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[Interview] Dorothea Flechsig – Kinderbücher für Naturforscher

Der Glückschuhverlag ist vor allem für seine Werte und Geschichten bekannt, die sich an junge Naturforscher richten und dabei Fakten sowie Wissenswertes vermitteln. Dorethea Flechsig, ihres Zeichens Chefin des unabhängigen und mehrfach ausgezeichneten Verlages, stellte sich meinem Interview und macht klar, dass ein Buch mehr ist als nur ein Buch.

Die Autorin Dorothea Flechsig sitzt für ein Interview an ihrem Schreibtisch

Interview: Hallo Dorothea! Schön, dass du heute Zeit hast. Du bist Chefin des Verlages Glückschuh. Was macht deine Bücher so einzigartig? Wofür stehst du?

Ich schreibe Geschichten, die sich liebevoll, nachdenklich und spannend mit Gesellschaft, Tier- und Umwelt auseinandersetzen. Meine Figuren, Fledermaus Sandor, Petronella Glückschuh oder Aurelia wecken Lust auf Abenteuer.

Ich möchte den Forschergeist von meinen jungen Lesern wecken und auf die Natur neugierig machen. In allen meinen Geschichten spielen Tiere und die Natur eine bedeutende Rolle. Gerade in Zeiten, in denen Kinder und Jugendliche immer mehr an moderner Technik interessiert sind und oft viel Zeit am Computer verbringen, sind meiner Meinung nach Lesestoffe, die den Schutz von Tier- und Umwelt fördern, besonders wichtig.

Im neuen fantastischen Roman „Das unsterbliche Nashorn“ symbolisiert der Dickhäuter Stärke, Ausdauer, Langlebigkeit. Ori, das kleine Nashorn, ist in der Geschichte ein beständiger Seelentröster für die jungen Romanfiguren, die Verluste und den Tod von geliebten Menschen erlebt haben.

Interview: Beim Blick ins Verlagsprogramm fällt auf, dass alle Bücher von dir stammen. Gibt es dafür einen Grund? Dürfen Leser in Zukunft auch auf Fremdautoren hoffen?

Vom Glückschuh Verlag werden Bücher erwartet, die ich geschrieben habe. Ich konnte mir in den vergangenen Jahren einen festen Kundenstamm aufbauen und es kommen immer neue Leser hinzu. In vielen meiner Bücher sind hinten kindgerechte Sachtexte zum Thema von Experten. Bei Sandor z. B. über Fledermäuse, Transsilvanien oder Umweltgifte. Alle unsere Lern- und Begleithefte für Lehrer und Schüler wurden von anderen Autoren und Autorinnen verfasst. Sie haben eine pädagogische Ausbildung und kennen sich mit dem Lernverhalten ihrer Schüler aus.

Interview: Du arbeitest mit verschiedenen Illustratorinnen und Fotografinnen zusammen. Entscheidest du das bei jedem Buch neu oder hast du deine festen Leute?

Für jedes Buch entscheide ich neu, welche oder welcher Illustrator am besten zu einem Projekt passt. Ich bin dabei immer wieder auf der Suche nach neuen Illustrator*innen, arbeite aber auch gerne mit zuverlässigen Partnern zusammen.

Illustration aus Sandor von Katrin Inzinger

Interview: Du achtest bei deinen Büchern auf ausgezeichnete Wertigkeit. Was kann ich mir darunter vorstellen?

Die meisten unserer Bücher werden in Deutschland gedruckt, alle auf FSC-Papier aus nachhaltiger Waldwirtschaft. Wir geben uns bei der Gestaltung und der Ausstattung, z.B. mit Lesebändchen, große Mühe. Unsere Hörbücher haben alle einen eigenen Titelsong und werden von tollen Schauspielern gelesen. Uns ist es wichtig, dass Kinder lange Freude am Buch oder Hörbuch haben.

Interview: Vor Kurzem erschien „Das unsterbliche Nashorn“ als Hardcover. Wie kamst du auf die Idee und um was geht es im Buch?

Im Buch geht es um Leben und Tod, tiefe Freundschaft und die erste Liebe. Ich wollte eine Geschichte über ein Kind schreiben, das nicht viel über seine Herkunft weiß. Was ist mit Kindern, die nicht die Liebe im Elternhaus erhalten, die sie sich wünschen? Vielleicht weil die Eltern überfordert, krank oder unsicher im Leben sind oder das Gefühl haben, ihr Kind würde es bei einer anderen Familie besser haben.

Mich hatte die Frage beschäftigt, wie stark uns unsere Herkunft und unsere Eltern prägen. Von einem wichtigen Ort im Buch habe ich geträumt, ein alleinstehendes Forsthaus. Hier trifft die Hauptfigur Florin auf seine neue Familie und Freunde. Das Gebäude, umgeben von schöner Natur, stand in meinem Traum für einen Neuanfang.

Die Zahl an Pflege- und Adoptivkindern hat in den vergangenen Jahren in Deutschland stark zugenommen. Es gibt viele Kinder, die nicht bei ihren leiblichen Eltern aufwachsen. Besonders für diese Kinder sind lang anhaltende Freundschaften von großer Bedeutung. Ich wollte den Themen Tod, Abschied und Identifikation die Schwere nehmen. Der Tod gehört zum Leben und im Abschied beginnt auch ein Neuanfang.

Zum Inhalt: Der Findeljunge Florin wächst bei einer älteren Dame auf, die sich liebevoll um ihn kümmert. Als auch die ältere Dame stirbt, steht er alleine da. Er schlägt sich anfangs allein durch die Großstadt. Kommt dann aber zu einer Pflegefamilie aufs Land. Hier darf er zur Schule gehen und knüpft Freundschaften. In einer besonderen Sternennacht passiert etwas Unerklärliches. Ein Meteor fällt ganz nah vor den Kindern auf die Erde hinab und ein Wunder geschieht.

Cover Das unsterbliche Nashorn von Dorothea Flechsig

Interview: Die Bücher des Verlages sind mittlerweile mehrsprachig in über 20 Ländern erschienen. Entscheidest du selbst wo und wann oder wirst du gefragt? Wie läuft sowas ab?

Das ist unterschiedlich. Ich wurde auf der Buchmesse in Frankfurt von einem Verlag aus Kolumbien angesprochen. Inzwischen sind dort sieben Bücher von mir ins Spanische übersetzt. Ich habe auch Literaturagenten, die meine Bücher anderen Verlagen im Ausland zeigen. Das Bilderbuch „Pünktchen, das Küken“ ist so nach China gekommen. Wir haben aber auch persönlich andere Verlage angesprochen, zum Beispiel auf der Kinderbuchmesse in Bologna. Petronella Glückschuh ist so in Estland erschienen, inzwischen auch Sandor.

Interview: Bekannt bist du vor allem für deine Geschichten über die sprechende Fledermaus Sandor. Im Gegensatz zu anderen Verlagsprojekten gibt es Sandor als Hörbuch. Bewusste Entscheidung oder eher Zufall?

Alle meine Bücher für Leseanfänger und fortgeschrittene Leser gibt es auch als Hörbuch, E-Book und fast alle auch als Taschenbuch, kostengünstig für Schulen. Kürzlich habe ich mein neues Buch „Das unsterbliche Nashorn“ im Studio als Hörbuch aufgenommen. Gelesen wird es von der Schauspielerin Anne Düe. Ich habe als Kind nicht nur gerne gelesen, sondern auch Schallplatten und Kassetten mit Geschichten angehört. Kinder lieben Geschichten und nehmen sie auch gern mit unterschiedlichen Sinnen wahr. Ob in Druckschrift oder über das Ohr. Viele meiner Hörbücher laufen immer wieder bei Radio Teddy im Programm. Wir haben seit Jahren eine gute Kooperation.

Interview: Du bist mit deinen Büchern unter anderem an Schulen unterwegs. Was bietest du deinen Zuhörern? Vorlesungen, Diskussionsrunden oder etwas ganz anderes?

Das spreche ich meist mit den Schulen vorher ab, wie es gewünscht ist. Manchmal lese ich vor und wir spielen danach ein Wissensspiel zum Beispiel über Fledermäuse. Auch über Tiere, die Petronella Glückschuh erforscht: Regenwürmer, Weinbergschnecken, Igel, Fische… Die Kinder stellen mir auch oft Fragen über meine Person oder über meine Arbeit. Meistens bringe ich auch Passendes und Spannendes mit, das die zuvor gehörte Geschichte lebendig werden lässt.

Ich hatte schon oft lebende Blutegel oder Weinbergschnecken dabei. Honigwaben und unterschiedliche Honigproben, ein Maulwurfsskelett oder eine mumifizierte Fledermaus im Glaskasten. Ich versuche die Lesung auch mit Bildern über den Beamer so lebendig wie möglich zu gestalten. Eine Lesung ist nicht nur das Vorlesen einer Geschichte, sondern das Kennenlernen. Kinder sind neugierig und sie wollen meist viel über mich und meine Arbeit erfahren.

Illustration aus Petronella Glücksschuh von Christian Puille

Interview: Apropos Schule, passend zu Petronella, Sandor und Ritter Kahlbutz gibt es Hefte mit diversen Lernangeboten und Lehrermaterialien. Was genau bedeutet das? Wird das Angebot gern genutzt?

Lehrer kopieren aus den Lernheften das passende Material und bestellen meist vorab einen Klassensatz Bücher. Die Kinder können so das Gelesene vertiefen, sich im Sprach- und Wortschatz üben. Bisher haben wir nur positive Rückmeldungen von Schulen erhalten. Die Lernhefte sind fächerübergreifend und bieten den Kindern unterschiedliche Übungen auch für zu Hause und das fröhliche Lernen im Homeoffice.

Interview: Aktuell ist die Welt eine andere und vieles schwieriger als sonst. Was bedeutet das für dich und deinen Verlag? Welche Tipps hast du für andere?

Die Zurückgezogenheit kann Autor*innen auch guttun. Ich bin viel weniger unterwegs und genieße die Ruhe und kreative Zeit. Ich komme mehr zu längeren Schreibphasen. So arbeite ich gerade wieder an einem neuen Buch. Ich versuche jeden Tag als Geschenk zu sehen, an dem ich eine Arbeit machen darf, die ich liebe. Allerdings habe ich auch große Lust, mal wieder mit vielen Kollegen das Leben und neue Bücher so richtig zu feiern. Es fehlen die Messen und das Gespräch, indem man sich in die Augen sieht und sich direkt gegenüber ist. Ich verbringe auch mehr Zeit mit der Vermarktung und Werbung online, da viele Möglichkeiten, Neuerscheinungen auf Messen und Märkten zu zeigen, nicht möglich sind.

Leider sind wir damit auch schon am Ende angelegt. Vielen Dank für deine Zeit und die zur Verfügung gestellten Bilder. Übrigens habe ich euch „Das unsterbliche Nashorn“ bereits vor einiger Zeit ausführlicher vorgestellt.

[Rezension] Das unsterbliche Nashorn – Dorothea Flechsig

Werbung / Rezensionsexemplar

Cover des Buches Das unsterbliche Nashorn von Dorothea Flechsig

Das unsterbliche Nashorn

Autorin: Dorothea Flechsig
Webseiten: FB / Instagram / HP
Verlag: Glückschuh Verlag
Empfohlenes Alter: ab 14 Jahre
ISBN: 978-3-943030-78-5
Seitenanzahl: 144
Preis 12,95

Der verwaiste Junge Florin wächst bei Elvira Schirra, einer älteren liebevollen Dame, in der Großstadt auf. Er geht nicht zur Schule und in keinen Sportverein. Niemand soll von ihm erfahren. Er besitzt weder eine Geburtsurkunde noch einen Pass, auch keine Krankenversicherungskarte, nicht mal einen Nachnamen.

Als Elvira stirbt, schlägt sich der 12-jährige Florin allein durch. Das bleibt nicht lange unbemerkt. Schließlich kommt er aufs Land in eine richtige Familie. Er geht zur Schule und findet Freunde. Bei einem ungewöhnlichen Meteorschauer passiert etwas Unglaubliches. Seitdem bewahren Florin und seine Freunde ein großes Geheimnis.

(Inhaltsgabe entspricht dem Buchrücken. Rechte für den Text liegen bei der Autorin.)

Ich bin sprachlos, wirklich sprachlos. Ich wusste, dass mich einige Stellen treffen werden, aber nicht so. Es fällt mir schwer meine Meinung in Worte zu fassen. Im Buch dreht sich alles um den kleinen Florin. Florin stammt aus dem lateinischen und bedeutet der Blühende. Versteckt vor der Welt, ohne Freunde – sein einziger Halt eine alte Dame. Die Eltern? Unbekannt bzw. verstorben. Betrachte ich meine Außenwelt, Medien und Internet keine so unmögliche Vorstellung. Familie bedeutet schließlich nicht zwingend Vater, Mutter und Kind. Ungeachtet dessen meistern die Beiden ihr Leben auf außerordentlich tapfere Weise. Beide lernen voneinander und miteinander. Selbst als Elvira stirbt steht sie ihrem Florin bei, bleibt im Herzen weiter an seiner Seite.

Die Autorin beschreibt mit einfachen, aber klaren Worten ein Kind, welches früh lernen muss im Leben zu Recht zu kommen. Dabei verzichtet sie auf „Puff, alles funktioniert sofort“-Elemente. Viel mehr nimmt Florins Leben ständig verrückte Wendungen und zwingt ihn immer wieder dazu sich zu verändern. Ob die erste große Liebe Paula, die spätere Ersatzfamilie, sein Schulfreund Max oder der kleine Ori – sie machen Florian zu einem besonderen Menschen, der selbst nach seinem Tod noch beeindruckt.

Ungewöhnlich ist auch der Beginn der Geschichte. Am Anfang lernen wir Florins späteren Pflegerin kennen. Florin selbst ist zu diesem Zeitpunkt bereits Tod. Er wirft einige Fragen auf, stellt Ori vor und erzählt von Florins Kindheit bis hin zu seinem Ableben. Dabei hatte ich zwischen Einstieg und „Nachbericht“ nie das Gefühl seine Präsenz zu spüren. Ob Florin mit Elvira allein, Florin und Paula auf dem Dach, sein erster Tag bei Familie Fabricius, die geheimnisvolle Sternschnuppennacht, das erste Wiedersehen mit Paula – ich fühlte mich in jeder Szene geborgen und konnte die Figuren genießen.

Doch halt, ich muss mich korrigieren, die Pflegerin taucht nicht nur am Anfang der Geschichte auf. Am Ende spricht sie erneut und beleuchtet die mittlerweile erwachsenen Kinder näher. Wir erfahren wie sie das erste Mal auf Florin trifft, wie Ori jetzt lebt, wie es Florin sowie den anderen ergangen ist und das Rätsel um Florins Mutter wird ebenfalls gelöst. Hoffentlich erfüllt sich auch ihr größter Wunsch.

Neben Elvira und der Suche nach dem eigenen Ich spielt Musik eine große Rolle in Florins Leben. Für mich mehr als verständlich, denn Musik ist und bleibt ein wichtiger Bestandteil meines Lebens. Elvira bezeichnet das Klavier als Tor zur eigenen, inneren Welt. Als Verbindung zum eigenen Geist mit all seinen Gefühlen. Quasi als ein Freund der immer zuhört. Ich möchte diese Definition auf Musik insgesamt ausdehnen. Denn, abgesehen von Geschichten selbst und Kunst an sich, vermittelt mir nur Musik genau dieses Gefühl.

Zum Abschluss möchte ich noch ein wenig über das kleine Nashorn Ori reden, welches Dorothea im Interview als Symbolbild für Stärke, Ausdauer und Langlebigkeit beschreibt. Als geduldigen Seelentröster für Kinder, die mit Verlust und Trauer konfrontiert werden. Geboren durch den Wunsch nicht allein sein zu müssen. Zugegeben, ein ungewöhnliches Symbolbild, aber nicht weniger bereichernd. Ich persönlich hätte mir als Kind jemanden wie Ori gewünscht. Sicher, ich hatte bzw. habe Menschen die mich unterstützen, aber sie sind nicht immer da. In diesen Momenten wäre ein kleines Nashorn, das dich mit großen Augen ansieht, ohne zu fragen eine wundervolle Alternative. Ich sollte mir für die nächste Sternschnuppennacht schon mal eines meiner Plüschtiere aussuchen.

Fazit

Wünsche besitzen Macht, offenbaren Träume und verändern das Leben von Mensch, Tiere und Natur. Dorothea Flechsig berührt mit ihren neuesten Streich „Das unsterbliche Nashorn“ die Herzen ihrer Leser. Auch meines erlag dem Zauber dieser einzigartigen Geschichte.

Ich habe geweint, am Anfang und am Ende. Geweint angesichts der Trauer, aber auch angesichts der Hoffnung und der ausgesprochenen sowie unausgesprochenen Träume.

Gerichtet an Kinder und Jugendliche zeigt die Geschichte auch mir auf wundersame Weise wie nahe Verlust und Glück beieinanderliegen und welch seltsame Wege das Leben teilweise geht. Danke für diese wichtige Lektion.

[Rezension] Der kleine Tigerhase – Stefanie Steenken / Isabella Flore

Werbung / Rezensionsexemplar

Cover des Kindesbuches der kleine Tigerhase

Der kleine Tigerhase

Autorin: Stefanie Steeken (HP / FB / Instagram)
Illustratorin: Isabella Flore (FB / Instagram)
Titel: Der kleine Tigerhase (Instagram)
Verlag: Selfpublisher
Seitenanzahl: 263
ISBN: 978-3-96966-707-1 Preis: 12,90 €

Der kleine Tigerhase wäre gern wie seine Freunde. Als Hase hat man nun mal keine Streifen! Seine Familie unternimmt zahlreiche Versuche, um aus dem kleinen Tigerhasen einen normalen Hasen zu machen. Aber nichts hilft. Er bleibt gestreift. Eines Tages erzählt ihm seine kleine Schwester eine Geschichte. Dadurch merkt er auf einmal, dass es gar nicht so schlimm ist, ein wenig anders zu sein.

(Inhaltsgabe entspricht dem Buchrücken. Rechte für den Text liegen bei der Autorin / Illustratorin.)

Simple Streifen sorgen für reichlich Verwirrung und Selbstzweifel. Der kleine Tigerhase, bisher zufrieden mit seinem Leben, schämt sich von heute auf morgen für seine Streifen. Warum? Gute Frage, im Buch wird dazu kein Wort verloren. Augenscheinlich haben weder Freunde noch Mitschüler ein Problem mit ihm, ebenso wenig die eigene Familie. Sie hinterfragen nicht mal was den kleinen Hasen dazu veranlasst, sondern gehen direkt in die Planung über. Ich hätte es jedoch begrüßt zu wissen wieso. Persönliches Erlebnis? Etwas was er gesehen hat?

Ungeachtet dessen ist Familie Hase zuckersüß und zeigt, dass bedingungsloser Zusammenhalt der Klebstoff jeder Gemeinschaft ist. Egal ob Kostüm oder Farbe – nichts wird unversucht gelassen. Selbst die Geburtstagsparty wird zu einer Lektion. Plötzlich trägt jeder Streifen und der kleine Tigerhase ist nichts Besonderes mehr. Er ist nicht mehr einzigartig, nicht mehr der Einzige.

Abgerundet wird die Reise durch eine Geschichte bzw. Vergleiche, welche ihm die Schwester am gleichen Abend erzählt. Die Antworten des kleinen Hasen – beeindruckend und aus dem Bauch heraus. Er merkt, dass gleiches Aussehen nicht alles ist. Zeigt mir als Leser mit einfachen Mitteln, dass „Blindheit“ jeden treffen kann. Ich weiß, es ist schwer und ich schaff es auch nicht immer, aber anders sein bedeutet eben nicht automatisch blöd.

Am Ende dieser kurzen Mutmach-Geschichte ist der kleine Tigerhase wie verwandelt und er steht dazu als einziger in der Familie Streifen zu haben. Richtig so. Gut gemacht kleiner Hase. Lektion gelernt.

Loben möchte ich an der Stelle außerdem die süßen Illustrationen, die mich vom Stil her sehr stark an meine eigenen Kinderbücher erinnern. Ich mag die Liebe, die in ihnen steckt und wie sie verteilt wurden. Unterschiedlich aufwendig und teilweise ein bisschen so, als hätten Kinder sie gezeichnet, aber trotzdem genau richtig. Ich hoffe sehr, dass der Stil bei künftigen Büchern beibehalten wird.

Fazit

Kurz und knackig beschreibt das Kinderbuch „Der kleine Tigerhase“ das Gefühl anders zu sein und nicht dazu zu gehören. Anfangs noch verunsichert, erkennt der kleine Hase durch verschiedene Erlebnisse das seine Streifen der absolute Renner sind und er nicht weniger Hase als der Rest. Leider wird nicht auf den Auslöser der Zweifel eingegangen. Freunde, Schule und Familie stehen hinter ihm und machen keinen Unterschied.

Ungeachtet dessen unterstützen die liebevollen Illustrationen den Inhalt und erinnern mich vom Stil her an meine eigene Kindheit. Das Buch ist angenehm dünn und durch das genutzte Hardcover stabil.

Insgesamt eine tolle Kindergeschichte, die sich für Kinder und Erwachsene gleichermaßen eignet als Diskussionsgrundlage dienen kann.

[Vorstellung] Das unsterbliche Nashorn – Dorothea Flechsig

Cover des Buches Das unsterbliche Nashorn von Dorothea Flechsig.

Das unsterbliche Nashorn

* Werbung / Rezensionsexemplar *

Autorin: Dorothea Flechsig
Webseiten: FB / Instagram / HP
Verlag: Glückschuh Verlag
Empfohlenes Alter: ab 14 Jahre
ISBN: 978-3-943030-78-5
Seitenanzahl: 144
Preis 12,95

Der verwaiste Junge Florian wächst bei Elvira Schirra, einer älteren liebevollen Dame, in der Großstadt auf. Er geht nicht zur Schule und in keinen Sportverein. Niemand soll von ihm erfahren. Er besitzt weder eine Geburtsurkunde noch einen Pass, auch keine Krankenversicherungskarte, nicht mal einen Nachnamen.

Als Elvira stirbt, schlägt sich der 12-jährige Florian allein durch. Das bleibt nicht lange unbemerkt. Schließlich kommt er aufs Land in eine richtige Familie. Er geht zur Schule und findet Freunde. Bei einem ungewöhnlichen Meteorschauer passiert etwas Unglaubliches. Seitdem bewahren Florin und seine Freunde ein großes Geheimnis.

(Inhaltsgabe entspricht dem Buchrücken. Rechte für den Text liegen bei der Autorin.)

Außenseite des Buches Das unsterbliche Nashorn von Dorothea Flechsig.

Das Cover

Das Cover zeigt ein freundlich lächelndes Nashorn mit gütigen Augen sowie weitere Hintergrundelemente und die üblichen Angaben. Das Nashorn wurde mit unterschiedlichen, dicken sowie teilweise unterbrochenen Konturen ausgestattet. Zudem wirken die verwendeten Farben, je nach Lichteinfall und Haltung, metalisch und glänzend. Für mich überaus reizvoll und das erste Buch dieser Art in meiner Sendung. Dieser Spiegeleffekt wird ebenso für den Buchtitel und teilweise die Rückseite verwendet. Ich habe das dringende Bedürfnis immer wieder darüber zu streichen.

Die Rückseite

Klar, einfach und dennoch wunderschön. Der Hintergrund der Vorderseite setzt sich nahtlos fort. Der Klapptext, weiße Schrift auf dunkelblauem Hintergrund, ist gut lesbar und die genutzte Lesegröße angenehm. Ich vermisse einzig die übliche Preisangabe.

Innenseite des Buches Das unsterbliche Nashorn von Dorothea Flechsig.

Format

Umgesetzt als Hardcover passt „Das unsterbliche Nashorn“ mit seiner Größe von 15 x 21,5 cm in jedes Bücherregal. Durch die Hardcovervariante macht es zudem einen edlen und hochwertigen Eindruck. Grund genug sich besonders gut darum zu kümmern. Die Seiten lassen sich gut umblättern und sind weder zu schwer noch zu leicht.

Lesbarkeit

Die genutzte Schriftgröße ist genau richtig. In Verbindung mit den genutzten Absätzen und Unterteilungen lassen sich die einzelnen Seiten sehr gut lesen. Man merkt nicht mal wie schnell die Zeit dabei vergeht. Außerdem wird auf Auszeichnungen oder Schnörkeleien verzichtet, um den Blick auf das Wesentliche zu lenken. Lediglich die Kapitelüberschriften sind etwas anders.

Illustration des Buches Das unsterbliche Nashorn von Dorothea Flechsig.

Illustrationen

Im gesamten Buch unterbrechen diverse Zeichnungen den Text, jedoch immer so das es nicht stört. Im Gegenteil, sie unterstützen ihn und lassen einzelne Ereignisse dadurch noch greifbarer werden. Die eigene Fantasie wird weiter angeregt ohne ein genaues Abbild vorzuschreiben.

Fazit

Traumhaftes Cover, Hardcover, guter Lesefluss – all das und mehr zeigt mir, dass der Autorin und dem Verlag viel an seinen Lesern liegt. Ausgeschrieben für Kinder ab 14 Jahren hat man sicher auch als Erwachsener seinen Spaß. Ich habe bereits reingelassen und freue mich sehr auf die spätere Rezension sowie das Interview mit der Autorin. Von mir gibt es bereits jetzt eine klare Kaufempfehlung.

[Rezension] Kerstin Floh – Die Geschichte vom kleinen Tannenbaum

Inhalt

Ein kleiner Tannenbaum möchte unbedingt den Wunsch seiner Mama erfüllen. Sie hofft, dass eines ihrer Kinder ein Weihnachtsbaum wird. Im Laufe seines Lebens versucht er zu erfahren was das bedeutet und strengt sich mächtig an. Zusammen mit seinem Glauben an sich selbst und einem kleinen Engelchen, erscheint der Traum greifbarer denn je. Ob seine Erwartungen übertroffen werden?

Meinung

Mein erster Blick fällt auf die ungewöhnlich große Schrift, welche dadurch besonders gut für Anfänger geeignet ist. Ich konnte die Worte ohne Probleme erfassen und bin mir sicher, dass es auch Kindern gelingen wird. Zusätzlich sind die Seiten nicht vollgeklatscht. Bevor zu viel Text auf einer Seite landet, wird der eher auf die nächste Seite verschoben. Es müssen weniger Infos auf einmal verarbeitet werden und es bleibt so mehr Zeit das zu festigen, was gerade gelesen wurde.

Mein nächster Blick fällt auf die wirklich zuckersüßen kleinen und großen Illustrationen, die sich über das gesamte Buch verteilen. Sie sind in den Text eingebunden, um diesen zu unterstützen oder stehen für sich selbst. Die Zeichnungen wirken nicht aufgesetzt, im Gegenteil, ich sehe sie als liebevolle Tuschearbeiten an. Besonders beeindruckend finde ich das bei den großflächigen Illustrationen. Sie verzichten verstärkt auf Schnickschnack und versprühen doch den Weihnachtszauber. Einzig die Weihnachtsbäumchen neben den Seitenzahlen sind für meinen Geschmack zu viel. Ich hätte diese persönlich nicht gesetzt, da die Zahlen für sich stehen.

Ebenso mag ich die lockere und flüssige Erzählweise der Geschichte. Sie ist einfach und klar. Komplizierte Worte wirst du hier nicht finden. Ebenso wenig gibt es hier Situationen die auf, übertreiben wir mal, Seite 50 immer noch nicht abgeschlossen sind. Übrigens, die Geschichte beinhaltet zusätzlich eine kleine Baumkunde bzw. Hinweise zum Zyklus eines Tannenbaumes. Allerdings, nicht belehrend und anprangernd, sondern eher versteckt und kindgerecht. Das Buch arbeitet viel mit der Fantasy seines Lesers, sodass sich dieser alles gut vorstellen kann. Ich persönlich fand mich bei den beschriebenen gen Ende Traditionen zu 100  % wieder. Beispiele: Geschenke liegen unter dem Baum oder aber die Schmückung des Baumes am Weihnachtstag selbst.

Über das Ende des Buches möchte ich an der Stelle eher wenig verraten. Sagen wir es so, der Weihnachtsabend endet in einem Lichtermeer. Der zuckersüße Weihnachtstraum kommt mehr als durch. Ich bin mir sicher, dass dadurch eine ideale Traumgrundlage geschaffen wird.

Fazit

Von mir gibt es für dieses Buch eine klare Leseempfehlung, besonders jetzt zur Weihnachtszeit. Es ist eine tolle Ruheoase in der stressigen Vorweihnachtszeit und mehr als 1x lesbar. Die Schrift ist groß und sehr gut für Anfänger geeignet. Die Textmenge wurde gut verteilt und unterstützt den Lesefluss. Die Illustrationen wurden mit viel Liebe gefertigt und unterstützen den Text.

Daten

Story: Die Geschichte vom kleinen Weihnachtsbaum (Wie durch Vertrauen Herzenswünsche in Erfüllung gehen können)
Autorin: Kerstin Floh
Illustrationen: Jubel Jutta
Verlag: Floh-Verlag
ISBN: 978-3-00-051269-8
Preis: 12,95 €
Seiten: 48