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[Rezension] Olaf der kleine Weihnachtsbaum

Olaf der kleine Weihnachtsbaum

Text: SophieAnker
Illustrationen: Frauke Regling
Verlag: noch ohne
Seiten: 34

Olaf ist eine kleine Fichte, die beim Förster wohnt und unbedingt ein großer Weihnachtsbaum werden möchte. Jedoch ist Olaf nicht wie die anderen Bäume, er ist und bleibt klein. Lotta, die Katze des Försters, hilft ihm jedoch und gemeinsam unternehmen die beiden einiges damit der Traum wahr wird.

(Inhaltsgabe entspricht dem Buchrücken. Rechte für den Text liegen bei der Autorin / Zeichnerin.)

Ich gebe zu, der Name des Buches ist nicht unschuldig daran, dass ich es mir überhaupt gekauft habe. Wieso? Nun, viele kennen Olaf aus Frozen. Jenen verrückten Schneemann, der liebenswerter nicht sein könnte. An genau diesen süßen Kerl dachte ich.
Zweiter Grund für mich zu zuschlagen: Widererkennung. Ich habe bereits letztes Jahr ein anderes Buch mit ähnlicher Hintergrundgeschichte rezensiert. Nachzulesen hier. Ich wollte wissen wie sehr sich die Werke ähneln und ob Olaf sich klar abgrenzen kann.

Nun, hinsichtlich der Grundgeschichte gibt es schlichtweg keinen Unterschied. Ein Tannenbaum, ein großer Traum, Probleme auf dem Weg zum Ziel – zumindest für mich nichts Neues mehr. In dem Punkt unterscheiden sie sich nicht, aber dafür der Rest umso mehr.

Format ist  A4 und das Papier stabil. Die Seiten werden mittels Heftklammern zusammengehalten. Das Buch selbst wird in einer schützenden Folie geliefert. Extras gibt es keine, ebenso wenig großartiges Zusatzblaba. Lediglich Autorin und Zeichnerin stellen sich kurz vor und am Ende wird auf die Verlagssuche (existiert aktuell nur als Musterexemplar) bzw. die Social Media Accounts aufmerksam gemacht. In meinen Augen absolut ausreichend, denn wer mehr wissen möchte, nervt sowie Tante Google mit seinen Fragen.

Die Textmenge ist auf allen Seiten überschaubar, da die Illustrationen entweder über die gesamte Seite reichen oder aber zumindest einen Großteil der Seite einnehmen. Als Leser wird mein Hauptaugenmerk somit auf die vielen Details der einzelnen Zeichnungen gelenkt. Versteckte Tierchen, Gegenstände, die Umgebung – es gibt so vieles zu betrachten. (Und nicht alles wird im dazugehörigen Text erwähnt.) Gerade für Kinder stelle ich es mir spannend vor, da die Worte so gänzlich anders wirken können.

Die Schrift selbst ist nicht, wie man es bei einer Kindergeschichte erwarten würde, glatt und ohne Kanten. Nein, sie erinnert ein bisschen an die alten Tage, als vieles noch nicht machbar existierte. Jedoch nicht uralt, eben in meinen Augen gerade richtig. Selbiges gilt für die Schriftgröße an sich. Angenehm selbst bei Kerzenschein und stets gleich. Einzig die Namen der beiden Hauptfiguren werden gern mal größer dargestellt. Nettes Extra, aber nicht zwingend nötig, da die Story auch ohne wirkt. Gilt ebenso für die auf diese Weise ausgezeichneten Textzeilen bzw. Geräusche. Wobei hier natürlich die Vorstellungskraft gesondert beflügelt wird.

Ein paar abschließende Worte zu den Illustrationen. Ich liebe sie. Ich liebe ihren Stil. Ich liebe die Details. Ich liebe die Emotionen. Ich mag es einfach. Aber jetzt mal im Ernst, ich liebe es, wenn die Zeichner hinter ihren Werken stehen und nicht nur irgendwas hinschmieren. Da wird der Text dazu fast zu Nebensache. Besonders toll, keine platte Coloration, sondern mit Licht sowie Schatten und vom Stil wie Aquarell. Heutzutage durchaus digital problemlos machbar, jedoch gefällt mir die Vorstellung des traditionellen Weges mit anschließender Nachbearbeitung wesentlich besser.

Fazit

100 % – mehr Leseempfehlung geht meinerseits nicht. Weihnachten wird hierlebendig und lädt zu einer kurzen Pause im hektischen Alltag ein. Zudem werdenhier Aspekte wie gegenseitige Unterstützung und Glaube an sich selbst sowieandere behandelt. Neben der Kraft sein Ziel nicht aus den Augen zu verlieren,nicht nur während der Weihnachtszeit starke Charakterzüge.
Die Schrift ist angenehm groß und mit kleinen Kanten versehen. Die Textmengeist auf allen Seiten eher kleingehalten oder gestreckt. Die Illustrationenbenötigen sehr viel Raum, bieten viele Details und wurden zuckersüß umgesetzt.Quasi Liebe in jedem Strich.

[Rezension] Yukosan – Bärenkind

Bärenkind

Anya ist ein junges Mädchen, geht noch zur Schule und wirkt gern verpeilt. Eines Morgens verschläft sie einmal mehr und schafft es gerade noch so zum Unterricht. Dummerweise entwischt ihr dabei der am Tag zuvor gefundene Bär und die Prüfung wird zur Qual. Natürlich sucht Anya kurz nach der Prüfung weiter ihrem Bären und wird dabei gestört. Ein junger Mann sucht den Bären. Die Verfolgungsjagd führt an einen überraschenden Ort und der junge Mann ist nicht das, was er auf dem ersten Blick zu sein scheint.

(Inhaltsgabe entspricht dem Buchrücken. Rechte für den Text liegen bei der Autorin / Autorin.)

Die Story ist frisch, fröhlich und leicht. Hier kann ich mich als Leser zurücklehnen und die Zeit einfach genießen. Meine eigene Schulzeit ist zwar bereits einige Zeit her, aber die Story ist so aufgebaut, dass ich mich problemlos wieder in diese Zeit versetzen kann. Man wird quasi selbst zu einem Teil von Anyas Klasse. OK, der Großteil der Handlung spielt nicht in der Schule, aber trotzdem fühle ich mich hier deutlich wohler als in meiner eigenen Schule. Wobei, vielleicht ist es weniger Anyas Schule als ihr Charakter? Auf jeden Fall fühle ich mich so oder so sehr wohl.

Der Storyverlauf ist schnell und der Leser wird von einer Situation in die nächste geworfen. Nie bleibt man als Leser länger an einer Stelle stecken und weiß am Ende trotzdem, was vorher war. Ich durfte bereits erleben, dass Storys auf Basis eines solchen Prinzips völlig an Sinn verlieren, aber hier tritt genau dieser Fall nicht ein. Ich bin immer am Ball und muss keine Angst davor haben immer und wieder neu lesen zu müssen. Mich persönlich begeistert dabei besonders das gelungene Zusammenspiel zwischen Textmenge und Situationskomik. Panel und Sprechblasen sind so angeordnet, dass genügend Freiraum für die Zeichnungen selbst bleibt.

Obwohl „Bärenkind“ eindeutig typische Mangamerkmale zeigt, so ist dennoch Yukosans eigener Style erkennbar. Trotz großer Augen und kleiner Chibieinlagen dringt sie einfach durch. Ok, ich lese / sehe nicht zum ersten Mal was von ihr, aber selbst wenn dem so wäre würde mir der Unterschied auffallen. Ihre Zeichnungen sind für mich einfach menschlicher und erreichen mich emotional schlicht weg eher. Ich fühle mich mit ihnen verbunden.

Das Cover dieses Dojinshis ist komplett farbig. Die Rückseite zeigt liebevoll wie Anya und der Bär zueinanderfanden. Im Heft selbst gibt es 3 komplett farbige Einzelillustrationen und das Cover noch mal extra ohne Schriftzüge. (Ich selbst habe in meinem Heft zusätzlich noch eine Zeichnung und ein Autogramm von ihr.) Die Story selbst ist schwarz / weiß. Yukosan arbeitet mit unterschiedlichen Strukturen. Licht und Schatten werden hier zwar gar nicht benutz, aber im vorliegenden Fall muss das auch nicht sein. Dieser Dojinshi kommt auch ohne aus.

Fazit

Zusammenfassend kann ich hier nur sagen: Ein zwar extrem kurzweiliger Dojinshi, aber von der Story her so süß das ich ihn dennoch liebe. Er ist für mich einfach eine tolle Abwechslung und wer eine Pause braucht, muss hier unbedingt reinschauen.