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[Interview] 3-Fragen Talk mit Stefanie Hofmann Hidde

Die Autorin Stefanie Hofmann Hidde hält ihr Buch Rokko und Lenni in die Kamera

Ob eigenes Kinderbuch, Alltag unter Menschen ohne Rolli oder mehrere Jobs – Stefanie Hofmann Hidee, Autorin von „Rokko und Lenni – Das Schiffswarck am Korallenriff“ stellt sich in diesem Interview knallharten Fragen.

Rokko und Lenni – dein zweites Kinderbuch. Wie kamst du auf die Idee? Welche Schwierigkeiten bzw. Überraschungen begleiten dich auf dem Weg zum fertigen Projekt?

„Rokko und Lenni – Das Schiffswrack am Korallenriff“ ist mein fünftes Kinderbuch und jedes einzelne war auf seine Weise ein Abenteuer. Als Selfpublisherin gilt es so viel zu bedenken, damit am Ende wirklich ein tolles Buch heraus kommt.

Das Lektorat vergebe ich immer, die Illustrationen manchmal. Aber es bleibt noch genug Arbeit für mich übrig.

„Rokko und Lenni“ geht auf den leider verstorbenen Frank Schlender zurück. Er hatte eine Geschichte von einem Delfin und einem Kraken geschrieben und hatte mich als Illustratorin angefragt. Doch bevor unser gemeinsames Projekt fertig war, ist Frank gestorben.

Sein Tod hat mich sehr mitgenommen und so liegen zwischen der Zusammenarbeit mit Frank und dem Erscheinen von „Rokko und Lenni“ mehrere Jahre. Die Idee von der Freundschaft der beiden Meeresbewohner gefiel mir allerdings so gut, dass ich irgendwann selbst eine Unterwassergeschichte geschrieben habe. Die Skizzen für die Protagonisten standen ja bereits. Und so kam es zu „Rokko und Lenni“. Wenn ich bereits eine Idee für die Hauptfigur(en) habe, findet sich der Rest meist von alleine. Je nach Länge und Komplexität der Geschichte plotte ich auch manchmal, aber eben nicht immer.

Du sitzt im Rollstuhl. Wie erlebst du den Alltag unter Menschen ohne Rolli und welche Änderungen würdest du dir wünschen?

Ehrlich gesagt, empfinde ich es gar nicht so, dass ich „im Rollstuhl sitze“. Ich kann mit Hilfsmitteln ein bisschen laufen und tue dies auch. Wenn es nicht klappt, nutze ich eben meinen Rolli. Und der verhilft mir zu mehr Freiheit. Sind die Beine im Eimer, ist ein Rolli was tolles. Mein Gefühl ist eher, dass ich einen Rolli als Hilfsmittel „nutze“, als dass ich „im Rolli sitze“.

Aber es ist auch anstrengend und manchmal frustrierend: Wenn ich mit Rolli unterwegs bin, sitze ich zwischen stehenden oder laufenden Menschen. Und damit bin ich zunächst erst einmal vor allem ziemlich klein: Stehend bin ich 1,82 Meter, im Sitzen ist es dann was ganz anderes und die Sicht ist eben eine andere. Und schon damit kann man sich ganz schön blöd vorkommen. Wenn andere dann an den Strand gehen, an einem See spazieren oder im Wald unterwegs sind, bin ich raus. Das ist schon frustrierend. Gemein sind auch Bordsteinkanten, einzelne Treppenstufen wo man keine erwartet hat oder steile Wege.

Gleichzeitig bin ich aber auch immer wieder von der Hilfsbereitschaft der Menschen überrascht. Ich werde wirklich oft gefragt, ob ich Unterstützung benötige. Meist auf eine nicht mitleidige, sondern offene und interessierte Art. Das schätze ich sehr.

Ich empfinde es als nicht so schlimm, als behinderte Frau unter nicht-behinderten Menschen unterwegs zu sein, solange das kritisch-misstrauische vom höflich-neugierigen Verhalten abgelöst wird. Ältere Menschen, die ebenfalls schon das eine oder andere Gebrechen haben, gehen immer ganz entspannt mit mir um. Und die interessierten und neugierigen Blicke der Kinder finde ich super gut.

Wenn ich also etwas ändern könnte: weniger Stufen, Ecken und Kanten wären schön und ganz allgemein ein entspannter Umgang mit behinderten Menschen. Ich habe kein Problem damit, wenn mich jemand fragt, was los ist. Es ist schließlich offensichtlich, dass ich behindert bin.

Gleichzeitig geht es niemanden etwas an: Ich frage ja auch nicht nach Brillenstärke, Gebisszustand oder Verdauungsproblemen. Denn auch wenn ich hin und wieder im Rolli unterwegs bin, bin ich nicht wirklich anders als die meisten anderen Menschen auch.

Du bist nicht nur Autorin, sondern auch Illustratorin und Verlagsbesitzerin. Wie gut kannst du dem gerecht werden und welcher Teil macht die besonders viel Spaß?

„Rokko und Lenni – Das Schiffswrack am Korallenriff“ ist eines der ersten Bücher von mir, das in meinem ‚Kinderbuchverlag Kiliposa‘ erschienen ist. Bis dahin habe ich meine Bücher immer als Selfpublisherin heraus gegeben – ohne eine wie auch immer geartete Verlagszusammenarbeit.

Meinen eigenen Verlag habe ich Ende 2022 gegründet, um nicht nur meine Bücher zu veröffentlichen, sondern auch die anderer AutorInnen, die meine Begeisterung für politische und philosophische Geschichten für Kinder teilen. Die politischen und philosophischen Geschichten sind mir eine Herzensangelegenheit: Ich denke, wir sollten so früh wie möglich mit (unseren) Kindern über politische und philosophische Themen und Gedanken sprechen.

Außerdem möchte ich andere AutorInnen unterstützen, denn ein Buch ist mit dem geschriebenen Manuskript noch längst nicht fertig. Und mir macht eben der gesamte Prozess Spaß: besondere Themen erarbeiten, recherchieren, schreiben, illustrieren und schließlich ein echtes Buch daraus bauen. Für das Lektorat setze ich immer auf die Profis und beim Illustrieren auch manchmal – aber alles andere ist meins ;).

Und das macht mir richtig Spaß! Auch wenn zugegebenermaßen ein bisschen weniger Zeit zum Schreiben für mich übrig bleibt.

Leider ist das Interview damit vorbei. Mehr über Stefanie erfahrt ihr über Instagram bzw. ihre Homepage.

[Interview] 3-Fragen Talk mit Luna Lavendela

Autorin von Feline Abendstern lächelt in die Kamera

Ob Weihnachten selbst, ihre Arbeit als Lektorin oder ihr Leben außerhalb der Buchbubble – Luna Lavendela, Autorin von „Feline Abendstern“ stellt sich in diesem Interview knallharten Fragen. Vor einiger Zeit konnte ich außerdem Hinter die Kulissen des Buches blicken.

Feline Abendstern ist als Adventskalender bzw. Adventsgeschichte angelegt. Was bedeutet Weihnachten für dich? Was verbindest du damit?

Weihnachten ist für mich das Fest der Liebe. Klingt vielleicht kitschig, aber das ist es doch, was wirklich zählt. Als Kind war Weihnachten und die Zeit davor gemütlich und voll kleiner Wunder. Dafür sorgte meine Familie – jeder auf seine Weise mit Traditionen, Geschichten und viel Gemeinsamkeit.

Ja, es gab tatsächlich viele Geschenke, aber wenn ich heute zurückblicke, dann erinnere ich mich nicht mehr wirklich an die Spielsachen, sondern an die Momente, die wirklich zählten und mein Herz vor Freude hüpfen ließen:

  • den alten Tannenbaumschmuck am Baum meiner Oma und meines Opas bestaunen
  • das alte Glöckchen im Bücherregal, gemeinsam mit meiner Mutter im alten Weihnachtsbuch blättern (das Buch gibt es noch heute)…

Früher gab es zwar schon die typischen Adventskalender mit Schokolade, aber besonders schön fand ich immer die, bei denen man einfach nur ein kleines Bild hinter der Tür fand.

Heute bin ich einerseits gern an Weihnachten mit der Familie zusammen, aber ich ziehe mich auch immer etwas zurück. Mache einen Spaziergang bei den Pferden vorbei und genieße die Stille, die sich ausbreitet, nachdem der letzte Glockenschlag der Kirche verklungen ist.

Weihnachten ist für mich also auch ein Fest der Stille, der Besinnlichkeit, Dankbarkeit und des Lichts. Es ist für mich jedes Jahr ein Wunder.

Du arbeitest als freie Lektorin im Kinder- und Jugendgenre. Wie fordernd ist dieser Job und welchen Part hast du besonders gern?

Das Besondere an meiner Tätigkeit als Lektorin ist, dass sich hier all mein Wissen aus meinen Ausbildungen, Fortbildungen und Studium vereinen kann. Ich habe viele Jahre als staatlich anerkannte Erzieherin gearbeitet, habe Psychologie studiert, war u.a. als Referentin und Trainerin im pädagogischen und psychologischen Bereichen unterwegs.

Das alles kommt mir nun im Lektorat zugute und ich liebe es, die Autoren zu begleiten, ihnen zur Seite zu stehen und gemeinsam mit ihnen ihren Geschichten den Feinschliff zu geben, den es braucht. Das ist etwas, was ich mit „Feline Abendstern“ nun von der anderen Seite aus erleben durfte. Es braucht ein gutes Lektorat, denn bei seinen eigenen Texten ist man oft betriebsblind, wie man so schön sagt.

Die größte Herausforderung an meiner Tätigkeit ist für mich die Buchhaltung. Zahlen sind nicht so meine Welt. All die Zeit, die Konzentration, der Austausch mit den Autoren und das Feilen an den Geschichten, in ihnen intensiv einzutauchen und jede Szene, jeden Charakter genau unter die Lupe zu nehmen – das ist mehr Berufung als Job, würde ich sagen. Einfach Herzenssache.

Wo trifft man dich außerhalb der Buchbubble?

Außerhalb der Buchbubble findet man mich in der Natur. Ich liebe es, im Wald unterwegs zu sein, an Feldern entlangzulaufen und dabei immer wieder Neues zu entdecken. Ansonsten bin ich gern mit meinen Katzen zusammen, zeichne oder besuche meine Lieblingsbibliothek in der Nachbarstadt. Ich bin gern in der Nähe der Pferde, denn es sind fantastische Wesen, von denen wir viel lernen können. Da haben Anna und ich etwas gemeinsam. In „Feline Abendstern“ gibt es dazu sogar ein kleines Extra im Anhang.

Leider sind wir damit am Ende des Interviews angelangt. Mehr über Luna Lavendela erfahrt ihr über Instagram bzw. ihre Homepage.

[Warum und Wieso] Ein Blick Hinter die Kulissen von „Feline Abendstern“

Vom Buch Feline Abendstern im Beitrag Warum und Wieso geht ein helles Leuchten aus

Autorin: Luna Lavendela
Instagram / HP

Während der Adventszeit erzählt der alte Korbinian den Winterdorfkindern seine Geschichten. Dieses Jahr soll alles übertreffen, denn alte Mann trägt ein gut gehütetes Geheimnis mit sich. Anna freut sich darauf, obwohl sonst Pferde ihre Welt sind. Das zarte Mädchen ist meist allein.

Plötzlich erkrankt Korbinian und das Wichtelfest steht vor dem Aus. Ein geheimnisvoller Freund des Erzählers braucht ebenfalls Hilfe. Ob Anna helfen kann?

Die Frage könnte eher heißen, wer mich zu der Geschichte „Feline Abendstern“ inspiriert hat. 😉 Es gibt zwei Pferde, die mich auf die Idee brachten ein Buch mit einem Fohlen zu schreiben, dass die Welt erkunden möchte. Das erste Fohlen war ein junger Hengst. Durch ihn hatte ich die erste Idee im Kopf, damals noch mit anderem Titel. Dann wurde vor viereinhalb Jahren eine Stute geboren. Ihre wilden Bocksprünge waren so hoch und sie war so schnell, bei ihr dachte ich immer: Irgendwann wachsen ihr noch Flügel und sie hebt ab. 🙂

Vor gut einem Jahr war dann der Wunsch da, ein Kinderbuch zu schreiben, dass den Kindern im Advent ein entspannter Begleiter sein kann. Die Idee mit dem Pferdebuch stellte ich hinten an. Als ich dann anfing zu schreiben, kamen zwar anfangs Ponys vor, aber dann entwickelte die Geschichte ihr Eigenleben und Feline Abendstern war geboren. Ich habe dann den Anfang umgeschrieben. Schließlich fand ich den Gedanken schön, dass es auch als Adventskalender genutzt werden kann.

Wir leben in einer schnellen Zeit und gerade in den Wochen vor Weihnachten ist alles oft so vollgepackt. Nikolaus, Weihnachten und der Adventskalender selbst bestehen für viele aus vielen Süßigkeiten und Geschenken. Ich möchte aufzeigen, dass es auch anders gehen kann. Daher gibt es im Buch einen Adventsweg, den die Kinder des Winterdorfes mit Naturmaterialien auf einer alten Holzplatte gestalten und basteln. Diesen können die Leser mit ihrer Familie leicht nachmachen.

Jeden Tag darf z.B. ein kleines Holzpferd den Sternenweg weiter wandern. Jeden Tag oder Abend darf ein Kapitel aus „Feline Abendstern“ vorgelesen oder selbst gelesen werden. So erleben die Familien vielleicht auch den kleinen Zauber, den Anna in der Geschichte erlebt. Vor allem möchte ich den jungen Lesern da draußen zeigen, dass jeder von uns seine Stärken und Schwächen hat. Dass wir alle ein großes Herz in uns tragen. Und ich möchte ihnen Mut machen, an ihre Träume und an sich selbst zu glauben, denn Wunder gibt es immer wieder.

[Interview] 3-Fragen Talk mit Nicole Bösch

Die Autorin Nicole Bösch zeigt ihr Buch für ein Interview

Ob Illnau als magischer Ort, künftige Pläne mit Knolle oder die Frage nach dem Job – Nicole Bösch, Autorin von „Knolles Reise – Abenteuer in Illnau“ stellt sich in diesem Interview knallharten Fragen. Vor einiger Zeit konnte ich außerdem hinter die Kulissen des Buches blicken.

Knolle entdeckt in seinem ersten Abenteuer den Ort Illnau. Warum ausgerechnet dieser Ort? Was macht ihn so magisch?

Als gebürtige Deutsche kam ich vor 11 Jahren mit meinem Schweizer Mann in die Schweiz. Illnau wurde unsere neue Wahlheimat. Es ist ein wunderschöner Ort im Zürcher Oberland – eine hügelige und ländliche Region, die im Südosten des Kantons Zürich zu finden ist. Geprägt von voralpinen Hügeln, vielen Seen und Flüssen, Moorlandschaften wie auch alte Fabriken, die noch aus der Zeit der Industrialisierung stammen, ist es die perfekte Region zum Wandern und Geschichten entdecken (oder selbst erfinden 😉).

Demnächst erscheint Band 2. Wie viele Bücher wird es insgesamt zu Knolle geben? Welche Pläne hast du generell für die Zukunft?

Die Anzahl der Bücher in der Reihe „Knolles Reise“ habe ich noch nicht definiert. Mir war von Anfang an klar, als es nicht mehr nur ein „privates Projekt“ war, das es mehr als ein Buch geben wird. Ein drittes steckt quasi schon in der Feder und viele weitere Ideen im Kopf. Ich denke, solange es Menschen gibt, die sich für die Bücher interessieren, werde ich wohl auch neue Themen finden.

Allerdings spätestens nach dem dritten Band möchte ich mich an einem Jugendroman versuchen, denn meine Kinder sind mittlerweile aus dem „Knolle-Thema“ raus gewachsen. Da meine Tochter aber eine richtige Leseratte ist, möchte ich gern auch mal etwas für Teenys schreiben. Der grobe Plot ist schon in meinem Kopf.

Lebst du von deiner Arbeit als Autorin? Falls Nein, wo trifft man dich außerhalb der Autorenwelt?

Nein, vom Schreiben leben kann ich nicht. Die Kostendeckung klappt nur, weil ich noch Lesungen anbiete und mittlerweile Händlerin für die erzgebirgischen Räuchermännchen der Firma Christian Ulbricht bin. Zudem habe ich noch einen „ganz normalen“ Brotjob. Das Schreiben ist einfach eine schöne Nebenbeschäftigung und ein wunderbarer Ausgleich zum Alltag. Aber wenn dann doch noch etwas Zeit übrig bleibt, findet man mich auf irgendeiner Tanzfläche mit meinem Mann.

Leider sind wir damit am Ende des Interviews angelangt. Mehr über Nicole Bösch erfahrt ihr über Instagram bzw. ihre Homepage.

[Warum und Wieso] Ein Blick Hinter die Kulissen von „Knolles Reise – Abenteuer in Illnau“

Der Ort Oberillnau im Spätsommer mit Bergen im Hintergrund

Autorin: Nicole Bösch
Instagram / HP

Räuchermännchen Knolle aus -ein Waldgeist- wohnt seit vielen Jahren während der Weihnachtszeit bei seiner Menschenfamilie in Illnau.

Doch halt, dieses Jahr möchte er nach Weihnachten nicht wieder zurück in seine Kiste. Als sich die Gelegenheit ergibt, läuft er von zu Hause weg. Während seiner Reise findet er neue Freunde und erlebt die tollsten Abenteuer.

Vor vielen Jahren war ich mit meiner Familie im Schwarzwald im Urlaub. Dort entdeckte ich ein Kinderbüchlein, das in der Region spielt. Unsere Kinder waren noch sehr klein (ca. 2 und 4 Jahre) und mochten nicht gern weit laufen. Also steckte ich das Büchlein in den Rucksack und immer wenn sie keine Lust mehr hatten, las ich ihnen daraus vor und meinte: „… und wenn wir nun noch die Tanne finden wollen, in die der Blitz eingeschlagen hat, müssen wir nur noch um die nächste Ecke.“ Und so konnte ich sie immer wieder motivieren, weiterzulaufen.

In diesem Urlaub kam ich auf die Idee, dass es doch schön wäre, wenn es so ein Kinderbuch auch für Illnau, der Ort in dem wir in der Schweiz leben, gäbe. Denn wir als Zugereiste (mein Mann und ich lebten vorher über 10 Jahre in München) haben selbst erst nach und nach erfahren, was unser neuer Wohnort und seine Umgebung alles zu bieten hatten. Etwa, dass wir einen schönen Wasserfall haben oder auch viele versteckte Weiher.

Da die Kinder noch so klein waren, kam ich nicht wirklich zum Schreiben, zumal ich auch berufstätig bin. Also notierte ich über die Jahre immer wieder neue Ideen, spann einen roten Faden für die Geschichte, die bei jedem Spaziergang in meinem Kopf wuchs. Und dann kam der Wandel der Zeit dazwischen …

Die ersten Schauplätze, die in der Geschichte vorkommen sollten, verschwanden aus dem Ortsbild, wie z.B. ein wunderschönes altes Sägewerk. Da wusste ich, jetzt muss ich die Geschichte schreiben oder es wird nie etwas. Das war ganze 7 Jahre später. Doch dann ging alles ziemlich zügig. Ich begann regelmäßig Schreibworkshops zu besuchen, um das Schreibhandwerk zu erlernen und Gleichgesinnte zu finden. Eine erfahrene Autorin unterstützte mich dabei, die Storyline gut aufzubauen.

Lesung in der Bibliothek Ludothek Degersheim zu Knolles Reise

Ursprünglich war das Buch nur für mich und meinen Freundeskreis gedacht. Doch als ich bei der Firma Christian Ulbricht GmbH & Co. KG nach den Urheberrechten des erzgebirgischen Räuchermännchens „Waldgeist“, das als Vorlage für meine Geschichte dient, fragte, wurde ich überrascht. Die Idee des Buches und die Geschichte stießen dort auf positive Resonanz und die Firma orderte bereits im Voraus eine große Stückzahl von Knolles Reise. Denn das Buch war bis dahin einzigartig – das erste bekannte Kinderbuch mit einem erzgebirgischen Räuchermännchen in der Hauptrolle.

Das war der Zeitpunkt, als ich mir überlegte, das Buch doch der breiten Masse anzubieten. Ich fand eine Illustratorin ganz in der Nähe, die sogar in Illnau aufgewachsen war, und gemeinsam gestalteten wir ein Stück Heimat. Im März 2022 stellte ich Knolles Reise dann ganz offiziell der Öffentlichkeit bei einer Buchvorstellung in meinem Ort vor. Nach und nach traute ich mich auch an Social Media und baue mir so Schritt für Schritt eine kleine Fangemeinde auf. Die Ideen rissen nicht ab und so kam es zu dem zweiten Buch. Ein dritte Geschichte juckt schon in den Fingern und viele weitere Ideen sind noch in meinem Kopf. Ich denke, mit dem kleinen, impulsiven und abenteuerlustigen „Knolle“ wird es nie langweilig werden.

Das kleine Räuchermännchen „Waldgeist“, das in meiner Geschichte „Knolle“ heißt, „lebt“ schon seit vielen Jahren bei uns in der Familie. Allerdings wird es traditionell nur in der Advents- und Weihnachtszeit aufgestellt. Nach Weihnachten kommt es jeweils in der ersten Januar-Woche wieder zurück in die Weihnachtskiste und in den Keller. So entstand die Buchidee. Das Räuchermännchen wollte eben eines Tages nicht mehr zurück in den dunklen Keller, läuft davon und erlebt Abenteuer in der nahen Umgebung. Da es glücklicherweise pünktlich zum ersten Advent wieder zu seiner Familie zurückgekehrt ist, darf es nun das ganze Jahr über in der Wohnung stehen und muss nie mehr in den Keller. 😉

Neben der Idee, Kinder wieder mehr in die Natur zu locken und auf wichtige Themen aufmerksam zu machen, möchte ich mit den Knolle-Büchern auch grenzübergreifende Verbindungen schaffen. Ich finde es schön, wenn Kinder mehr über die Kultur des jeweils anderen Landes – in dem Fall Deutschland/Schweiz – erfahren und sich damit auseinandersetzen. Das Buch spielt zwar in der Schweiz, die Orte, Tiere usw. lassen sich jedoch sehr gut auch auf einen beliebigen Ort in Deutschland übertragen und finden daher bei den Kindern großen Anklang.

Mittlerweile ist „Knolles Reise“ ein richtiges Familienprojekt geworden. Unsere Kinder, obgleich sie die Buchinhalte mittlerweile zu „babyhaft“ finden, da sie sich an 5- bis ca. 9-Jährige richten, steuern immer wieder gute Ideen für die Geschichten bei und mein Mann hilft bei allen technischen Belangen, für die mir einfach das Wissen und die Geduld fehlen.

Mein Sohn liebt es zu programmieren und hat daher vor einem Jahr ein Knolle-Game – je eine Sequenz zu einem Kapitel – in Scratch entwickelt. Da das der Idee, die Kinder weg vom PC raus in die Natur oder aufs Sofa zum Lesen zu locken, widersprach, hat er auch Wissensfragen eingebaut. Die Idee ist, dass das Kind zusammen mit einem Erwachsenen spielt, der den Text vorliest und ggf. bei der Beantwortung der Fragen behilflich ist.

So entsteht auch eine schöne spielerische Lernsituation und das Kind wird nicht nur vor dem Rechner „geparkt.“ Wenn man Knolles Reise vorher gelesen hat, ist das sicher hilfreich, aber kein Muss. Zudem ist Scratch eine Open Source Software, sodass das Game von jedem Interessierten weiterentwickelt werden kann. Aber natürlich steht das Lesen im Vordergrund und somit freue ich mich schon auf die Buchvorstellung des zweiten Bandes am 19.11.2023 inklusive einer musikalischen Überraschung.

Lesung bei Schkönaer Bücherfreunde zu Knolles Reise

[Interview] 3-Fragen Talk mit Stephanie Domascke

Die Autorin Stephanie Domascke hält ihr Buch Merle und die Krone des Schlangenkönigs in die Hand. Dabei steht sie vor einer Wand.

Ob Auftakt zur Merlen-Reihe, künftige Pläne oder bloggen als Hobby – Stephanie Domascke, Autorin von „Merle und die Krone des Schlangenkönigs“ stellt sich in diesem Kurzinterview knallharten Fragen. Vor einiger Zeit konnte ich außerdem hinter die Kulissen des Buches blicken.

Mit Merles mystische Abenteuer Band 1 hast du den Sprung in die Autorenwelt geschafft. Wie fühlst du dich? Was hast du unternommen, um veröffentlichen zu können?

In erster Linie bin ich erleichtert, dass alles glatt gegangen ist und gleichzeitig noch ein bisschen ungläubig, dass ich wirklich ein Buch veröffentlicht habe. Wie gesagt, es war ein lebenslanger Traum von mir, ein Buch zu veröffentlichen. Nur hatte ich lange Zeit nicht den Mut dazu und habe es vor mir hergeschoben. Letztes Jahr habe ich mich dann endlich dazu durchgerungen, es anzupacken. Seither fließt fast jede Minute meiner Freizeit ins Schreiben, Überarbeiten oder in meine Instagramposts.

Davon abgesehen steckt in so einem Buch auch eine Menge Geld: Cover, Lektorat, Korrektorat usw. Es hat eine Weile gebraucht, bis ich zu dem Schluss gekommen bin, dass es in Ordnung ist, für meinen Traum so viel Geld in die Hand zu nehmen. Andere Leute schütteln darüber sicher nur mit dem Kopf, aber so hat jeder eben seine ganz eigenen Träume. Und zu schreiben ist meiner.

Wie viele Geschichten wird es insgesamt von Merle geben? Kam nie der Gedanke es bei nur einem Band zu lassen?

Merle war von Anfang an als Buchreihe geplant. Im Moment habe ich Ideen für mindestens fünf Bände, die ich umsetzen werde, wenn das Interesse an Merles mystischen Abenteuern groß genug ist. Es gibt jede Menge interessanter Sagengestalten und Orte, die ich gerne mit euch zusammen erkunden würde.

Parallel dazu ist mir aber auch die persönliche Entwicklung der Charaktere wichtig. Merle, Felix und Adrian sind mir unglaublich ans Herz gewachsen und zum Teil haben sie noch einen weiten Weg vor sich. Jeder von ihnen hat seine Schwächen und manchmal kriselt es auch heftig zwischen ihnen. ZU zeigen, wie sie sich nach und nach zusammenraufen und zu einem Trio zusammenwachsen, ist für mich genauso spannend zu erzählen, wie die Geschichte drumherum.

Du bist auf Instagram als Autorin / Bloggerin aktiv. Wie wichtig ist dir der Kontakt zur Buchwelt? Was müsste deiner Meinung nach dort besser laufen?

Bookstagram ist eine tolle Community, das kann ich nicht anders sagen. Ich wurde von Anfang an herzlich von den Leuten dort aufgenommen und habe bisher nichts anderes als Unterstützung erfahren. Ich fühle mich dort als Autorin genauso gut aufgehoben wie als Leserin und Bloggerin. Ich kann nicht zählen, wie viele Bücher ich inzwischen gekauft habe, weil ich dort darüber gestolpert bin. 

Manchmal denke ich, dass man innerhalb dieser Buchblase ein wenig zu behütet ist, denn auf dem freien Buchmarkt weht ein ganz anderer Wind, vor allem für Selfpublisher wie mich. Wir werden leider immer noch mit viel Skepsis beäugt. Daher bin ich eigentlich ganz froh, dass auf ich auf Instagram so viele Gleichgesinnte gefunden habe, die mich unterstützen und mit denen ich mich austauschen kann.

Leider sind wir damit auch schon am Ende angelangt. Mehr über Stephanie Domascke erfahrt ihr über Instagram bzw. ihre Homepage.