[Warum und Wieso] Ein Blick hinter die Kulissen von „24 Kurzgeschichten zum Advent“

Das Cover zu 24 Kurzgeschichten zum Advent als E-Book, Print und fürs Handy.

Autorin: Der Club der Selfpublisher
Instagram / Autoren
ISBN: 979-8-8397-3827-0

Winterliche Kurzgeschichten begleiten Dich durch die wundervolle Adventszeit, laden Dich zum Träumen, Entspannen und Gruseln ein. Herzklopfen unter dem Mistelzweig, blutige Fußspuren im Schnee, magische Momente um Mitternacht oder die Liebe zu einer Zofe – aus jedem Genre ist etwas dabei.

Unsere „24 Kurzgeschichten zum Advent – Winterliche Schlüsselmomente“ bieten Dir für jeden Tag der Adventszeit ein neues Leseabenteuer, bei dem Du dich ganz entspannt im Sessel zurücklehnen und den Tag ausklingen lassen kannst.

Die Idee kam uns nach einer ersten Aktion des derclubderselfpublisher im vergangenen Dezember. Damals haben wir unter unseren individuellen Accounts an jedem der 24 Tage bis Weihnachten im Dezember eine Kurzgeschichte veröffentlicht. Auch hier haben wir schon genreübergreifende Storys geschrieben und es war für jeden was dabei.

Das hat uns viel Spaß gemacht, aber die Sichtbarkeit war natürlich ohne einen gemeinsamen Account sehr gering. Also wurde der Account angelegt, um es in diesem Jahr etwas größer aufzuziehen.

Im Verlauf unseres Brainstormings hat Tino Breitenbach vorgeschlagen, gleich ein Buch daraus zu machen. Geboren war die Idee und wir haben uns mit Feuereifer in die Sache hineingestürzt.

Jetzt ist es so, dass bei uns im Club der Selfpublisher jedes Hauptgenre vertreten ist und wir haben lange überlegt, wie wir das unter einen Hut bekommen.

Mit Ausnahme vom Kinderbuchgenre haben wir dann mit einem gemeinsamen „Schlüsselmoment“ den Kreis der einzelnen, völlig unabhängigen Geschichten geschlossen. Dadurch, dass wir verschiedene Genres und Autoren in der Anthologie vereinen, haben die Leser (neben dem guten Zweck, den sie mit dem Kauf unterstützen) die Gelegenheit, unterschiedliche Autoren und ihre Schreibstile kennenzulernen. Jeder einzelne ist Selfpublisher und vielleicht gelingt es uns, mit der Anthologie den schlechten Ruf ein wenig gerade zu rücken, wenn die Leser sehen, dass 24 tolle Kurzgeschichten entstanden sind.

[Kurzinterview] 3-Fragen Talk mit Vanessa Carduie

Die Autorin Vanessa Carduie hält ihren Roman Lynx Love für ein Interview in die Kamera

Gestaltwandler, künftige Novellen und Tipps als Aussteller – Vanessa, Autorin verschiedener Fantasyromane, stellt sich in diesem Interview knallharten Fragen.

Interview: Erst Vampire jetzt Luchse – es bleibt ungewöhnlich. Was war für dich der Reiz weiter im Bereich Gestaltwandler zu schreiben? Und wieso ausgerechnet diese Arten?

Tatsächlich war es einfach ein Stichwort zu einer Schreibchallenge, der „Sixty Minutes“- Challenge auf Belletristica.com. Zu „Bernsteinorgange“ ist mir einfach ein großer Luchs eingefallen und schon war der Grundstein für die Geschichte gelegt. Es sollte eigentlich ein einmaliger Ausflug sein, doch irgendwie passten die Stichworte so gut, dass sich immer wieder eine kleine Episode zu Stefan und Lukas ergab. Abgerundet durch Überarbeitung und Lektorat ergab es für mich eine „schöne kleine Geschichte für Zwischendurch“.

Interview: „Lynx Love“ ist eine von mehreren Novellen. Mit welchen Pärchen bzw. Gestaltwandlern dürfen wir noch rechnen? Kannst du schon was zu den Terminen sagen?

Eigentlich hatte ich für Mitte Oktober eine weitere Novelle geplant, leider hat sich dort einiges verzögert, sodass es wohl eher Ende des Monats bzw. im November so weit sein wird.

In „Shadowheart“ wird es sich um eine Werwölfin und einen Vampir handeln. Diese Novelle ist auch durch obengenannte Schreibchallenge entstanden und bildet die Brücke zwischen „Insomnia – Verführerische Illusion“ und dem eigentlichen zweiten Teil „Dark Delights“, an dem ich noch arbeite. Dieser und der dritte Teil von „Literary Passion“ (Werwölfin & Inkubus) sollen dann 2023 veröffentlicht werden. Vielleicht kommt noch ein Märchen dazu. (Es könnte etwas mit Drachen zu tun haben 😉 )

Interview: Du warst vor kurzem im Rahmen der BuchBerlin als Autorin unterwegs. Welche Tipps hast du für angehende Aussteller und wie hast du die Messe erlebt?

Ich fand die BuchBerlin dieses Jahr sehr angenehm. Etwas ruhiger als 2021, aber trotzdem sehr schön, auch wenn ich es leider nicht geschafft habe, einmal komplett über die Messe zu laufen und alle zu besuchen, die ich besuchen wollte.

Mein Tipp ist, sich mit befreundeten Autor*innen einen Stand zu teilen oder zumindest nah beieinander zu stehen. Das kann von den Kosten her günstiger sein (nur eine Anmeldung etc.) und macht im Messebetrieb auch mehr Spaß, als alleine am Stand zu stehen. Ich bin bei kleineren Messen mit zwei befreundeten Autorinnen (Jeanette Lagall und Melissa David) als Schicksalsweber unterwegs und auf der Leipziger Buchmesse holen wir uns dann meistens noch Verstärkung von drei weiteren Autor*innen, deren Besetzung wechselt. Damit ermöglichen wir auch anderen Schreibenden, einen Platz auf der Messe zu bekommen, ohne den ganzen organisatorischen Rattenschwanz zu haben.

Leider sind wir damit auch schon am Ende angelegt. Mehr über Vanessa erfahrt ihr über Instagram und ihre Homepage.

[Kurzinterview] 3-Fragen Talk mit Alexandra Wagner

Die Autorin Alexandra Wagner hält ihren Roman Magische Welt der Dinge Das Geheimnis von Henrietta Handy für ein Interview in die Kamera

Aufwendige Recherche, Konsum technischer Geräte und Ausblick auf kommende Themen – Alexandra, Autorin von „Magische Welt der Dinge – Das Geheimnis von Henrietta Handy“ stellt sich in diesem Interview knallharten Fragen.

Interview: Handys – mehr als nur unverzichtbare Begleiter. Wie aufwändig war die Recherche und welcher Part ist dir besonders im Gedächtnis geblieben?

Die Recherche zu „Das Geheimnis von Henrietta Handy“ war sehr aufwendig. Zum einen ist ein Smartphone ein sehr komplexes, technisches Produkt mit einer enormen Lieferkette. Während ich bei Band 1 die zentralen Stationen der Lieferkette eines Baumwollpullovers in der Geschichte abbilden konnte, war mir bei Band 2 klar, dass das für eine Smartphone unmöglich sein wird. Daher musste ich mich für bestimmte Aspekte und Bauteile entscheiden.

Um diese Entscheidung überhaupt treffen zu können, war schon allerlei Recherche notwendig, der ich mich mit folgenden Fragen näherte:

Welche Bauteile sind die wichtigsten?
Zu welchen Bauteilen und Prozessen komme ich überhaupt an die notwendigen Informationen?
Zu welchen Bauteilen und Aspekten fallen mir spannende Szenen und Elemente für die Geschichte ein?

Zudem ist jedes Smartphone anders gebaut, was sich auch auf den Fertigungsprozess auswirkt. Neben der Recherche im Internet, in Medien und Wissenskisten von NGOs waren Gespräche mit Fachexperten wichtig und hilfreich.

In einem Handyreparatur-Laden durfte ich das Innenleben von Smartphones kennenlernen. Mit einem der Gründer von Shift – ein deutsches Unternehmen, das möglichst nachhaltige Smartphones herstellt – konnte ich sprechen.

Außerdem durfte ich mich bei dem Unternehmen Elobau ansehen, wie Platinen bestückt werden. Mit einer Recycling-Expertin und einem Experten zur Metallgewinnung der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe durfte ich mich austauschen.

Und mit der Geschäftsführerin einer Non-Profit-Organisation, die sich für mehr Recycling von Gold und Kleinbergleute einsetzt, hatte ich im Zuge der Recherche auch Kontakt.

Dass mich so viele Menschen fachlich unterstützt haben, hat mich im Zuge der Recherche am meisten gefreut und überrascht.

Interview: Wie intensiv nutzt du Handys oder andere technische Geräte? Hat sich dein Konsum im Verhältnis zu früher geändert?

Mein Handy-Konsum ist, denke ich, durchschnittlich. Rund um die Veröffentlichung eines Buches nutze ich soziale Medien immer mehr als sonst, da sich mein Buch ja verkaufen soll. Eine Veränderung gab es insofern, dass ich nun mehr darauf achte, meinen Datenmüll regelmäßig zu eliminieren. Das heißt regelmäßig alte Dokumente und Fotos aus der Cloud löschen, alte Posts und Reels in Instagram löschen, die sich keiner gespeichert hat und ähnliches. Außerdem ziehe ich am Ladegerät immer den Stecker, wenn das Handy voll ist. Denn, auch wenn das Handy nicht geladen wird, saugt das Ladegerät Strom. Das ist nicht viel. Aber auch Kleinvieh macht Mist.

Interview: Paul Pulli, Henrietta Handy – tolle Superhelden zu hochsensiblen und wichtigen Themen. Welche Themen erwarten uns in Zukunft bzw. über welchen Bereich würdest du gern mal schreiben und wieso?

Mein nächstes Buchprojekt hat mit der Magischen Welt der Dinge nichts zu tun. Es wird eine reine Fantasiegeschichte für Kinder ab 8. Nach der Recherche zu Henrietta brauche ich erst einmal eine kleine Recherche-Pause. Aber für 2023 oder 2024 plane ich einen dritten Band der Magischen Welt der Dinge. Ich habe bereits Ideen, aber mich noch nicht 100% festgelegt, um welches Produkt es gehen soll. Sicher ist nur, dass es wieder ein Ding ist, das im Leben von Kindern eine Rolle spielt.

Leider sind wir damit auch schon am Ende angelegt. Mehr über Alexandra erfahrt ihr über Instagram und ihre Homepage.

[Kurzinterview] 3-Fragen Talk mit Lara Kalenborn

Beitragsbild zum Interview für Blüten und Blut die Bonbonhexe

Ob Magie als Stärke, die Welt von Liv und Vic oder ihre sexy Snacks – Lara stellt sich in diesem Interview knallharten Fragen.

Vor einiger Zeit konnte ich außerdem Hinter die Kulissen des Buches blicken.

Interview: Liv, Prota deines Romanes „Bonbonhexe“, bezieht ihre Magie aus dem was sie verspeist. Kann das nicht nach hinten losgehen? Wie stark ist sie als Gegnerin?

Wenn Liv eine Blume isst, geht die Kraft der Pflanze auf den Honig in ihrem Körper über. Wenn sie mithilfe ihres Zauberstabes diesen Honig dann an der Luft karamellisieren lässt, kann daraus ein Bonbon geformt werden. Dieses Bonbon hat dann einen speziellen, von der Blume vorgegebenen Geschmack, aber auch eine besondere Wirkung, die von Blume zu Blume abhängig ist.

Wenn Liv tierische Produkte isst, dann wird ihr Honig dick und zäh und schmeckt nicht mehr. Die Antagonistin zwingt sie in einer Szene dazu, widerliche Bonbons herzustellen. Der Ekel der Menschen ist für die Bonbonhexe eines der schlimmsten Dinge, die sie in ihrem Leben erfahren musste. Ihre Magie ist also absolut nicht zum Kämpfen gemacht. Aber Livs Liebe, ihr gutes Herz und ihr Optimismus schon.

Interview: In was für einer Welt leben Liv und Vic? Wie sind die Verhältnisse dort und was sollte man besser nicht machen?

Liv und Vic leben in Waveland. Einem Land, das besonders vom Ackerbau und der Fischerei lebt und eine Adelsfamilie beherbergt. Magie ist erlaubt, aber besonders die Adeligen haben Vorbehalte gegen Hexen, weil einst Tallatilla, die Blutfüßige, eine böse Hexe, ihr Unwesen in Waveland trieb. Da diese eine Blutmagierin war, sollte man sich in Livs und Vics Heimat lieber nicht bei Blutzaubern erwischen lassen …

Interview: Du bist bekannt für deine Sexy Snacks – heiße Geschichten mit Spaßgarantie. Reine Fantasie oder selbsterlebt? Wie viel Wahrheit steckt dahinter?

Manches erlebt, manche durch reine Fantasie entstanden. Ich liebe die Sexy Snacks, weil sie mein Verständnis von Sex und Liebe im allgemeinen total erweitert haben. Im Zuge der Recherche habe ich mich mit Themen auseinandergesetzt, von denen ich vorher noch nicht einmal etwas gehört habe. Ein großes Geschenk für mich und meine eigene sexuelle Entfaltung.

Leider sind wir damit auch schon am Ende angelegt. Mehr über Lara erfahrt ihr über Instagram bzw. ihre Homepage.

[Rezension] Crazy Stupid First Love

Werbung / Rezensionsexemplar

Das Buch Crazy Stupid First Love wird vor ein Bücherregal gehalten

Crazy Stupid First Love

Autor: Sam Emerson
Verlag: Rosenrotverlag
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 248
Alter: ab 14 Jahren
Preis 9,99 €
ISBN: 978-3-947099-74-0

Es gibt zwei Methoden, die dich todsicher zum Loser der Schule machen.
Erstens: Du bist der einzige, offiziell geoutete Schwule in der ganzen verdammten Kleinstadt.
Zweitens: Du putzt die Toiletten in den Häusern deiner erheblich reicheren Mitschüler.


Charlie ist alles, aber kein gewöhnlicher Teenager. Seit dem Tod seiner Mom muss er mit seiner Stiefmutter und deren hohlköpfigen Söhnen unter einem Dach leben. Um sobald wie möglich zu verschwinden, jobbt Charlie als Putzkraft und bekommt auf diese Weise sogar Zugang zu den Geheimnissen seiner Mitschüler. Bei seinem neusten Job prallt er aus Versehen mit einem verflucht heißen Typen zusammen, der gerade aus der Dusche steigt – splitterfasernackt.

Charlie geht der Arsch auf Grundeis, als er genau denselben Typen wenig später wiedersieht. Dax Bennet ist neu in der Klasse und sein Interesse an Charlie wirbelt dessen Leben gehörig durcheinander.

(Inhaltsgabe entspricht dem Buchrücken. Rechte für den Text liegen bei der Autorin.)

Was kommt dabei raus, wenn Cinderella zu Charlie wird, schwul ist, sich mit bösen Stiefbrüdern rumschlagen muss und mobbenden Mitschülern gegenüber steht? Willkommen zu Crazy Stupid First Love, ein Gayromanceroman mit einem Hauch Aschenputtel.

Zugegeben, der Vergleich hinkt ein wenig, liegt jedoch durchaus nahe. Charlies Leben ist seit dem Tod der Mutter und geouteter Schwuler nicht unbedingt einfach. Seine Mitschüler sind homophob und lieben es ihn zu ärgern. Ihre Angriffe „beschränken“ sich auf verbale Kampfansagen, aber das macht die Sache nicht besser. Sie verletzen, hinterlassen Narben und verstärken die Kälte in Charlies Leben weiter. Leider nutzt er diese seinerseits als „Waffe“, um irgendwie klar zu kommen. Wirklich übel kann ich es ihm nicht nehmen, da es seine Art ist sich zu wehren. Klar, nicht unbedingt ideal und nicht immer richtig, aber ich kenne es.

Als Dax in sein Leben tritt ändert sich schlagartig alles. Bereits ihr erstes Treffen ist ausgesprochen … Holla, das nennt man wohl hot. Die Beziehung der beiden nimmt recht schnell an Fahrt auf und es kommt innerhalb kurzer Zeit zu weiteren prekären Situationen, die anders ausgehen als gedacht. Dabei beeindruckt mich besonders die Beschreibung von Charlies innerer Zerrissenheit in Verbindung mit seinen Gefühlen. Der Zwiespalt zwischen Neuland und sich selbst im Weg wirkt.

Ebenso gefällt mir die langsame Entwicklung der Beziehung zwischen Charlie und Dax. Klar, der eine oder andere wirklich sehr heiße Booster ist dabei, aber es dauert seine Zeit. Insgesamt sind beide Seiten sehr, sehr zurückhaltend und es passiert bis auf die Ausreißer nicht. Stört mich persönlich aber nicht, denn Sex muss nicht immer ausgeschrieben oder angedeutet werden. Wobei Dax vermutlich schon gern früher weiter gegangen wäre.

Weiteres Plus ist für mich die Veränderung Charlies hinsichtlich Denken und Verhalten. Es zieht sich durchs ganze Buch und macht besonders in den letzten beiden Kapiteln einen großen Sprung. Über Jahre antrainierte Verhaltensweisen sind nicht einfach abzulegen. Einige der Vorwürfe kommen mir sehr bekannt vor, da ich mich in der Vergangenheit ähnlich verhielt und teilweise immer noch.

Die Geschichte bekommt ihr verdientes Happy End. Es ist jedoch kein Rosa-Wolken-Happy-End sondern eines bei dem man merkt: Da steht noch Arbeit an. Sehr gut, denn auch wenn ich die quietschige Variante mag, bisweilen schadet ein wenig Realität nicht.

Es gibt am Ende das Buches sogar noch einen kurzen Epilog, der die Charaktere 15 Jahre später zeigt. Nettes Extra, aber in meinen Augen nicht wirklich nötig. Der Ausschnitt ist wirklich sehr, sehr kurz und wirft einige Fragen auf. Wäre für mich eher was als eigenständige Kurzgeschichte oder Stoff für Band 2.

Fazit

„Crazy Stupid First Love“ ist Sams erstes Buch und macht Bock auf mehr. Die Emotionen zwischen Dax und Charlie könnten noch stärker hervortreten. Nicht, dass sie gar nicht vorhanden wären, aber man merkt doch die angezogene Handbremse. Erfrischend hingegen sind Charlies Vergleiche im jugendlichen Sprachton ohne das sie vulgär wirken.

Sämtliche Charaktere werden gut beschrieben. Selbst Derek verstehe ich am Ende. Sicher, es rechtfertigt nicht seine anfängliche Haltung bzw. seine „Taten“ gegenüber Charlie lässt die Sache jedoch in einem anderen Licht erscheinen.

Am Anfang des Buches wird eine Triggerwarnung ausgesprochen. Alle Themen wurden gut umgesetzt und so eingearbeitet, dass man sie selbst mit entsprechendem Hintergrund lesen kann. Das geht jedoch nur für mich. Bitte entscheide selbst, ob du damit klar kommst.

Wer auf eine fluffige Highschool Romanze mit queeren Protas, Familiendrama und großem Knall am Ende steht, sollte hier unbedingt zuschlagen.

[Kurzinterview] 3-Fragen Talk mit Yui Spallek

Beitragsbild zum Interview für Mit Leib und Leiden

Ob Faszination Japan, eigenes Buch vs. Anthologie oder Boys Love als Genre – Yui stellt sich in diesem Interview knallharten Fragen.

Vor einiger Zeit konnte ich außerdem Hinter die Kulissen des Buches blicken.

Interview: Du bezeichnest dich selbst als Japanfan. Was genau fasziniert dich an Japan? Inwiefern spielt das Land in deinem Leben eine Rolle?

Eigentlich so gut wie alles. Ich liebe die Kultur, die Religion, die Natur, Japanimation etc. Ich weiß nicht genau, warum ich es liebe, aber es begann wohl mit Anime – damals noch unerkannt im TV – und ging dann weiter über die Sprache und das Land selbst.

Japan hat seit meiner Entdeckung des Landes eine Rolle in meinem Leben gespielt. Eine Zeit lang mehr, dann kurzzeitig etwas weniger und jetzt wieder sehr. Nachdem ich mein Japanologie-Studium abgebrochen hatte und eine Ausbildung begann, rückte Japan mehr in den Hintergrund. Anime/Manga habe ich allerdings nie aufgegeben.

Erst ab ca. 2015 wurde es für mich wieder als Beruf wichtig. Ich bin seitdem als Redakteurin für Japan/Japanimation, als Übersetzerin Jap-Dt und in der Anime-Branche tätig. Sprich, seitdem bin ich Freiberuflerin und verdiene – neben meinem Autorendasein – Geld damit. Und natürlich war ich ein paarmal im Urlaub im Land selbst.

Interview: Mit Leib und Leben bzw. Leiden ist dein Debüt als Autorin außerhalb einer Anthologie. Merkst du einen Unterschied und wie geht es dir damit?

Da meine Debüt-Romane vor der Anthologie kamen, merke ich es stark bei der Anthologie. Ich bin es gewohnt, so viel zu schreiben, wie ich möchte bzw. es für nötig halte. Bei der Anthologie hatte ich nur eine begrenzte Seitenzahl und ich habe gemerkt, dass es für mich schwer ist, mich kurzzufassen. Allerdings hat es mir viel beigebracht, was Kurzgeschichten angeht. Da ich sicher noch weitere Kurzgeschichten schreiben werde, ist das eine gute Lernhilfe. Allerdings bevorzuge ich immer noch längere Geschichte, wie eben Romane.

Interview: Als glühende Verehrerin von Boys Love und co interessiert mich eines brennend: Wieso dieses Genre? Wie schwierig ist es für dich als Frau glaubwürdig zu schreiben?

Ich bin schon BoysLove-Fan seit es die ersten Manga dazu in Deutschland gibt. Und kurz darauf ging es auch mit den ersten Fanfictions los. Noch heute schreibe ich BL-Fanfictions und dachte irgendwann: Wieso nur FF? Wieso sollte ich nicht meine eigenen Charaktere erfinden und ein Buch dazu schreiben? Also habe ich es versucht und festgestellt, dass es unglaublich viele schwule Romane gibt, allerdings nur wenige BoysLove – also Romane, die in Japan mit Japanern spielen. So sehe ich zumindest den Unterschied zwischen Gay-Roman und BL-Roman.

Wie bei vielem finde ich es nicht wichtig, ob man Mann oder Frau ist, wenn man über das andere Geschlecht schreibt. Da ich schon so lange Boys Love lese und FF schreibe bzw. auch andere (schwulen) Romane lese, fällt es mir nicht schwer mich in einen Mann hineinzuversetzen. Und na ja, die meisten BL-Geschichten/Manga sind ja auch von Frauen für Frauen und nicht unbedingt Schwule. Und die wirken meist auch glaubhaft. Also schwer fällt es mir selbst nicht. Wie die Leser das sehen, weiß ich nicht. Aber ich habe bisher hauptsächlich positives Feedback bekommen.

Eine kleine Anekdote: Mein Vater hat mein erstes Buch gelesen – nein, er steht nicht auf BL und hat es nur für mich getan – und meinte hinterher, er wäre sehr überrascht gewesen, wie gut ich mich mit der männlichen Anatomie und Männern allgemein auskenne. Also muss es wohl überzeugend sein, wie ich schreibe. -lach-

Leider sind wir damit auch schon am Ende angelegt. Mehr über Yui erfahrt ihr über Instagram bzw. ihre Homepage.