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[Interview] Tesla – Dreamcandy Band 2 – Yaoi mal anders

Es ist wieder Interviewzeit ihr Lieben. Ich hatte die Ehre die Künstlerin Tesla anlässlich ihres neuen Werkes „Dreamcandy Band 2“ fragen zu dürfen. Liebhaber von Yaoimangas dürften auf ihre Kosten. Ich persönlich vertrete ja die Meinung, dass Yaoi immer geht. Ok, so gut wie immer. Ich wünsche euch viel Spaß mit dem Interview und euren Köpfen viel Freude beim Verarbeiten der neuen Infos.

Cover Dreamcandy Band 2

Fangen wir doch heute mal ganz klassisch an. Wer bist du? Was macht dich als Person aus?

Ich bin Tesla, Illustratorin und Mangazeichnerin seit mittlerweile 10 Jahren in selbstständiger Arbeit.

Deine Zeichnungen sind ja doch sehr intensiv. Zeichnest du eigentlich nur schwule Jungs oder auch andere Sachen?

Ich zeichne im Moment tatsächlich in der Hauptsache schwule Jungs, aber nicht ausschließlich. Ich bin im Bereich Fantasy und mystischer Realismus genauso zu Hause.

Worin liegt für dich der Reiz sich mit Liebe zwischen Männern zu beschäftigen?

Ufff, das ist eine Frage, die immer wieder kommt und die ich irgendwie immer wieder anders beantworte. Um ehrlich zu sein: keine Ahnung. Ich denke, es ist der Reiz des Unbekannten. Ich denke, jede Frau denkt hin und wieder darüber nach, wie es sich im Körper eines Mannes anfühlt. Als Mann gesehen zu werden, die Ausstrahlung eines Mannes zu erleben. Wenn Frauen schreien sind sie ja gleich hysterisch, wenn Männer schreien sind sie dominant.

Das ist eine interessante Wirkung und ich weiß von meinem Freund das auch Männer gelegentlich darüber nachdenken wie es wohl im Körper einer Frau ist. Letztendlich denke ich ist es auch ein hoch psychologisches Thema, wenn ich mich mit dem Thema Sex auseinandersetze. Denn, was kann eine Frau da schon wissen? Wie wissen wie sich Sex mit einem Mann anfühlt als Frau? Für zwei Männer hat man nur als Referenz Pornos und wie nahe die an der Realität dran sind wissen wir ja alle.*lach*

Du hast vor kurzem von Dreamcandy Band 2 veröffentlicht. Band 1 erschien bei einem Verlag. Wie kommt es zu dem Wechsel?

Das war leider eine traurige Sache. Der Verlag musste aufgeben. Der Buchmarkt ist knallhart und als neues Unternehmen hat man es schwer. Dieser Verlag hat es leider nicht geschafft und ich stand wieder allein da. Ich hätte wirklich gerne auch die restlichen Bände über den Verlag vertrieben, aber wieder einen Neuen zu suchen hat mir in dem Moment zu viel Zeit und Kraft gefressen, weswegen ich einfach gesagt haben ich mach alleine weiter. Ich habe alle Rechte zurück, das heißt, dass ich auch Band 1 über mich wieder verlege.

Was findest du persönlich schöner, Veröffentlichung unter einem Verlag oder Selbstpublishing?

Es hat alles seine Vor- und Nachteile. Wer mich kennt wird jetzt lachen, aber ich bin eigentlich ein sehr schüchterner Mensch. Das heißt nicht, dass ich nicht gerne auf Menschen zu gehe, aber es fällt mir sehr schwer meine Arbeit (mein Baby)  Kritik ausgesetzt zu sehen, weswegen ich mich immer nur sehr zögerlich und ungerne bei Verlagen bewerbe. Ich habe da leider schon ein paar sehr unschöne Erfahrungen gemacht mit Menschen die denken sie könnten die kreative Arbeit anderer runter machen, obwohl sie selber keinen Stift halten können.

Außerdem wollen Verlage immer sehr viel an deiner Geschichte mitentscheiden. Das ist bis zu einem gewissen Punkt aus sinnvoll, da Verlage sich ja um die Platzierung am Markt kümmern müssen. Aber wenn man eine Geschichte so weit verbiegt und zerpflückt, dass vom Ursprung nicht mehr viel vorhanden ist, behalte ich lieber die Arbeit bei mir.

Bleibt es bei 2 Bänden oder kommen die Leser von Dreamcandy in den Genuss weiterer Bände?

Geplant sind 6 Bände bis Ende 2020. Ich arbeite also im Moment grade auf Hochtouren an Band 3.Dieser soll spätestens zur Dokomi nächstes Jahr fertig sein. 

Wenn du an neuen Geschichten arbeitest, wie viel Zeit brauchst du im Schnitt für eine Seite? Fällt es dir in dem Zusammenhang leicht dich an selbstgesetzte Deadlines zu halten?

Ohne meine Deadlines wäre ich aufgeschmissen. Ich brauche wirklich den Druck, auch meiner Leser, die Fragen wann es so weit ist. Weil ich ohne einfach nur vor mich hinzeichnen und die etwas abschließen würde. Wieviel Zeit ich für eine Seite brauche kann ich pauschal nicht sagen. Es kommt ja auch immer darauf an was auf dieser Seite alles so drauf ist. Besser einzuschätzen sind Bände. Ich schaffe 50-80 Seiten in ca. einem halben Jahr. Weswegen ich mit Ende 2020 so zuversichtlich bin.

Was ist für dich persönlich der schwierigste Part während der Arbeit an einem konkreten Projekt?

Gute Frage … da muss ich kurz nachdenken. Ich denke das Durchhalten. Wenn ich mit der Geschichte einmal durchweg fertig bin mit Planung, Skizzen usw., dann kenn ich die Geschichte und dann verliert sie für mich ein bisschen den Reiz. Dann immer weiter zumachen ist zugegeben schwierig. Aber zum Glück habe ich sehr neugierige Leser die mich immer triezen und wollen das ich weiter machen.

Hand aufs Herz, arbeitest du lieber mit ausreichend Zeit vor dir oder mit Druck im Nacken?

Wie schon zuvor gesagt kann ich ohne Zeitdruck nicht arbeiten. Ich schiebe Sachen vor mir hier und hab 1000 andere Ideen. Deswegen brauch ich feste Zeiten. Auch wenn mich meine Masseurin deswegen hasst und mein Guter mich zeitweise nur noch mit dem Rechner verschmolzen sieht muss das einfach sein.

Was würdest du gern mal umsetzen? Welche Projekte reizen dich?

Ich setzte so nach und nach alles um was mich reizt. Ich setzte mir selbst keine Tabus. Was ich zeichnen will, wird auch gezeichnet. Und irgendwann werde ich mich auch an eine Steampunkversion meines Namensgebers setzen. Nikola Tesla ist für mich noch der Heilige Gral, die unumsetzbare Geschichte … aber nur im Moment. Ich bin fest davon überzeugt, dass ich irgendwann gut genug sein werde. 

Vielen Dank für deine Antworten. Eine Frage habe ich aber noch. Welchen Rat möchtest du Künstlern geben? Was kannst du ihnen empfehlen?

Reden ist leicht – machen ist schwer. Seid keine Laberköppe, macht einfach!

[Rezension] Safia-Millenion – Iseki Band 1

Iseki Band 1

Es ist Brauch, der Person, mit der man eine Beziehung eingehen, möchte etwas Besonderes zu schenken. Für gewöhnlich handelt es sich dabei um ein Objekt, welches den größten Erfolg symbolisiert. Marin begibt sich ebenfalls auf die Sache, da er seinem besten Freund Kono ein solches Geschenk machen möchte. Leider muss er dabei feststellen, dass sein Schwarm jenes Versprechen einer Frau gibt. Enttäuscht flüchtet Marin daraufhin. Kono rennt ihm nach und es kommt zur Aussprache. Über die Jahre bleibt die Freundschaft der beiden dennoch erhalten und es dauert einige Zeit bis sich in Marins Leben erneut etwas verändert.

(Inhaltsgabe entspricht dem Buchrücken. Rechte für den Text liegen bei der Autorin / Zeichnerin.)

Insgesamt besteht die Geschichte aus 3 Teilen: der Übergabe der Kette, einem kurzen Einblick in die Entstehungsgeschichte der Rasse und einem Aufbruch in unbekannte Gebiete mit neuen Erlebnissen. Speziell die Entstehungsgeschichte empfand ich während des Lesens als verwirrend. In meinen Augen handelt es sich hier weniger um eine Geschichte, als um einen verbildlichten Zeitraum. Im Dojinshi erfolgt Marins Aufbruch 2 Jahre später. Beziehen sich die 2 Jahre auf den Zeitpunkt der vergeblichen Kettenübergabe oder auf die Entstehung selbst? Nach der Entstehung wäre jedoch unlogisch, da die Rasse an sich dort zwar entstand, aber Marin und Kono vermutlich erst später.

Ich glaube eher, dass sich die 2 Jahre auf die Kette beziehen. Marin hätte so ausreichend Zeit das Erlebte zu verarbeiten und der Gedanke einer Flucht entsteht gar nicht erst. Somit ist die Zwischensequenz in meinen Augen ungünstig positioniert. Günstiger wäre es gewesen diese direkt am Anfang zu platzieren, da damit ja alles begann. Ungeachtet dieser Tatsache bauen Teil 1 und 2 trotzdem aufeinander auf und sind in sich geschlossen. Eine Nachfrage bei anderen Lesern wie sie das sehen wäre interessant.

Marin ist ein Charakter, zu dem ich eine persönliche Verbindung aufbauen kann. Er bleibt trotz seiner Gefühle für Kono stark und stellt sich dem, was danach kommt. Er hält an der Freundschaft fest, um Kono nicht gänzlich zu verlieren und an seiner Seite bleiben zu können. Die Kette trägt er nach dem Fehlschlag zwar nicht mehr, aber ich vermute, dass diese weiterhin existiert. Generell steckt der Grünhaarige offenbar Erlebnisse sehr gut weg. Allerdings schiebt der Gute ebenso gern Dinge vor sich her. Kommt es jedoch zum Startschuß, dann legt Marin mit großem Elan los. Zusätzlich wirkt Marin auf mich so, als hätte er keine Probleme damit sich auf neue Leute einzulassen. Kono selbst, sein Gegenstück, wirkt hingegen unnahbar und unerreichbar auf seine Umgebung. Er vermittelt den Eindruck eines großen Bruders oder aber Beschützers.

Der Storyverlauf selbst ist sehr flüssig und die Ereignisse schreiten rasch voran. Die Zeichnerin verliert sich nicht in Nebensächlichkeiten. Die Zukunft offenbart sich nicht als verwirrendes Etwas, sondern eher als Fass ohne Boden in dem zahlreiche Möglichkeiten schlummern. Insgesamt wirkt nichts langweilig oder verstaubt und die Weltinterpretation der Zeichnerin interessant. Das offene Ende macht Bock auf mehr und die Hoffnung auf eine nahtlose Anknüpfung an Teil 2 steigt.

Die Panelaufteilung wurde abwechslungsreich umgesetzt. Es gibt ganzseitige Panels, weniger große, mehrere auf einer Seite oder überstehende Panel – es ist für jeden etwas dabei. Teilweise sind die Panellinien sogar unterbrochen, sodass mehr Raum für Figuren und Ereignisse innerhalb einer Seite bleibt. Auflockerung wird durch Illustrationen der Hauptcharaktere mittels Ganzkörper, Porträt und Hauptschmuck geboten. Eine Idee für den nächsten Band: zusätzliche Infos zu den Charakteren.

Die Hintergründe sind meist einfach gehalten. Jedoch beweist die Zeichnerin vereinzelt, dass stärker detaillierte Hintergründe ebenfalls kein Problem sind. Zusätzlich spielt bei der Intensität der Hintergründe das jeweilige Zeitalter eine Rolle. Die beliebten Stilmittel Soundwörter und Bewegungslinien finden sich hier ebenfalls wieder, jedoch sehr differenziert und bewusst. Die Sprechblasen innerhalb der Panels sind gut verteilt. Auch hier erfolgt der Einsatz bewusst bis gering und Gedankengänge sind eher an der Tagesordnung.

Die Zeichnungen empfinde ich als flüssig. Teilweise wirken sie sogar skizzenhaft. Licht und Schatten kommen wenn nötig zum Einsatz und Schraffur vereinzelt als weiteres Stilmittel ebenfalls. Doch nicht nur das, auch Rasterfolie ist dabei. Für den nächsten Band wünsche ich mir in dem Zusammenhang mehr Vielfalt innerhalb der Varianten, um Gleichwertigkeit zu vermeiden.

Das Cover des Dojinshis ist farbig und an den pikanten Stellen perfekt zensiert. Gerade Letzteres ist je nach Altersklasse der Zielgruppe ausgesprochen wichtig. Das Motiv spricht mich mit seiner Colo sehr an, speziell der Ansatz der Verbindung zur technisierten Welt.

Der Dojinshi lebt vom Format A5. Beim vorliegenden Werk handelt es sich um Band 1 der Reihe. Entsprechend der Brisanz des Inhaltes ist dieser Dojinshi erst für Leser ab 15 aufwärts empfehlenswert. Die Story ist in schwarz / weiß gezeichnet, Cover und Rückseite jedoch farbig. Für einen Dojinshi ist das Werk ausgesprochen dick und nicht gleich ausgelesen. Die Charakterillustrationen zu einzelnen Charakteren und die Bilder am Ende runden das Ergebnis ab. Im Heft werden zudem die Auflage und die Nummer des Bandes innerhalb der Auflage vermerkt. Der Dojinshi ist ein Heftroman, der Umschlag glänzt und die Seiten innerhalb sind matt.

Fazit

Insgesamt ist „Iseki 1“ ein überaus interessanter Band, welcher Bock auf mehr macht. Die Zeichnungen sind schön, ansprechend und passend zur Story. Aufgrund des guten Leseflusses ist die Story angenehm zu lesen. Es gibt keine Unterbrechungen. Die Aufmachung passt sich nahtlos an das Gesamtbild an. Extras in Form von zusätzlichen Illustrationen sind ebenfalls vorhanden und für einen Dojinshi ist dieser echt dick.
Für einen weiteren Band fände ich als Leser einer Farbseite im Heft interessant, welche beispielsweise Bilder vom Entstehungsprozess beinhaltet. Hintergrundinfos oder die Beantwortung von Fanfragen wären ebenfalls ein interessantes Extra.

Zwischensequenzen wie die Entstehungsgeschichte der Rasse dieses Bandes müssten nach persönlicher Meinung besser platziert werden. Stilmittel sollten unbedingt beibehalten werden, denn die kommen hier richtig gut rüber.

[Rezension] Tesla – Dogdance:Revolution

Dogdance Revolution

Ian und Andrew sind bereits seit einigen Jahren ein festes Paar. Die beiden jungen Männer führen nicht nur aufgrund ihres Geschlechtes eine ungewöhnliche Beziehung. Hinzu kommt, dass Ian ein halber Wolf ist und dementsprechend seine tierischen Instinkte äußerst ausgeprägt sind.

Vorne weg sei gleich gesagt, dass „Dogdance:Revolution“ nichts für zarte Seele ist. Dieser Dojinshis beschäftigt sich nicht nur mit der Liebe zwischen Männern, sondern auch mit SM. SM ist bekannt als Sadomaso. Der im Dojinshis dargestellte Sex ist expliziert, genau und nicht sanft. Wer nicht in der Lage ist damit umgesehen zu können sollte es lieber gleich lassen. Nicht, weil ich es aus Eigennutz verbieten möchte, sondern um euch zu schützen.

Zum Beginn des Dojinshis sind Ian und Andrew bereits mehrere Jahre zusammen. Leider wird nicht deutlich wie sie sich kennengelernt haben. Im Vorwort wird zwar erwähnt, dass Andrew Ian gefunden hat, aber nicht wo und nicht unter welchen Umständen. Es wird zudem nicht klar, warum der Halbwolf am Ende bei Andrew bleibt. OK, es liegt sicherlich zum Großteil an der sexuellen Begierde zwischen beiden und ihren Gefühlen, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass dies immer so war.

Man erfährt in „Dogdance:Revolution“ nur, dass Andrew arbeiten geht und Ian die klassische Rolle eines Haustieres einnimmt. Wobei es Ian aufgrund seiner tierischen Merkmale so oder so schwer haben dürfte. Es wird deutlich der Dojinshi eine Auskopplung ist und noch weitere Nachfolger oder aber auch Vorgänger existieren. Die Story ist an sich zwar abgeschlossen, aber mir persönlich fehlt an manchen Stellen das Verständnis. Wobei, die Tiefe der Figuren wäre, treffender. Im Moment sind sie für mich schlichtweg nicht greifbar.

Deutlicher greifbarer ist da der Sex zwischen den beiden. Er ist heftig und wird sehr detailliert gezeigt. Seien es ihre Geschlechtsteile, mögliche Werkzeuge oder aber Handlungen selbst. Speziell eine Stelle schmerzt selbst vom Hinsehen. (Und ich bin nicht mal männlich.) Ich schwanke selbst zwischen Faszination und einem Gefühl, welches ich nicht genauer beschreiben kann. Ich kann noch nicht mal genauer sagen, woran es liegt. Sicher, es gibt Dojinshis / Mangas, bei denen Sex deutlich gewaltsamer gezeigt wird, aber trotzdem komme ich nicht umhin festzustellen, dass ich bei „Dogdance:Revolution“ nicht einig mit mir selbst bin.

Cover und Rückseite des Dojinshis sind farbig, die Story selbst schwarz / weiß. Die Figuren selbst wirken kantig und wenig filigran. (Was angesichts des Themas allerdings auch verwunderlicher wäre.) Sie wirken trotz ihrer Emotionen hart. Der Einsatz von Rasterfolien lockert das jedoch auf und auch Licht sowie Schatten hauchen dem Ganzen Leben ein. Im Gegensatz zu anderen Dojinshis ist Text „rar“ und verdeutlicht mehr die Tätigkeiten selbst als mögliche Hintergründe. Die Panels füllen meist ganze Seiten und größere Einzelbilder sind gut platziert. Sie bilden eher die Ausnahme und sind aus diesem Grund umso wertvoller.

Fazit

„Dogdance:Revolution“ war ein interessanter Ausflug und ich bereue es nicht diesen Dojinshi gelesen zu haben. Die Zeichnungen sind in Ordnung und zeigen mir, dass Potenzial in der Künstlerin steckt. Die Künstlerin weiß, welches Thema sie zeichnet und wie es umzusetzen ist. Proportionen stimmen hier einfach und es wird nichts zensiert. Wer auf Aktion und hübsche Jungs steht, sollte hier definitiv reinschauen.

[Rezension] Lancha – Die Geschichte eines Fuchskindes

Die Geschichte eines Fuchskindes

Hakurei ist ein Eigenbrötler und lebt sehr zurückgezogen. Den Kontakt zu Menschen meidet er bewusst, denn Hakurei gehört zur Rasse der Youkai und lebt als solcher in 2 Welten. Eines Tages steht der Sohn seiner Schwester vor der Tür. Er soll in der nächsten Zeit bei seinem Onkel leben. Super ist Akane doch ein Mischling, da sein Vater ein Mensch ist. Hakurei ist davon anfangs wenig begeistert, aber entdeckt jedoch bald das sein Neffe gar nicht so übel ist. Scheinbar jedenfalls …

(Inhaltsgabe entspricht dem Buchrücken. Rechte für den Text liegen bei der Autorin / Zeichnerin.)

Bereits an den Namen ist erkennbar, dass die Geschichte im schönen Japan spielt. Doch viel irritierender als die Namen der handelnden Personen selbst ist vermutlich die Bezeichnung „Yukai“. Im Dojinshi wird der Begriff noch vor der eigentlichen Story ausführlich erklärt. Dort wird auf Untergruppe ebenso eingegangen, wie auf sonstige Begriffe welche für das Verständnis der Story notwendig sind. Am Ende der Story geht die Zeichnerin zudem genauer auf ihre Beweggründe ein. In meinen Augen äußerst interessant, denn Künstler sehen hinter ihren eigenen Werken oftmals Dinge die wir selbst so nicht erkennen.

Die Zeichnungen innerhalb des Dojinshis wirken flüchtig und leicht. Flüchtig bedeutet dabei nicht, dass sie stümperhaft sind, sondern viel mehr, dass man trotz der scheinbaren Einfachheit Perfektion erkennt. Es wird deutlich, dass die Künstlerin bereits lange zeichnet und die Charaktere nicht ebenso zwischen Tür und Angel entstanden. Die Colo geht auf Licht und Schatten gleichermaßen ein, sodass die Figuren plastisch wirken. Für mich als Betrachter ist die dabei das Spiel zwischen harten und weichen Schatten besonders fasziniert.

Der Story selbst liest sich ohne Probleme und ist nicht langweilig. Gut, am Anfang wird für meinen Geschmack etwas zu oft betont, dass der Onkel seinen Enkel Akane nicht bei sich haben möchte, aber abgesehen davon ist bei beiden eine Entwicklung erkennbar. Speziell bei Hakurei, dem Onkel, wird das besonders deutlich. Rasch entdeckt jener sein Herz und, gerade weil Akane offenbar viel von seiner Schwester hat, dass Akane Führung fehlt. Akane ist unwissend und kennt sich speziell in der Welt der Yukai nicht aus. Warum seine Mutter ihm dort offensichtlich entsprechendes Wissen verweigert ist nicht erkennbar. Spontan würde ich behaupten: Schutz vor dem was Akane erwarten könnte.

Dabei ist Akane nicht so schwach, wie seine Mutter offenbar glaubt. Durch einen kleinen Vorfall wird deutlich, dass Akane großes Potenzial in sich trägt, aber davon selbst keine Ahnung hat. Instinktiv reagiert er jedoch bei Gefahr entsprechend seiner Rasse. Innerhalb kürzester Zeit wird klar das Akane, obgleich dieser offensichtlichen Naivität, genau weiß, wie er das erreichen kann was er will. Er ist kein kleines, naives Dummchen. Ich werde das Gefühl nicht los, dass er unter der Aufsicht seines Onkels seinen Charakter festigen kann und in der Lage sein wird mehr auf sich selbst zu vertrauen.

Zum Schluss möchte ich noch ein paar Worte zur Aufmachung des Dojinshis sagen. Das Cover ist komplett farbig, ebenso die Story selbst. Im Dojinshi befinden sich zudem 2 sehr schöne A4-Illustrationen, des Weiteren kleine Einzelbilder. Die Panelführung wechselt immer wieder zwischen großen, kleinen und einem Mix aus beiden. Bewegungslinien und typische Gestaltungselemente runden den Manga ab. Dummerweise sieht man auf der zum Großteil schwarzen Rückseite jeden Fingerabdruck. Liebhaber sollten sich da etwas einfallen lassen.

Fazit

Insgesamt kann ich den Dojinshi jedem empfehlen. Die Zeichnungen sind liebevoll ausgeführt und die Story ist in sich geschlossen. Wichtige Begriffe werden erklärt und fürs Auge ist genug geboten. Die Charaktere entwickeln sich und lassen dennoch teilweise Spielraum für eigene Interpretationen. Mich persönlich würde eine Fortsetzung / Weiterführung mit beiden Charakteren sehr freuen. Ein Kapitel mit den Eltern hätte allerdings ebenfalls seinen Reiz.

[Rezension] Yukosan – Royal Flush

Royal Flush

Die rote Lilie ist eine erfolgreiche Zockerin und gewinnt so ziemlich jedes Pokerspiel. Sie trägt dabei stets eine Maske und wirkt äußerst geheimnisvoll. Wer sie ist, weiß zunächst keiner. Bei einem ihrer Spiele kommt ein junger Mann hinzu, welcher ebenfalls eine Maske trägt und hier wendet sich das Blatt. Die rote Lilie verliert mehrere Spiele hinterher und fühlt sich nicht länger wohl. Der Fremde spricht sie immer wieder auf ihre Vergangenheit an und schließlich ist sie es die ihm hinterherrennt, um mehr zu erfahren.

(Inhaltsgabe entspricht dem Buchrücken. Rechte für den Text liegen bei der Autorin / Zeichnerin.)

Der Leser wird mitten in ein solches Pokerturnier geworfen und bekommt eine geheimnisvolle Persönlichkeit serviert. Dabei ist von der jungen Frau recht wenig zu sehen in Bezug auf ihre Gesamterscheinung. Keine Frage, man sieht ihren gesamten Körper, aber aufgrund der Maske kann man ihr nicht in die Augen schauen. Ihr Gesicht wirkt wie versteinert und würde ich neben ihr sitzen wäre mir vermutlich sehr kalt. Als der junge Mann hinzukommt, vermischt sich diese Kälte mit Unsicherheit und ich erfahre, warum sie sich verhält, wie sie sich verhält.

Als Kind hatte die rote Lilie ein einschneidendes Erlebnis, welches sie sehr stark verändert hat. Durch dieses Erlebnis trennte sie sich früh von ihrem Elternhaus und wuchs wahrscheinlich in Einsamkeit auf. Sie scheint seit dem auch nie wieder jemanden wirklich vertraut zu haben. Mich würde an der Stelle allerdings schon interessieren, wie es ihren Eltern heute geht und ob diese das Erlebnis bereits verarbeitet haben. Wie würden sie wohl reagieren, wenn zumindest eine der beiden Töchter wieder vor ihnen auftauchen würde? Man weiß es nicht und kann darüber nur Mutmaßungen anstellen.

Wie bereits oben erwähnt, schafft es der Fremde ihre Maske zu knacken und zeigt ihr auf, dass sie sich seit damals selbst vergessen hat. Sie lässt es zu, dass dieses Erlebnis zu sehr ihr Leben bestimmt. Ich verrate an der Stelle bewusst nicht welches Erlebnis, da ich es als wichtig empfinde, ohne dieses Wissen einzusteigen. Ich befürchte nämlich, hätte ich vorher gewusst, was sie erlebt hat, dass ich die Story gleich zu Beginn anders aufgefasst hätte. Wie dem auch sei, der roten Lilie wird klar, dass ihr Schmerz zwar vermutlich nie verheilen wird, aber das Leben dennoch weiter geht. Sie muss wieder nach vorne sehen, gerade um des Erlebnisses willen. Heißt ja schließlich nicht, dass sie deswegen gezwungen wird es zu vergessen.

Ehrlich gesagt könnte ich an der Stelle noch stundenlang darüber nachdenken und versuchen ihren Charakter zu ergründen. Klar, man erfährt, wieso ihre gegenwärtige Person so ist, wie sie ist, aber dennoch gibt es jede Menge Spielraum. Gerade Charaktere mit einschneidenden Erlebnissen sind oftmals sehr vielschichtig. Ein Teil dieser Vielschichtigkeit sorgt für eine leichte Identifizierung mit dem Charakter selbst. Man beginnt zu überlegen, wie man sich selbst verhalten hätte, wie man es selbst verarbeitet hätte – schlichtweg wie es selbst einen verändern könnte.

Ehe ich mich jedoch zu sehr in solchen Überlegungen verliere, möchte ich noch etwas zu der Aufmachung des Dojinshis selbst sagen. Das Cover ist komplett farbig und trägt lediglich den Dojinshititel, scheinbar zumindest. Der Name der Zeichnerin und der Vermerk für Selbstverlegung sind ebenfalls enthalten, aber gehen unter. Ich habe sie nur per Zufall entdeckt und zunächst gedacht es gäbe beides nicht. In Zukunft wäre es schöner darauf zu achten, dass solche Angaben deutlicher werden, ohne quer über die ganze Seite zu reichen. Die Rückseite ist ebenfalls verziert und enthält eine knappe Inhaltsangabe. Die Buchstaben dieser Inhaltsangabe sind alle großgeschrieben und mit einer weißen Kontur versehen. Ich persönlich finde das zwar hier passend, aber würde es gerade bei längeren Inhaltsangaben nicht haben wollen. Es wäre für die Augen dann viel zu anstrengend sich auf 2 „Farben“ konzentrieren zu müssen und keine Pause haben zu können. Ich zumindest kann bei Groß- und Kleinschreibung eher absetzen und finde mich auch wieder. Zudem wirkt durchgehend immer ein wenig so, als würde ich angeschrien werden. Ich glaube nicht, dass das immer beabsichtigt ist.

Der Dojinshi selbst ist in Schwarz / Weiß gehalten und verzichtet gänzlich auf Licht und Schatten. Beides ist einfach nicht vorhanden. Obgleich ich das sonst immer bemängel, stört es mich im vorliegenden Fall gar nicht. Für mich unterstützt es die Story sogar und bringt die teilweise eingesetzte Rasterung bestens zur Geltung. Zudem fällt mir auf, dass sich ihre Art Augen zu zeichnen in „Royal Flush“ im Vergleich zu anderen Werken unterscheidet. Ich sehe diesen Stil als ungezwungener an. Später scheint die Künstlerin, was das angeht, ihren Stil gefunden zu haben. (Beispielsweise in „Bärenkind“ oder „Sonnwende“)

Die Panel wurden gut angeordnet und ich kann der Leserichtung problemlos folgen. Man fängt hier übrigens von hinten an zu lesen, da der Dojinshi in japanischer Leserichtung angelegt wurde. Zwischen den Paneln findet der Leser außerdem großflächigere Bilder und teilweise sogar ganze Seiten mit nur einem Panel. Ich persönlich liebe es, wenn Zeichner damit spielen und ihr Spiel auch noch verstehen. Eine Seite muss schließlich nicht immer überfüllt sein.

Im Dojinshi ist eine Zusatzstory namens „Loves Gone“ enthalten, welche mit der Hauptgeschichte nichts zu tun hat. Eines fällt allerdings sofort auf, die ersten 3 Seiten der Story unterscheiden sich vom Betrachtungserlebnis her massiv vom Rest. Ich habe den Eindruck, dass die Druckqualität hier deutlich schlechter ist. Die Zeichnungen an sich zwar dennoch allerliebst, aber der Anblick selbst ist kein schöner. Ich weiß nicht, woran er liegt, aber gebe an der Stelle dennoch den Tipp, dass es besser wäre, die Qualität durchgehend gleich zu halten. Es ist echt schade, wenn eine Story darunter leiden muss. Abgesehen davon ist die Kurzgeschichte zuckersüß gestaltet und lässt mich lächeln. Das Gefühl von geplatzten Dates, der Liebe selbst und die Schwierigkeiten, die man mit sich selbst hat, kennt wohl so ziemlich jeder.

Neben dieser Kurzgeschichte bietet „Royal Flush“ außerdem mehrere Minicomics, die dem Leser einen Einblick in das Leben der Zeichnerin gewähren. Sie erzählt dort beispielsweise von Umzügen oder davon wie schwer es ist im Sommer zu arbeiten. Letzteres verstehe ich völlig, denn da ist im wahrsten Sinne des Wortes jeder Strich zu viel. (Oder aber in meinem Fall jedes Stückchen Stoff XD.) Die Comics sind einfach gestrickt und verzichten auf unnötiges Zeugs.

Fazit

Insgesamt kann ich „Royal Flush“ empfehlen. Zwar sollten Punkte wie die Gestaltung der Schrift der Inhaltsangabe oder durchgehende Druckqualität überdacht werden, aber insgesamt dennoch ein sehr rundes Werk. Speziell die Hauptstory mag ich sehr, denn ich liebe es, wenn ich hinterher darüber nachdenken kann. Die Extras sind ebenfalls süß und dürfen sich gern in ähnlicher Variante wiederholen.

[Rezension] Eisblume – Legenden

Legenden

Enrise lebt in einer Welt, die von magischen Wesen herrscht, wird und trainiert von Kindesbeinen an. Jahre später steht der Kampf um die Thronfolge unmittelbar bevor. Enrise geht mit seinen Freunden Remo und Sarah auf Reisen, um die Zutaten für seine neue Waffe zu sammeln. Die kleine Truppe erlebt auf ihrer Reise einige Abenteuer und es kommt schließlich zum alles entscheidenden Kampf zwischen den beiden Prinzen.

(Inhaltsgabe entspricht dem Buchrücken. Rechte für den Text liegen bei Eisblume.)

Enrise ist der jüngere der beiden Prinzen und zugleich scheinbar der Unsichere von beiden. Er ist charakterlich schwer einzuschätzen, da er als Person nicht wirklich näher beleuchtet wird. Ebenso sind seine Handlungen während der Suche als gering einzustufen. Als Betrachter sehe ich nur seine Freunde in Bewegung. Spontan würde ich behaupten, dass Enrise generell gern Arbeiten abgibt. Zusätzlich kommt es mir so vor, als würde sich Enrise vor seinem älteren Bruder fürchten. Im Vergleich zu diesem ist er sich nicht sicher, wie stark er selbst ist und was er kann. Viel lieber verbringt er Zeit mit seinen Freunden.

Akaya entspricht dem, was man von einem großen Bruder erwartet. Er ist sehr selbstsicher und weiß was er will und noch besser was er kann. Akaya kennt einfach seine Kräfte. Der junge Mann handelt besonnen und unterschätzt seine Gegner nicht.
Reno und Sarah, die Freunde des jüngeren Prinzen, lieben Impulsität und handeln danach. Er handelt ohne nachzudenken und sie heißt mit zweiten Vornamen wohl Gefahr. Ungeachtet dieser Tatsache halten beide zum Prinzen.

Als Leser werde ich mitten in die Story geworfen. Die Vorgeschichte wird zwar erwähnt, aber nur sehr kurz und knapp. Im Laufe der Story wird darauf auch nicht weiter eingegangen und ich muss als Leser mit dem bisschen leben, was mir gegeben wird. Die Namen der einzelnen Personen gehen zudem ebenfalls unter. Den des älteren Prinzen habe ich beispielsweise am Anfang gänzlich überlesen, und wie der Vater der beiden heißt, ist mir bis heute nicht klar. Die Geschichte selbst haut mich generell nicht vom Hocker. Die Abenteuer der Reise sind zu kurz. Da hätte man mehr Spannung aufbauen können, ausführlicher werden können. Der Endkampf fällt dem leider ebenfalls zum Opfer. Kaum beginnt der Kampf, ist er auch schon wieder vorbei. Die Story endet damit abrupt. Einer der Prinzen wird besiegt und nun? Keine Lust mehr weiter zu machen? Kurz um: Die Geschichte ist für mich ein sehr knapp bemessener Ausschnitt aus einem großen Werk.

Die Panelführung ist insgesamt sehr gleichwertig. Ich konnte keine Ausbrüche durch die Figuren oder innerhalb eines einzelnen Handlungspunktes entdecken. Die Zeichnerin nutzt jedoch je nach Seite unterschiedliche Formen und Mengen. Kleiner Tipp für nächstes Mal: ganzseitige Panel als Stilmittel.
Soundwörter unterstützen die Handlungen und dienen als weiteres Stilmittel. Die Unterschiede zwischen den Gedanken- und den Sprechblasen der Figuren sind klar erkennbar. Der Leser wird dadurch nicht verwirrt.
Vereinzelt nutzt die Zeichnerin sogar reine Gesichterpanels, was an den betreffenden Stellen ausreicht.

Die Story wurde im Modus Schwarz / Weiß umgesetzt. Rasterfolie und unterschiedlichen Graustufen schaffen eine plastische Atmosphäre. Schatten werden dabei ebenfalls nicht vergessen. Außerdem beachtet die Zeichnerin auch Falten innerhalb der Kleidung. Sie passen zum Schwung der Sachen.

Die Graustufen sind mir vereinzelt jedoch zu gleichwertig. Ich würde mir fürs nächste Werk mehr Vielfalt wünschen, beispielsweise durch zusätzliche Gestaltungsmittel. Ein weiterer Tipp: Hintergrundpanel besser mit dem Inhalt abstimmen. Dies gilt besonders für Panels, in denen nur Gesichter gezeigt werden. Die Proportionen stimmen teilweise nicht gänzlich. Hier ein paar Beispiele: zu große Hände, zu kleine Köpfe oder Gesichter im Seitenprofil zu lang.

Die Nummerierung ist auf allen Seiten doppelt. Es reicht völlig die Seitenzahl nur einmal zu vermerken. Alles andere ist überflüssig.

Zusätzlich fehlt mir die Inhaltsangabe auf der Rückseite völlig. Sie gehört für mich unbedingt dazu, denn sie entscheidet, ob ich überhaupt im Manga blättere. Beim vorliegenden Werk habe ich durch deren Nummerierung keine Ahnung was mich erwartet und im Normalfall bei so was keine Lust mich damit näher zu beschäftigen. Eine Inhaltsangabe ist einfach eingängiges Gestaltungsmittel.

Die Angabe des Preises und einer ISBN, insofern diese vorhanden ist, sind ebenfalls von Interesse. Wird der Manga privat produziert, reicht mir persönlich eine Preisangabe. Der Preis ist, neben Inhalt und Zeichenstil, eine der wichtigen Entscheidungen für einen möglichen Kauf.

Die Zeichnerin stellt sich mittels verschiedener Infos zu Beginn des Mangas selbst vor. An sich keine schlechte Sache und interessant, aber für mich ungünstig platziert. Für mich ist so was am Ende des Werkes repräsentativer und sinniger. Oftmals wird so was als zusätzliches Extra genutzt. Die Inhaltsangabe oder eine Illustration erachte ich zu Beginn eines Mangas als sinnvoller. Natürlich sollte dabei korrekte Rechtschreibung durchgehend beachtet werden. Zu lange Links bitte kürzen. Dadurch spart Frau Platz und kann ihn für andere Sachen nutzen.

Cover und Buchrückseite kommen farbig daher. Ich finde das Motiv in Form eines Adlerkopfes mit Schwert im Schnabel richtig stark. Es zeugt für mich von Kraft und Sicherheit. Sein entschlossener Blick passt perfekt. Leider ist die Farbintensität an sich schwach. Den ersten Buchstaben des Titels habe ich beispielsweise lange Zeit gar nicht erkannt. Der Druck selbst offenbart sich als verpixelt und verrauscht. Auf Dauer kein schöner Anblick. Drucke ist daheim etwas im Entwurfsmodus aus, ist es nicht besser. Das Logo auf der Rückseite könnte etwas höher sein. Für mich klebt es zu sehr am Berg. Platz genug ist ja. Vom Design her mag ich die Rückseite.

Zum Ende möchte ich noch mal auf die Panelgestaltung eingehen oder besser gesagt auf einen Teil davon. Auf Seite 1 wird die Vorgeschichte ein wenig erläutert. An sich ok, aber bitte nicht mit der benutzten Schriftart. Sie ist aufgrund ihrer Größe nicht leicht zu entziffern. Durch die reine Großschreibung wird dem Leser keine Möglichkeit für eine Pause geboten. Je nach Charakter des Lesers kann das zu schnellem Abschalten führen. Kurz um: zu eintönig und gefühlt kein Abstand zwischen den Wörtern. Tipp: andere Schriftart und anderes Schriftformat.

Fazit

Insgesamt ist „Legenden“ ein sehr kurzweiliges Werk ohne große Höhepunkte. Die Story erscheint langweilig und ohne Schwung. Die Zeichnerin arbeitet mit verschiedenen Stillmitteln, um ihr Können zu zeigen. Grundlegende Infos wie eine Inhaltsangabe oder der Zeichnername gehören nach außen. Bei der Nummerierung bitte nur ein Format verwenden. Weniger ist in dem Falle mehr.

Ich betrachte „Legenden“ als Erstlingswerk mit Entwicklungspotenzial. Die Charaktere bieten Stoff für eine intensivere Ausarbeitung. Neues darf gern probiert werden. Hervorheben möchte ich an der Stelle eine coole Entdeckung auf Seite 6. Dort kleben Reno und Sarah an der Wand oder aber lösen sich von dieser. Unreal lässt grüßen. Ich nehme zumindest an das es so ist, denn im Normalfall bleibt der Hintergrund hinter den Figuren.