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[Interview] 3-Fragen Talk mit Ingo S. Anders

Autor Ingo S. Anders hält sein Buch MS Queer - Mit dem Schiff ins Glück hoch und sitzt für ein Interview vor einer Mauer
Autor Ingo S. Anders hält sein Buch MS Queer – Mit dem Schiff ins Glück hoch und sitzt für ein Interview vor einer Mauer.

Ob ME/CFS – seltsam klingende Buchstaben, Autor und Blogger gleichermaßen oder 14.7 als Tag der nichtbinären Menschen – Ingo S. Anders, Autor von „MS Queer – Mit dem Schiff ins Glück“, stellt sich in diesem Interview knallharten Fragen.

Außerdem durfte ich vor unserem Interview Hinter die Kulissen seines Werkes blicken.

Interview: ME/CFS oder auch ME – seltsam klingende Buchstaben. Was steckt dahinter und wie beeinflusst es den Alltag der Betroffenen? Welche Rolle spielt ME in deinem E-Book? 

Jo und Tina sind recht unterschiedlich. Tina ist ein wenig verschusselt und wird unter Zeitdruck leicht nervös und dann macht sie Fehler. Jo ist, anders als Tina, nicht gern unter Menschen, weil En hypersensitiv ist und viel Zeit für sich braucht.

Hypersensitivität bedeutet, jeglicher Aufenthalt in lauten Umgebungen ist wahnsinnig anstrengend. Gerüche werden als Belastung empfunden, ungewollte Berührungen als sehr unangenehm erlebt. Manche Betroffene sind auch lichtempfindlich und andere reagieren auch auf Geschwindigkeiten.

Ich halte es im Einkaufszentrum mit maßangefertigtem Gehörschutz eine Dreiviertelstunde aus, danach muss ich da raus und mich zu Hause mindestens eine halbe Stunde hinlegen.

Die Hypersensitivität und die damit verbundenen Einschränkungen sind ein Symptom meiner ME. Ich kann mir den Aufenthalt im Einkaufszentrum auch nur erlauben, weil ich mit E-Rolli unterwegs bin und Assistenzen und Haushaltshilfen habe.

Bei Jo habe ich es mal offen gelassen, warum En die Welt so wahrnimmt. Das heißt, ME spielt keine tragende Rolle in MS Queer, aber man kann es hineinlesen. Es ist einfach ein Merkmal von Jo, so wie Ens Vorliebe für Bücher.

Ich möchte trotzdem gerne die Gelegenheit nutzen, etwas Öffentlichkeitsarbeit in Sachen ME zu machen, weil mich auch das Marketing für meine Publikationen viel Kraft kostet und ich so zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen kann.

Wenn dich das nicht interessiert und du dich schnell ablenken willst: Kauf dir fix das E-Book »MS Queer – Mit dem Schiff ins Glück« und lies dort weiter.

Für die anderen:

Das Kürzel ME steht für Myalgische Enzephalomyelitis und teilt sich einen Diagnoseschlüssel mit dem Chronischen Fatigue Syndrom, welches sehr oft mit der ME einhergeht. Die Fatigue ist eine ohne vorangegangene Anstrengung plötzlich auftretende Erschöpfung, die durch Ausruhen oder Schlaf nicht zu beheben ist. Die Myalgische Enzephalomyelitis ist eine neuroimmunologische Autoimmunkrankheit, deren Leitsymptom eine nach Anstrengung auftretende Erschöpfung ist.

Mein Alltag wird derzeit von einem strengen Zeitplan beherrscht, den ich mir auferlegen musste, um vor allem genug Pausen zu machen.

Ausflüge nach draußen sind ohne weitere Komplikationen nur im näheren Umkreis und mit Hilfe meines E-Rollis möglich. Strecken von bis zu hundertfünfzig Metern kann ich noch an Krücken gehen, wenn ich mich alle drei bis vier Minuten hinsetzen kann. Für weiter entfernte Ziele oder bei Arztbesuchen habe ich immer mindestens eine Assistenz im Schlepp, weil jemand für mich die Gespräche in den Praxen übernehmen muss. Zum anderen habe ich starke Denkstörungen (Brain Fog). Brain Fog heißt, ich kann aus meinem Gedächtnis Erinnerungen nicht mehr zuverlässig abrufen. Ich habe Wortfindungsstörungen, bekomme Kopfschmerzen vor Anstrengung.

Der Alltag von ME-Betroffenen sieht völlig unterschiedlich aus, je nach der individuellen Einschränkung. Wenn ich Geschichten über Figuren mit ME schreibe, etwa »Ausruhen ist so anstrengend« oder »Bedarfsrollstuhlfahrer«, dann gehe ich dabei von meinem Fall aus.

Es gibt wirklich viel Wissenswertes über die ME.

Ich habe auf meiner Webseite Informationen bereitgestellt, die Menschen helfen sollen, die befürchten, sie könnten betroffen sein. Vor allem aber möchte ich Ärzt:innen und Medizinstudent:innen sensibilisieren, damit wir bald mehr Hilfe bekommen. Denn es kann sein, dass es in absehbarer Zeit wirksame Medikamente gibt und dann muss sie auch jemand verordnen können. Aber das darf man ja auch erst, nachdem man die Diagnose gestellt hat.

Hier also nähere Informationen über die Myalgische Enzephalomyelitis: https://ingoschreibtanders.blog/me-bzw-me-cfs/

Frau liegt bei kleinem Licht im Bett und hält sich den Bauch

Interview: Autor und Blogger – du kennst beide Seiten. Was erwartet mich auf deinem Blog? Welche Themen sind dir wichtig?

Nun, als Autor bewerbe ich natürlich meine Bücher und in einer buchigen Newsletter-Reihe berichte ich von dem, was sich hinter den Kulissen so tut.

Kurze Geschichten poste ich auch immer mal wieder. Als ich das Blog frisch aufgemacht hatte, habe ich als Challenge 100 Tage lang je eine Fingerübung geschrieben und roh und unbearbeitet veröffentlicht.

Zudem finden sich noch Artikel, um für mich selbst festzuhalten, was ich in Sachen Schreibhandwerk gelernt habe. So etwas poste ich mittlerweile auf Schreibmehr.online, einer befreundeten Seite, die sich an Schreibanfänger richtet, damit ich mich auf meinem Blog auf die Zielgruppe der Lesenden fokussieren kann.

Rezensionen schreibe ich eigentlich keine mehr. Ich habe etliche angefangen, aber nicht mehr geschafft, die Bücher zu Ende zu lesen, weil ich mich kaum darauf konzentrieren kann.

Als linksgrünversiffter Aktivist schreibe ich auch gelegentlich Politisches, da die Rechte für queere Menschen immer weiter beschnitten werden und auch Menschen mit Behinderungen einfach nicht gleichgestellt sind. Wenn die Teilhabe durch die Behinderung selbst erschwert wird, dann ist das schlimm genug, wenn aber einfach nicht genug in Inklusion investiert wird, dann ärgert mich das.

Ich wünsche mir auch mehr Räume für queere Menschen mit Behinderung.

Durch meine Behinderung bin ich oft ausgeschlossen. Auf der anderen Seite fühle ich mich bei einigen Veranstaltungen, die explizit für Menschen mit Behinderung angeboten werden, nicht sicher genug, dort auch als queere Person willkommen zu sein.

Als Mitglied des Queerhandicap e.V. engagiere ich mich daher auf beiden Seiten.

Wenn ich die Löffel zusammensammeln kann, mich zu einer Demo zu schleppen, dann schreibe ich auch darüber.

Aber manchmal erzähle ich auch einfach von einem Spaziergang und teile Naturfotos, die ich für gelungen erachte. Manchmal mache ich auch ein bisschen MIMIMI, wenn ich nicht weiß, wohin damit oder denke, da gibts noch jemanden, der sich allein damit fühlt.

Wer sich also für meinen Wartezimmertratsch interessiert, für queere Inhalte oder für meinen Alltag als scheiternder Schriftsteller und am besten für alles zusammen, der ist bei mir richtig.

Oh, und natürlich – die Bücher. Aber die kann man ja auch direkt im Laden kaufen. Es ist nur einfacher, die Artikelseiten zu finden, wenn man über meine Webseite geht.

Hier gehts zur Startseite: https://ingoschreibtanders.blog/

Autor Ingo S. Anders sitzt im Rollstuhl und lächelt in die Kamera

Interview: 14.7. – Tag der nicht-binären Menschen. Welche Bedeutung hat das Datum für deine Figuren? Und was verbindest du persönlich damit?

Der International Non-Binary People’s Day oder Tag der nicht-binären Menschen findet seit 2012 am 14. Juli statt. Deshalb habe ich diesen Tag für den Release gewählt. Und deshalb feiert MS Queer jetzt Buchgeburtstag.

Tan Caglar erzählte mal davon, dass er als Deutschtürke in Deutschland als Ausländer gesehen wird, weil man ihn als Türke erkennt, und in der Türkei ist er ebenfalls Ausländer. Da ist er der Deutsche, spricht die Landessprache nicht und fühlt sich fremd wie ein Tourist. So identifiziert er sich weder als so richtig als Deutscher noch als Türke, sondern eben als Deutschtürke.

Vielleicht ist das ein guter Vergleich für diejenigen, die sich Geschlecht als Spektrum nicht vorstellen können.

Jo braucht überhaupt nicht zu verreisen, um dieses Gefühl zu haben, nirgendwo richtig zu sein. En trifft im Alltag nur auf Herrentoiletten und Damentoiletten und höchste Richter:innen, die für kleines Geld sauber machen und darüber entscheiden, wer sich wo erleichtern darf.

Man braucht in Deutschland schon eine Schwerbehinderung und zuweilen einen bestimmten Schlüssel, um eine Toilette nutzen zu dürfen, die nicht nach Männlein und Weiblein getrennt ist. Warum eigentlich? Was ist eigentlich, wenn ich als behinderter Mann meine Toilette nicht mit Frauen teilen will? Sarkasmus beiseite.

Auch unabhängig von diesen Bedürfnissen auf den stillen Örtchen ist jede Begegnung mit Mitmenschen für uns alle damit verbunden, dass man früher oder später in die eine oder andere Schublade gesteckt wird. Die einen genießen das, die anderen fürchten das.

Ich selbst habe es während meiner Transition gehasst, mal so und mal so gelesen zu werden, weil meine autistischen Züge sich nach Beständigkeit sehnen. Viele Jahre lang habe ich mir die größte Mühe gegeben, besonders eindeutig männlich auszusehen, bis ich erkannt habe, dass es einfach nicht möglich ist, das Geschlecht einer Person von außen zu erkennen.

Jetzt mit sichtbarer Behinderung bin ich offenbar von allen Gendernormen befreit und mir wird permanent die Tür aufgehalten, da kann mein Bart noch so lang werden.

Aber immerhin geht man meistens davon aus, dass ich als Mann angesprochen werden möchte, auch wenn manche wohl aufgrund meiner Handtasche und der Regenbogenbeflaggung an meinem Rolli etwas unsicher sind und nachfragen.

Nachfragen finde ich immer noch besser als ungefragt misgendern, wenn man sich gerade erst kennenlernt. Deshalb habe auch ich mir angewöhnt, mich mit meinem Pronomen vorzustellen, um den anderen Personen die Gelegenheit zu geben, sich anzuschließen.

Wenn es einfach normal ist, dass man mit seinem Namen seine Pronomen nennt oder die Tatsache, dass man gar keine wünscht, dann kommt es auch keinem Outing gleich und es fühlt sich auch nicht nach einer Diskriminierung an, wenn man nun die einzige Person aus der Gruppe ist, die gefragt wird.

Tina und Jo machen Urlaub umgeben von der queeren Community und so sollte es eigentlich jeden Tag sein – das Leben bereitet schon Stress und Anstrengung genug. Da braucht man nicht noch zusätzliche Belastungen durch Hasskriminalität.

Jetzt gibt es mit dem Selbstbestimmungsgesetz endlich die Möglichkeit,  – verglichen mit der Regelung nach dem TSG – unkompliziert Namen und Geschlechtseintrag anzupassen. Das muss unbedingt erhalten bleiben.

Nochmals vielen herzlichen Dank für deine Zeit, liebe Diana. MS Queer lebe hoch!

Leider ist das Interview damit bereits beendet. Mehr über Ingo erfahrt ihr über Instagram bzw. seine Homepage.

[Warum und Wieso] Ein Blick Hinter die Kulissen von „MS Queer – mit dem Schiff ins Glück“

Cover des Romanes Ms Queer - Mit dem Schiff ins Glück von Ingo S Anders
Wer es nicht weiß: Der Begriff Enby, der in der Sprechblase prangt, ist eine Selbstbezeichnung nicht-binärer Personen. Das Herzchen im Kofferdeckel zeigt die Fahne der nicht-binären Personen.

Autor: Ingo S. Anders
Homepage / Instagram / Meta

Sommer, Sonne und Meerblick satt!

Bei einer Verlosung gewinnen Tina (sie) und ihre nicht-binäre Partner:in Jo (en) Tickets für eine Kreuzfahrt auf der MS Queer. Eine Reise nur für queere Menschen!

Während Tina hellauf begeistert ist, kann Jo sich gar nicht so recht darüber freuen, dass es jetzt ans Kofferpacken geht. Dabei ist ein gemeinsamer Urlaub doch die Gelegenheit für das ungleiche Paar, endlich mal wieder mehr miteinander zu unternehmen.


Eine kurze Geschichte für alle unter dem Regenbogen. Queerfreundliche nicht-queere Lesende ausdrücklich willkommen!

(Der Text entspricht dem Klapptext. Rechte liegen bei der Autor.)

Warum und Wieso

Liebe Diana, ich freue mich sehr, dass wir uns auf dem Schneeflockenmarkt der Flüsternden Seiten begegnet sind und ich so die Möglichkeit zu diesem wundervollen Interview bekommen habe.

Gern beantworte ich deine Fragen!

Viele meiner kurzen Geschichten entstehen für Ausschreibungen. In diesem Fall wurde nach queeren Geschichten für den Sommer gesucht, die etwas mit Urlaubsmotiven wie Sommer, Sonne, Palmen, Strand zu tun haben.

Als ich den Ausschreibungstext gelesen habe, war ich sofort am Meer und hab Tina und Jo in Badebekleidung gesehen. Aber auf Sand in der Sonne braten, das passte irgendwie nicht. Nicht für Jo.

So kam die MS Queer ins Spiel.

Als Ich-Erzählerin habe ich mich für Tina mit dem Pronomen sie entschieden, weil ich eine Figur bieten wollte, mit der Frauen sich identifizieren können. Jo hat das Pronomen En. Ich wollte, dass es sich rein aus dem Kontext erschließt, ohne erklärt werden zu müssen – auch wenn man noch nie direkten Kontakt zu nicht-binären Personen hatte. Selbst bin ich ja Trans Mann und verorte mich damit binär.

Junge Menschen sitzen auf einem Boot und zieren den Beitrag Warum und Wieso zum Buch Ms Queer - Mit dem Schiff ins Glück von Ingo S Anders

Ein Blick Hinter die Kulissen

Bewusst wollte ich eine Feelgood-Lektüre für queere Menschen schaffen und dabei zeigen, dass auch die Leute mit den ungewohnten Pronomen und uneindeutigen Namen ganz normale Menschen sind wie du und ich.

Aufgrund des zunehmenden Hasses gegenüber Trans*Personen, insbesondere gegenüber nicht-binären Personen, wusste ich, ich will etwas über und für sie schreiben.

Schreiben ist der Rahmen meiner Möglichkeiten, laut zu sein gegen Rechts.

Gerade jetzt ist es wichtig und wird es immer wichtiger, laut zu sein. Wir dürfen uns jetzt nicht verstecken. Für mich war es ein Experiment, mich besonders mit gendersensibler Sprache auseinanderzusetzen und bewusst zu entgendern.

[Rezension] Nicole Laube – Tom und der Weihnachtsmann

Werbung / Rezensionsexemplar

Tom und der Weihnachtsmann Cover

Tom der norwegische Kater
– Tom und der Weihnachtsmann –

Story: Tom der norwegische Kater – Tom und der Weihnachtsmann
Autorin: Nicole Laube
Verlag: Selbstverlag
ISBN: 9781973225997
Preis: 5,34 €
Seiten: 21

Toms Welt wird auf den Kopf gestellt. Sein Mensch bringt einen Tannenbaum nach Hause und draußen liegt Schnee. Minka, seine kleine Freundin, erzählt von Weihnachten und dem Weihnachtsmann. Doch wer ist das? Verwundert folgt Tom seiner kleinen Freundin, um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen.

Mit „Tom und der Weihnachtsmann“ erreichte mich eine weitere Geschichte des frechen Katers aus dem hohen Norden. In seinen Büchern erlebt er verschiedene Abenteuer, diesmal steht die Weihnachtszeit bevor und Tom versteht seine Menschen nicht mehr. Warum schleppen die tote Bäume in die Wohnung? Wäre der Wald nicht viel besser geeignet?
Wie gut, dass es Minka gibt, die ihm die ganze Sache erklären kann. Weihnachten? Weihnachtsmann? Komisch, was soll das sein? Tom kann mit den Begriffen nichts anfangen. Minka lässt sich jedoch nicht beirren und führt den norwegischen Kater in den Winterwald. Dort finden die beiden eine im wahrsten Sinne des Wortes strahlende Hütte und entdecken das Geheimnis ganz besonderer Tage.

Hach ja, Weihnachten ist und bleibt eben doch ein Wunder, egal in welcher Form. Ich für meinen Teil kann mich dem Zauber nicht entziehen und diesem Buch auch nicht. Es lässt sich überaus angenehm lesen, vertreibt einem die Langeweile und lässt Träume wachsen. Einziger Wermutstropfen: die Länge. Leider ist das Buch wirklich sehr schnell ausgelesen und der Traum ausgeträumt. Ich persönlich würde mir bei künftigen Storys dieser Art mehr Inhalt wünschen. Ich bin mir sicher, dass Tom noch jede Menge zu erzählen hat. Allerdings, es ist jetzt keine Vollkatastrophe. Je länger ich darüber nachdenke, umso besser finde ich die gewählte Seitenlänge. Auf diese Weise muss ich als Leser nicht mitten im Text abbrechen und kann in einem Stück durchackern.

Wie immer möchte ich mich meine Rezension nutzen, um die optische Aufmachung des Buches zu bewerten. Im Gegensatz zu meinem ersten Roman des kleinen Katers werden diesmal für das Cover nur 2 Schriftgrößen verwendet. In meinen Augen absolut ausreichend.
Die weiße Schrift auf dem Cover und der Rückseite ist ebenfalls wieder mit Schlagschatten versehen. Jedoch, durch die Hintergrundfarbe Rot erachte ich im vorliegenden Fall die gewählte Kombination als angenehm. Einzig beim Klapptext könnte es im Laufe der Zeit irritieren.
Buchtitel und Coverbild kleben erneut am Rand. Hier würde ich wiederholt mehr Abstand bevorzugen. Notfalls dazu Texte und Bilder verkleinern. Solange beides hinterher nicht nur noch via Lupe zu finden ist, spricht für mich nichts dagegen.

Fazit

Obwohl die Geschichte recht kurz gehalten ist und in wenigen Seiten ausgelesen, kommt hier jeder Fan süßer Weihnachtsgeschichten auf seine Kosten. Tom lernt den Weihnachtsmann kennen und verfällt dem süßen Zauber. Flott erzählt kann sich der Leser für einen kurzen Moment dem Alltag entziehen. Wer niedliche Tiergeschichten mag, sollte hier unbedingt reinlesen.

[Rezension] Olaf der kleine Weihnachtsbaum

Olaf der kleine Weihnachtsbaum

Text: SophieAnker
Illustrationen: Frauke Regling
Verlag: noch ohne
Seiten: 34

Olaf ist eine kleine Fichte, die beim Förster wohnt und unbedingt ein großer Weihnachtsbaum werden möchte. Jedoch ist Olaf nicht wie die anderen Bäume, er ist und bleibt klein. Lotta, die Katze des Försters, hilft ihm jedoch und gemeinsam unternehmen die beiden einiges damit der Traum wahr wird.

(Inhaltsgabe entspricht dem Buchrücken. Rechte für den Text liegen bei der Autorin / Zeichnerin.)

Ich gebe zu, der Name des Buches ist nicht unschuldig daran, dass ich es mir überhaupt gekauft habe. Wieso? Nun, viele kennen Olaf aus Frozen. Jenen verrückten Schneemann, der liebenswerter nicht sein könnte. An genau diesen süßen Kerl dachte ich.
Zweiter Grund für mich zu zuschlagen: Widererkennung. Ich habe bereits letztes Jahr ein anderes Buch mit ähnlicher Hintergrundgeschichte rezensiert. Nachzulesen hier. Ich wollte wissen wie sehr sich die Werke ähneln und ob Olaf sich klar abgrenzen kann.

Nun, hinsichtlich der Grundgeschichte gibt es schlichtweg keinen Unterschied. Ein Tannenbaum, ein großer Traum, Probleme auf dem Weg zum Ziel – zumindest für mich nichts Neues mehr. In dem Punkt unterscheiden sie sich nicht, aber dafür der Rest umso mehr.

Format ist  A4 und das Papier stabil. Die Seiten werden mittels Heftklammern zusammengehalten. Das Buch selbst wird in einer schützenden Folie geliefert. Extras gibt es keine, ebenso wenig großartiges Zusatzblaba. Lediglich Autorin und Zeichnerin stellen sich kurz vor und am Ende wird auf die Verlagssuche (existiert aktuell nur als Musterexemplar) bzw. die Social Media Accounts aufmerksam gemacht. In meinen Augen absolut ausreichend, denn wer mehr wissen möchte, nervt sowie Tante Google mit seinen Fragen.

Die Textmenge ist auf allen Seiten überschaubar, da die Illustrationen entweder über die gesamte Seite reichen oder aber zumindest einen Großteil der Seite einnehmen. Als Leser wird mein Hauptaugenmerk somit auf die vielen Details der einzelnen Zeichnungen gelenkt. Versteckte Tierchen, Gegenstände, die Umgebung – es gibt so vieles zu betrachten. (Und nicht alles wird im dazugehörigen Text erwähnt.) Gerade für Kinder stelle ich es mir spannend vor, da die Worte so gänzlich anders wirken können.

Die Schrift selbst ist nicht, wie man es bei einer Kindergeschichte erwarten würde, glatt und ohne Kanten. Nein, sie erinnert ein bisschen an die alten Tage, als vieles noch nicht machbar existierte. Jedoch nicht uralt, eben in meinen Augen gerade richtig. Selbiges gilt für die Schriftgröße an sich. Angenehm selbst bei Kerzenschein und stets gleich. Einzig die Namen der beiden Hauptfiguren werden gern mal größer dargestellt. Nettes Extra, aber nicht zwingend nötig, da die Story auch ohne wirkt. Gilt ebenso für die auf diese Weise ausgezeichneten Textzeilen bzw. Geräusche. Wobei hier natürlich die Vorstellungskraft gesondert beflügelt wird.

Ein paar abschließende Worte zu den Illustrationen. Ich liebe sie. Ich liebe ihren Stil. Ich liebe die Details. Ich liebe die Emotionen. Ich mag es einfach. Aber jetzt mal im Ernst, ich liebe es, wenn die Zeichner hinter ihren Werken stehen und nicht nur irgendwas hinschmieren. Da wird der Text dazu fast zu Nebensache. Besonders toll, keine platte Coloration, sondern mit Licht sowie Schatten und vom Stil wie Aquarell. Heutzutage durchaus digital problemlos machbar, jedoch gefällt mir die Vorstellung des traditionellen Weges mit anschließender Nachbearbeitung wesentlich besser.

Fazit

100 % – mehr Leseempfehlung geht meinerseits nicht. Weihnachten wird hierlebendig und lädt zu einer kurzen Pause im hektischen Alltag ein. Zudem werdenhier Aspekte wie gegenseitige Unterstützung und Glaube an sich selbst sowieandere behandelt. Neben der Kraft sein Ziel nicht aus den Augen zu verlieren,nicht nur während der Weihnachtszeit starke Charakterzüge.
Die Schrift ist angenehm groß und mit kleinen Kanten versehen. Die Textmengeist auf allen Seiten eher kleingehalten oder gestreckt. Die Illustrationenbenötigen sehr viel Raum, bieten viele Details und wurden zuckersüß umgesetzt.Quasi Liebe in jedem Strich.

[Rezension] Nicole Laube – Tom und das geheimnisvolle Haus

Werbung / Rezensionsexemplar

Tom der norwegische Kater
– Tom und das geheimnisvolle Haus –

Autorin: Nicole Laube
Verlag: Selbstverlag
ISBN: 9781549898310
Preis: 5,34 €
Seiten: 35

Tom ist ein kleiner, frecher Schiffskater aus Norwegen und erlebt mit seiner Freundin Minka viele Abenteuer. In dieser Geschichte gehen die beiden auf Erkundungstour und entdecken ein scheinbar verlassenes Haus. Unheimliche Geräusche machen es den beiden Vierbeinern nicht leicht. Doch bald erkennen Tom und Minka, dass nicht alles so ist wie es scheint und blaue Häuser voller Wunder stecken.

Tom und das geheimnisvolle Haus – eine von vielen Geschichten des kleinen Katers und für mich zugleich die erste Erfahrung mit Katzengeschichten generell. Ich gebe offen zu, mein reguläres Lesefeld bewegt sich in anderen Gefilden, aber ich bereue es nicht. Diese Geschichte sollte jeder Katzenfan mindestens 1x lesen. Wiederholung nicht ausgeschlossen.

Tom ist ein überaus toller Kater, wird von seinen Menschen geliebt und spielt zu gerne mit seiner Freundin Minka. Die lebt im Gegensatz zu ihm zwar auf der Straße, aber das merkt man den beiden überhaupt nicht an. Das alte Haus, welches sie hier entdecken, hat seine besten Jahre hinter sich. Aber he, es gibt so viele Spielplätze, Bäume und unbekannte Ecken. Außerdem ist die Gegend ein Paradies für Vögel und allerlei anderes Getier. Das Innere des Hauses bildet dabei keine Ausnahme. Mehr möchte ich an der Stelle zur Geschichte selbst nicht preisgeben. Nur so viel: Ihr werdet definitiv nicht enttäuscht sein, eher im Gegenteil.

Die Geschichte nimmt schnell an Fahrt auf und bleibt nicht stecken. Ereignisse werden klar beschrieben und Wiederholungen weitestgehend vermieden. Aus sprachlicher Sicht gefällt mir die Story ebenfalls gut. Einzig an ein paar wenigen Stellen stolpere ich doch über Unstimmigkeiten. Alles darüber hinaus klingt eher danach wie ich es selbst formulieren würde. Abgesehen davon bin ich sicherlich keine Expertin für korrekte Rechtschreibung und Grammatik.

Recht weit am Anfang taucht folgender Satz auf: „ …trabte, um dort auf dem Fensterbrett gen Meer zu glotzen.“ Glotzen empfinde ich hier als zu umgangssprachlich und gewöhnlich. Ähnlich klingende Worte kommen im Rest des Kurzromanes nicht vor.
An anderer Stelle taucht der Satz „Tom und Minka waren heute auf Detektivtour hergekommen.“ auf. Ich weiß, was mir die Autorin sagen möchte, aber von der Formulierung her kann ich mit dem Satz so gar nichts anfangen. Das klingt für mich einfach nur falsch. Für mich würde sich „Tom und Minka wollten heute den Garten auf Spuren untersuchen.“ deutlich klarer anhören.

Ebenso nicht gänzlich gelungen finde ich die optische Aufmachung des Buches. Klar, es ist ein Kurzroman, aber 3 verschiedene Schriftgrößen auf dem Cover sind doch etwas viel. Der Autorenname in der Größe des Buchtitels – in meinen Augen völlig ausreichend.
Der Name der Reihe (Tom, der norwegische Kater) käme auch ohne Schlagschatten gut rüber. Gleicher Hinweis gilt für den Klapptext auf der Rückseite. Schlagschatten ist auch hier völlig überflüssig. Der weg und die Schrift etwas kleiner – mehr als ok.

Ebenso der Abstand beider Titel zum Buchrand – für mich zu knapp bemessen. Auf der linken Seite kleben beide Titel leider an der Knickkante für die einzelnen Seiten. Die Titel eine Schriftgröße kleiner oder mehr Abstand – zumindest in meiner visuellen Vorstellung das stimmigere Bild.
Ein weiterer Ratschlag: Das Coverkätzchen ala Tom nur auf dem Cover zeigen und nur dort. Eine Wiederholung auf der Rückseite unter dem Klapptext ist nicht wirklich nötig. Abgesehen davon macht Tom in groß einen viel besseren Eindruck.

Fazit

Ich empfehle die Geschichte jedem Liebhaber von Tiergeschichten und besonders Fans von Katzengeschichten. Der Schreibstil ist flüssig, die Story liest sich gut und ist aufgrund der Buchdicke ein Werk für die kleine Ruheminute zwischendurch.