in die Vergangenheit

Buchbox zum Roman Kind der 90er von Michele Voigt

Kinder der 90er

Autor: Michele Voigt
Webseiten: FB / Instagram / HP
Verlag: Selfpublisher
Seitenanzahl: 284
Preis ???

Julia ist Ehefrau und Mutter und eigentlich ist ihr Leben perfekt. Aber irgendwie ist da trotzdem so ein Gefühl, etwas verpasst zu haben. Sie fühlt sich in ihrer Mutterrolle gefangen und sehnt sich nach Freiheit, Spaß, Abenteuern und der glücklichen Zeit in den 90ern, als sie jung war, das Leben bunt und sie jeden Tag ihren Spaß mit ihrer Clique hatte.

Auf einer 90er Party trifft sie Jannis, ihre Jugendliebe. Er scheint ihr all das bieten zu können, was in ihrem Leben fehlt. Eine Achterbahn der Gefühle beginnt.

Ein berührender Liebesroman über die Vergangenheit, die Zukunft und verpasste Träume. Zwischen Bravo Hits, grenzenloser Freiheit, unbeschwerten Nächten und dem Alltag einer berufstätigen Mutter.

(Inhaltsgabe entspricht dem Buchrücken. Rechte für den Text liegen bei der Autorin.)

Inhalt

Die 90er – Trolls, Armbänder oder Bravo Hits, eine bunte Zeit an die ich mich persönlich kaum noch erinnern kann. Und doch, als ich die zauberhafte Box von Michele Voigt öffnete, fühlte ich mich sofort in zurückversetzt. Ich sah mich wieder als Teenie auf dem Bett liegend, die neuste Bravo auf dem Schoß und im Hintergrund grölte irgendeine Boyband. Die Wände des Zimmers sind mit diversen Postern gepflastert und Gedanken an die Zukunft noch fern.

Buch, Postkarte, Lesezeichen und Sticker zum Roman Kind der 90er von Michele Voigt

Das Paket selbst enthielt unter anderem das Buch samt Postkarte, Lesezeichen und Sticker im passenden Design. Dabei sorgt allein schon die Kassette auf dem Cover für das passende Feeling. Ich erinnere mich noch gut an diverse Bleistiftversuche, Bandsalat und vor allem Aufnahmen mit nervig dazwischen quatschenden Moderatoren.

Übrigens, die Kassette taucht im Buch immer wieder als Kapitelillustration auf. Eine wie ich finde gelungene Umsetzung des Themas.

verschiedene Ketten und Armbänder sowie ein Zopfgummi

Zusätzlich gab es weitere Kleinigkeiten wie diverse Ketten, mehrere Armbänder und einen Zopfgummi. Für mich besonders Retro: die gelbe Kette mit dem Schnuller als Anhänger. Ich erinnere mich noch gut an diverse Süßigkeiten oder aber andere Schmuckstücke im Nuckelstill.

Ein weiteres Retro Highlight: die schwarze Kette, die gleichzeitig als Armband nutzbar ist. Für mich die bessere Alternative, da die Kette an sich etwas arg eng anliegt und ich sowas generell nicht mag.

Eines der Armbänder lässt sich außerdem als Lesezeichen benutzen. Praktisch oder? Für mich zumindest schon, denn leider ist die Schlaufe zum Einfädeln der Gegenseite etwas klein. Ohne Hilfe ist es kaum möglich das Armband zu verschließen. Abgesehen davon liebe ich ungewöhnliche Lesezeichen.

Lipgloss und Aufsetzer für Stifte

Es ist und bleibt Retro. Mit den Trollen kehrte ein weiteres Stück Erinnerung zurück. Allerdings kannte ich sie bisher hauptsächlich als große Figuren. Danke daher für dieses zusätzliche Stück Jugend. Natürlich auch für den schicken Lipgloss.

Fazit

Egal ob Kassette, Trolle, bunte Armbänder, Poster an den Wänden oder Bravo Hits – Teenietage lassen grüßen. Mich beeindruckte, neben der Sicherheit beim Thema selbst, die liebevolle Auswahl der einzelnen Inhalte. Eine wirklich schicke Box im Stille der 90er Jahre.

[Interview] Josefine Gottwald – Standardnixe kann jeder

Josefine Gottwald ist als Autorin ständig auf Achse. Mit „Mermaid“ veröffentlicht sie nach 6-jähriger Arbeit ihren allerersten Nixenroman. Der Auftakt zu einer großartigen Serie. Ich hatte die Ehre sie für ein Interview mit Fragen löchern zu dürfen.

Im Interview erfahrt ihr unter anderem wieso es so lange dauerte und wie viele Bände es werden. Außerdem erfahrt ihr mehr über ihre Arbeit als Biologin und wie sie das für Mermaid nutzen kann.

Cover des Romans Mermaid mit etwas Deko im Hintergrund

Interview: Willkommen zurück Josefine. Mit „Mermaid“ beschreitest du völlig neue Wege und veröffentlichst deinen ersten Meeresroman. Worum geht es?

Die Handlung erzählt von einer Herrscherin, die vom Thron gestoßen wurde und versucht, die Intrige aufzudecken. Beim Kampf um ihr Land muss sie auch innere Hindernisse überwinden. Der Stoff beinhaltet für mich viel Symbolik. Es geht um Menschen, die ihre Menschlichkeit verlieren und sich dem Materialismus zuwenden und um den Kontakt zum Körper. Gern würde ich auch den Kontrast zwischen Rationalität und Sinnlichkeit weiter vertiefen.

Interview: Klingt ganz nach meinem Geschmack. Ist Mermaid als Reihe angelegt? Wenn ja, wie viele Bände wird es insgesamt geben?

Ich sehe Band 1 als Prequel (was nicht korrekt ist, da er zuerst geschrieben wurde), also vielleicht als Teil 0 einer Saga. Er führt die Figuren und ihre inneren Konflikte ein und beschreibt das Setting unter dem Meer (das Unbewusste). Sechs Bände wären schön, dafür habe ich genügend Stoff.

Quallen in einem Aquarium in Berlin als Bild in einem Interview
Diese leuchtenden Quallen schwimmen in einem Aquarium in Japan. Josefine reist viel im Rahmen ihrer Recherche und hat dementsprechend meist was zum Knipsen dabei.

Interview: Ich bin neugierig, was hat dich zu Mermaid inspiriert? Wie bist du auf die Idee gekommen?

Ich arbeite jetzt über sechs Jahre an dem Thema und kann das nicht mehr im Detail nachvollziehen. Es kommen immer wieder Aspekte hinzu, die überhaupt nicht meeresverwandt sein müssen. So beispielsweise eine Passage der Liederedda, die die Nibelungenlegende enthält: Es geht da um den Schatz, der jeden um den Verstand bringt. Fafnir (ein Riese) tötet für ihn und will ihn später nicht teilen. Stattdessen legt er sich auf das Gold und „wird zum Drachen“. Das fand ich spannend, da es unter den Menschen noch immer solche „Drachen“ gibt.

Natürlich gab es auch einen Andersen-Einfluss. Ich habe mich mit seiner Biografie beschäftigt und hatte den Drang, diese widerstreitenden Gefühle in Worte und Bilder zu fassen. Eine Herausforderung.

Interview: Oh ha, interessanter Hintergrund. Ich kenne Hans Christian Andersen und liebe seine Märchen. Du hast jetzt selbst eine Adaption geschrieben. Wie stehst du generell zum Thema Märchenadaptionen? 

Ich denke, eine Adaption bezieht sich auf die Handlung eines Werks, in dem Fall eines Märchens. Die inhaltlichen Überschneidungen sind hier gering, auch wenn es kleine Anspielungen geben wird. Märchen, vor allem Volksmärchen, sind vielschichtig und erlauben Interpretationen mit verschiedenen Schwerpunkten. Es gibt einen Schneewittchen-Horrorfilm („A Tale of Terror“ mit Sam Neil und Sigourney Weaver), den ich sehr liebe. Beim Kunstmärchen ist das anders, um es weiterzuerzählen muss man den Autor gut kennen. Mir fällt da kein geglücktes Beispiel ein …

Brunnen im Naturkundemuseum Wien als Bild in einem Interview
Dieser hübsche Brunnen steht im Naturkundemuseum in Wien. Ich kenne ähnliche Werke hier in Deutschland. Immer wieder schön.

Interview: Passend zum Release von Mermaid gab es auf Facebook eine große Party mit zahlreichen Spielen, Rätseln und Gewinnen. Wie kam das bei deinen Fans an? Wird es sowas in Zukunft wieder geben?

Dieser Tag mit den Lesern hat mir viel Freude gemacht! Die Stimmung war toll, und auch wenn alles online und distanziert stattfindet, spürt man eine enge Verbindung und spricht im Laufe des Abends über immer persönlichere Themen. Ich fand es berührend zu lesen, durch welche Tiefen die Teilnehmer in ihrem eigenen Leben schon gegangen sind und was ihnen Hoffnung gibt. Das würde ich gern wiederholen.

Interview: Du hast selbst Biologie studiert und bist damit vom Fach. Wie sehr hat dir das bei der Arbeit an Mermaid geholfen?

Meine Arbeit in der Aquaristik war eine große Inspirationsquelle. Kaum jemand kann sich vorstellen, wie es ist, morgens vor Öffnung durch eine lebende Ausstellung zu laufen und vom Balztanz der Seepferdchen begrüßt zu werden. Andere tiefe Eindrücke entstanden beim Spiel mit einem Oktopus (der mit seinen Saugnäpfen die Haut schmeckt und erkundet) oder beim Füttern und Berühren eines Meeraals (wobei man noch vorsichtiger sein sollte). Diese Impressionen würde ich gerne teilen, auch wenn meine Sprache da manchmal ins Fachlich-Fantastische abrutscht, so wie bei den „undulierenden Flossensäumen“ …

Säulen im Titanic Panometer Leipzig als Bild in einem Interview
Was für ein Foto. Entstanden im Titanic Panometer Leipzig. Kleinigkeiten wie diese nutzt Josefine immer wieder als Inspiration.

Interview: Das Cover ist recht düster und die roten Haare erinnern mich stark an Arielle. Bewusste Entscheidung oder Zufall?

Tatsächlich habe ich keine enge Bindung zu Arielle. Von den Disney-Filmen mochte ich „Die Schöne und das Biest“ immer lieber, weil sich die Beziehung komplexer gestaltet. Eric ist ein recht langweiliger Typ und Arielle sehr naiv. Ich glaube, die Heranführung an die roten Haare kam über einen Umweg: Ich wollte keine Sirene im Stereotyp einer blonden Verführerin wie die Loreley. Diese Rolle bekam Grím im Buch, also Nûris Schwester. Die dritte Schwester Raun sollte dunkel und unscheinbar sein, eine geheimnisvolle und stille Schönheit. Die roten Locken passten zu Nûris aufbrausendem Temperament – es gibt eine rothaarige Figur in „Abbitte“, vielleicht hat sie mich inspiriert.

Interview: Was war beim Cover besonders wichtig?

Mit der Düsternis hast du recht, das war ein wichtiger Aspekt für mich. Gemeinsam mit Vivian Tan habe ich viele Arbeiten des Plakatmalers Alfons Mucha aus der Jugendstil-Epoche gesichtet. Die nymphenhaften Darstellungen transportieren viel Weiblichkeit und Naturnähe, daher hat uns die Formensprache inspiriert. Das dunkle Seegrün war eine Farbe, die ich mir schon lange in den Kopf gesetzt habe. Sie ist unerwartet, nicht tiefblau und auch nicht tropisch türkis, eben meine Vorstellung der finsteren See.

Lesezeichen zum Roman Mermaid

Interview: Im Gegensatz zu den Eiselfen gibt es diesmal keine Illustrationen zwischen den einzelnen Kapiteln. Gibt es dafür einen bestimmten Grund? Hätten eventuelle Illustrationen gestört?

Ursprünglich war mein Konzept recht starr. Ich wollte das Schema der „Eiselfen“ mit einer Illustration pro Akt transportieren und nur in den Punkten Seitenzahl und Umfang der Reihe abweichen. Letztlich hat eine Verkettung von Komplikationen dazu geführt, dass aus den Illustrationen nichts wurde. Der Grafiker erstellte aber ein paar richtig schöne Ornamente, mit denen ich sehr glücklich bin. Inzwischen finde ich es sogar gut, dass die Reihe deutlich anders ist. Auch wenn wir die Figuren auf den Covern haben, hast du ganz recht: Ohne Bilder bietet die Geschichte mehr Freiraum für eigene Vorstellungen.

Vielen Dank für die spannenden Antworten und deine Zeit.

Übrigens, mehr zum Buch gibt’s auf Josefines Homepage. Auf ihrer Instagramseite findet ihr zusätzlich tolle Diskussionen.

[Interview] Josefine Gottwald – neue Feinde auf Raubzügen

Josefine Gottwald ist als Autorin, Mutter, Lektorin und Verantwortliche für das Literaturnetz Dresden online und offline viel unterwegs. Dabei trifft sie auf zahlreiche Menschen, findet Inspiration für ihre eigenen Werke und konnte vor einiger Zeit mit „Raubzüge“ Band 6 ihrer Eiselfensaga veröffentlichen. Ich hatte die Ehre sie für ein Interview zu treffen.

Im Interview erfahrt ihr unter anderem mehr zu den Hintergründen der Reihe, wieso Vivian Tan Ai Hua die bisherige Coverzeichnerin ablöste und wie Josefine es schafft trotz der aktuellen Krise am Ball zu bleiben.

Alle bisherigem Eiselfenbände auf einem Bild

Interview: Willkommen Josefine und Glückwunsch zum neuen Buchbaby. Band 6 deiner Eiselfensaga kann seit kurzem gekauft werden. Worum geht es im neuen Band? Was erwartet die Leser?

Die Reihe spitzt sich nun so sehr zu, dass sich alle Ereignisse auf vorangegangene Bände beziehen. Lúthien, mein unfreiwilliger König, hat ohne sein Wissen einem engen Freund geschadet, der nun sein Todfeind wird. Das Rätsel, dieses Ereignis aufzudecken, macht einen Großteil der Spannung aus. Auriel steht ihm dabei zur Seite und entdeckt ihren Einfluss in der Diplomatie. Nebenbei hat sie ihre kleine Tochter und das ganze Reich zu versorgen, als ihr Geliebter gefangen genommen wird …

Interview: Oh ha, das klingt superspannend. Tolle Fortsetzung. Doch halt, die Coverzeichnerin ist seit Band 5 neu. Wie kam es dazu? Wie zufrieden bist du?

Ich war mit Isis Sousa, der Vorgängerin, sehr glücklich. Da sie in Norwegen lebt, konnte sie die Landschaften wunderbar abbilden. Als sie sich entscheid, mehr Zeit in ihre Kunst zu investieren und keine Auftragsarbeiten mehr anzunehmen, war ich sehr verzweifelt. Die Suche nach einem Stil, der der Reihe und den Erwartungen der Leser gerecht wird, gestaltete sich schwierig. Ich bin insofern sehr glücklich, mit Vivian Tan eine Künstlerin gefunden zu haben, die genauso charakterstarke Porträts zeichnet. Ihr kunsthistorischer Hintergrund gibt Perspektiven und Symbolik neue spannende Tiefe.

Puzzle zur Eiselfenreihe von Josefine Gottwald als Beitrag für ein Interview. Es zeigt einen der Hauptcharaktere.
Dieses Puzzle konnte man im Rahmen einen besonderen Verlosung gewinnen. Es wurde extra dafür angefertigt.

Interview: Aktuell gibt bzw. gab es zum neuen Band mehrere Aktionen, beispielsweise eine Leserunde über Lovelybooks oder das große Spezial auf Instagram. Worum geht es dabei? Wie bist du auf die Idee gekommen?

Leserunden bringen vor allem deswegen Freude, weil man als Autor einen direkten Kontakt zur Community bekommt. Onlineleser sind normalerweise sehr weit weg, daher ist das gemeinsame Lesen und der Austausch sehr intensiv und bereichernd. Bei Instagram war die Reihe bisher eher unbekannt, daher hielt ich es für eine gute Idee, dort eine große Aktion zu starten. Ich gab 10 Bookstagrammern die Gelegenheit, komplett neu in die „Eiselfen“ einzusteigen. Die Leserunde zieht sich noch in den September hinein und bleibt spannend.

Interview: Angelegt auf insgesamt 9 Bände, steuern die Eiselfen mit Band 6 langsam auf das große Finale zu. Merkst du bereits die berühmte Torschlusspanik? 

Ich freue mich auf das Finale und bin glücklich darüber, wie es sich zuspitzt. Natürlich könnte ich fürchten, zu viel Handlung für zu wenig Platz vorzusehen oder die neun Bände nicht einhalten zu können. Aber das ist nicht meine erste Reihe und bisher bin ich mit den Formatierungen immer hingekommen. Ich bin sehr aufgeregt, wie die Leser den großen Schluss empfinden. Hast du eine Idee, was kommen wird?

Interview: Leider gerade nicht, aber ich bin mir sicher, dass du uns nicht enttäuschen wirst. Ich hoffe, dass sich beide ihrer Stärken bewusst werden und das Band zwischen ihnen sich endgültig für immer festigt.

Mal sehen …

Teilweiser Rohbau eines Wikingerschiffes in der Stadt Roskilde als Beitrag für ein Interview
Teilweiser Rohbau eines Wikingerschiffes in der Stadt Roskilde. Dort befindet sich das Vikingeskibsmuseet. Vergangenheit wird dort lebendig.

Interview: Die gesamte Eiselfenreihe spielt in einer kalten und eisigen Welt. Hast du dir die einzelnen Gegenden selbst ausgedacht? Oder beruhen sie auf realen Orten? Wenn ja, gehst du dafür auf Recherchereise?

Ich reise sehr gern zum Recherchieren! Oft ist es aber auch andersherum: Vergangene Erlebnisse – egal wo – inspirieren immer die Kunst. Trotzdem glaube ich, man sollte nordische Landschaften mit eigenen Füßen erwandert haben, um das Gefühl zu beschreiben. Ich bin durch Schottland und Norwegen gereist und war mehrfach in Dänemark und Schweden. Auch unsere Breiten bieten landschaftliches Potenzial für das Setting von Wäldern und Sümpfen, das erschließe ich mir in ausgedehnten Ausritten. Was mir noch fehlt, sind die Geysire Islands – aber es gibt auch in Italien viel vulkanische Aktivität!

Interview: Magie und der Glaube an mystische Wesen sowie die Verbundenheit zur Natur spielen eine große Rolle. Wie viel Wahrheit steckt in den Eiselfen?

Meine Elfenmagie ist keine Zauberei, sondern eher Spiritualität. Ich hatte mal einen Leser, dem das zu wenig war und der meinte, das Buch könnte ja dann auch von Menschen handeln. Es stimmt, für mich sind Romanfiguren immer menschlich, auch wenn es Vampire oder Nixen sind – anders funktioniert der Transport nicht. Aber die starke Naturverbundenheit, die sich in Religion und Ritualen zeigt, legt diese Ebene nahe: Meine „Menschen“ sind eben waldverwandt, also sind sie Elfen.

Frühere Version des späteren Covers zu Eiselfen Band 6 Raubzüge.
Ein neues Buchcover entsteht und mit ihm änderte sich sogar der Titel.

Interview: Wie wichtig sind diese Dinge für dich als Privatperson?

Ich bin in der Sagenwelt des Erzgebirges aufgewachsen und habe mich in meiner Jugend den Kelten verbunden gefühlt. Inzwischen interessiert mich auch der nordische Einfluss sehr. Ich habe viel zu den Wikingern recherchiert. Archaische Gesellschaften, so roh sie anmuten, haben in ihren Ritualen eine starke Einfachheit, die mir gefällt. Fruchtbarkeitsriten, der Ehebund, Ratssitzungen, Erbschaften … Alles wird mit hoher Symbolik aufgeladen und ist unmittelbarer als in späteren Zivilisationen. Ich kann damit gut arbeiten und auf der Basis meine eigene Symbolik entwickeln.

Interview: Überaus interessant. Apropos Glaube, Corona wirbelt unser Leben seit Monaten durcheinander. Wie sehr hat sich dein Leben seit dem geändert? Wie schaffst du es am Ball zu bleiben?

Es ist turbulent gewesen … Ich habe zeitweise meine Kinder unterrichtet und das Schreiben hinten an gestellt. Workshops und Lesungen wurden abgesagt. Trotzdem bot diese erzwungene Entschleunigung eine Chance: Wir haben Vögel bestimmt und Aquarellmalen gelernt – ganz nebenbei nahm ich mir endlich Zeit für den Ausbau von Online-Aktivitäten: Es gab neue Videos, meine erste Livestream-Lesung und das Literaturnetz Dresden hat eine eigene Mediathek!

Interview: Ich bin neugierig, wie gut kommst du bei den noch ausstehenden Bänden voran? Klappt da soweit alles?

Je besser man seine Figuren kennt, desto schneller kann man sich eindenken. Man weiß einfach in jeder Situation, wie sie reagieren würden. Die Haupthandlung ist immer festgelegter, die Herausforderung besteht in der Strukturierung – aber natürlich bleibt immer Luft für Nebenstränge, die ich mir noch ausdenken muss …

Tropfsteinhöhle als Beitrag für ein Interview
Josefine fährt für ihrer Recherche quer durch Deutschland und darüber. Hier beispielsweise hat sie die Tropfsteinhöhle besucht, um sich für ihr eigenes Trollvolk inspirieren zu lassen, welches Palladium und Eisen abbaut.

Interview: Die Eiselfen begleiten dich bereits seit Jahren. Wie schwer ist es solange an einer Reihe zu arbeiten? Was unternimmst du, um nicht den Anschluss zu verlieren?

Ich habe dicke Hefter mit Recherchematerial, Charakterbögen, Landkarten, Wörterbücher (Altnordisch) und Skizzen zu Völkern. Auf der Basis finde ich schnell Inspiration für einen neuen Handlungsstrang. Auch wird mir im Laufe der Reihe klarer, wie die Zielstellungen der Nebenfiguren aussehen, das formt die Handlung massiv, sodass ich nur spannend kombinieren muss.

Interview: Damit wären wir am Ende des Interviews angelangt. Eine Frage noch: Was steht bei dir in nächster Zeit so an? Auf was können wir uns freuen?

Eben habe ich eine Livelesung zu „Mermaid“ gehabt, die richtig Spaß gemacht hat. Man findet sie im Youtube-Kanal „komm! Ins Offene“. Außerdem gab es gerade eine Ausgabe für den Buchhandel, mit dem ich mich für das Durchhalten während Corona und die Unterstützung der Leserschaft bedanken will. Jetzt brauche ich ein bisschen Ruhe, um Neues zu schreiben. Ich würde aber gern dieses Jahr noch eine kleine Ebook-Gesamtausgabe für Band 1 bis 3 der Eiselfen rausgeben …

Übrigens, mehr zum Buch gibt’s auf Josefines Homepage. Auf ihrer Instagramseite findet ihr zusätzlich tolle Diskussionen.